TLM-Direktor Jochen Fasco bewirbt sich für dritte Amtsperiode 

06.04.2018 • Der Direktor der Thüringer Landesmedienanstalt (TLM), Jochen Fasco, hat sich für eine dritte sechsjährige Amtsperiode beworben. Für die Leitungsposition, die gemäß den Vorgaben des Thüringer Landesmediengesetzes öffentlich ausgeschrieben wurde, gibt es noch weitere Bewerber. Das erklärte die stellvertretende TLM-Direktorin Kirsten Kramer auf MK-Nachfrage. Im Januar war die Stellenausschreibung im „Thüringer Staatsanzeiger“ und in der Wochenzeitung „Die Zeit“ veröffentlicht worden. Abrufbar war die Ausschreibung auch im Online-Portal der Thüringer Agentur für Fachkräftegewinnung und im Internet-Angebot der in Erfurt ansässigen TLM. Die aktuelle Amtsperiode von Jochen Fasco läuft noch bis Ende Mai 2019. Die TLM-Versammlung, das aus 32 Mitgliedern bestehende oberste Beschlussorgan der Medienanstalt, wählt deren Direktor für eine Dauer von sechs Jahren.

Mit der Ausschreibung der Stelle im Januar 2018 – und damit rund anderthalb Jahre vor Ablauf der aktuellen Amtsperiode von Direktor Fasco – startete die TLM-Versammlung das Verfahren zur Direktorenwahl. Der 54-jährige Fasco leitet die TLM seit Juni 2007; im Juni 2012 war er für weitere sechs Jahre wiedergewählt worden (vgl. FK-Hefte Nr. 14-15/07 und 26/12). Die Frist zur Abgabe von Bewerbungen war in der jetzigen Ausschreibung der Direktorenstelle auf den 16. Februar festgesetzt worden. Es seien, sagte Kirsten Kramer gegenüber der MK, „mehrere Bewerbungen“ eingegangen. Die genaue Anzahl der Bewerbungen wollte Kramer nicht nennen; es seien jedenfalls weniger als zehn. Unter den Bewerbern für die Stelle sei keine Frau.

Wiederwahl zu erwarten

In der Ausschreibung der Direktorenstelle war nicht angegeben, dass sich der Amtsinhaber wieder bewirbt. Im Verfahren vor sechs Jahren, als Fasco sich ebenfalls zur Wiederwahl stellte und dann im Amt bestätigt wurde, war darauf in der Ausschreibung hingewiesen worden. Laut der stellvertretenden TLM-Direktorin Kramer werden derzeit die eingegangenen Bewerbungen vom fünfköpfigen Vorstand der TLM-Versammlung gesichtet. Der Vorstand mache dann der Versammlung einen Vorschlag für Wahl. Angestrebt sei, die Direktorenwahl vor der Sommerpause durchzuführen und damit das Verfahren abzuschließen, sagte Kramer.

Die Versammlung tagt das nächste Mal am 8. Mai und dann wieder am 19. Juni. Der Wahlvorschlag für die TLM-Versammlung wird aller Voraussicht nach lauten, Jochen Fasco zum zweiten Mal als TLM-Direktor wiederzuwählen. Dem Vernehmen nach ist das Vertrauensverhältnis zwischen dem Direktor und der Versammlung intakt. Fasco, der gut vernetzt ist mit den politischen und gesellschaftlichen Akteuren in dem Bundesland, sitzt demnach bei der Medienanstalt fest im Sattel.

Die Thüringer Landesmedienanstalt wurde im Dezember 2017 von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier besucht. Auch der seit Ende 2014 amtierende Thüringer Ministerpräsident Bodo Ramelow (Die Linke) war bereits einige Male bei der Medienanstalt bzw. deren Veranstaltungen zu Gast. In Thüringen regiert seit Dezember 2014 die Linkspartei mit der SPD und den Grünen in einer Koalition. Bei der Landtagswahl 2014 hatte die CDU nach 24 Jahren ihre Regierungsmacht in Thüringen verloren.

Präsidialer Besuch bei der TLM

Bevor Jochen Fasco im Juni 2007 TLM-Direktor wurde, hatte er im Thüringer Kultusministerium gearbeitet. Fasco, geboren am 26. Juli 1963 in Kaiserslautern, hat in Mainz Rechtswissenschaft studiert. Sein Studium schloss er mit dem Zweiten Staatsexamen ab; er ist somit Volljurist. Ab 1992 arbeitete er zunächst im Deutschen Bundestag in Bonn als wissenschaftlicher Mitarbeiter der CDU-Abgeordneten Maria Böhmer, später wurde er deren Büroleiter. Ende 1993 wechselte Fasco als Leiter des Referats Medienrecht und Medienpolitik in die Thüringer Staatskanzlei nach Erfurt. 1999 wurde er Chef der neuen Abteilung Medien im Thüringer Kultusministerium. Von 2002 bis Mai 2007 leitete er in dem Ministerium dann die Zentral- und Personalabteilung.

Anschließend erfolgte der Wechsel an die Spitze der TLM, die die in Thüringen ansässigen kommerziellen und nicht-kommerziellen Radio-, Fernseh- und Telemedienanbieter beaufsichtigt, darunter etwa die beiden landesweiten Privatradios Antenne Thüringen und Landeswelle Thüringen. Von der TLM hat der bundesweit sendende private Fernsehsender Sat 1 Gold seine rundfunkrechtliche Lizenz erhalten. Die TLM, deren gesetzlicher Auftrag auch die „Vermittlung von Medien­bildung“ ist, hatte im Jahr 2017 ein Budget von insgesamt 5,1 Mio Euro. Bei der Medienanstalt waren im vergangenen Jahr 31 Mitarbeiter beschäftigt. Laut dem Landesmediengesetz soll der Direktor der TLM „Erfahrungen im Medienbereich sowie die Befähigung zum Richteramt oder zum höheren Verwaltungsdienst oder eine vergleichbare, ihn zur Leitung der Landesmedienanstalt befähigende Ausbildung haben.“

06.04.2018 – vn/MK