SWR will ab 2022 fiktionale Produktionen ökologisch nachhaltig herstellen

24.09.2021 •

Der Südwestrundfunk (SWR) will ab Januar 2022 seine fiktionalen Produktionen ökologisch nachhaltig herstellen. Der SWR werde „sich als erste Anstalt in der ARD zu bestimmten Bedingungen des nachhaltigen Produzierens im Fiktionalen verpflichten“, erklärte SWR-Intendant Kai Gniffke am heutigen Freitag in der Sitzung des SWR-Rundfunkrats, die in Stuttgart stattfand und auch im Livestream übertragen wurde. Mit dem Beginn des nächsten Jahres gelte für alle fiktionalen Produktionen der „Standard des Green Shooting“. Das beziehe sich dann beispielsweise auf die Verpflegung des Personals, dessen An- und Abreise sowie die Beleuchtung an den Drehorten, so Gniffke. Nähere Informationen bezüglich der ökologisch nachhaltigen Produktion im fiktionalen Bereich will der SWR in der kommenden Woche bekannt geben.

Die ARD-Intendanten hatten sich kurz zuvor im Rahmen ihrer Sitzung, die am 21. und 22. September beim Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) in Berlin stattfand, ebenfalls mit Fragen zur ökologischen Nachhaltigkeit befasst. Dieses Thema will die ARD nun zur Gemeinschaftsaufgabe machen und hat dafür, wie sie am 22. September mitteilte, das „ARD-Board Ökologische Nachhaltigkeit“ eingerichtet. Den entsprechenden Beschluss fassten die Intendanten in Berlin. Die Koordination liegt beim Bayerischen Rundfunk (BR) gemeinsam mit dem ARD-Generalsekretariat, das beim RBB angesiedelt ist. Geleitet wird das neue ARD-Board, bei dem auch der Auslandsrundfunk Deutsche Welle (DW) mit dabei ist, von Markus Riese aus der BR-Intendanz. Zu seinem Team gehören sogenannte Nachhaltigkeitsbeauftragte sowie Fachleute weiterer relevanter Themenfelder aus den beteiligten Rundfunkanstalten.

„ARD-Board Ökologische Nachhaltigkeit“

Das neue Board soll jetzt ARD-weit die Anstrengungen auf den Themenfeldern „Nachhaltige Medienproduktion“, „Nachhaltiges Betriebsmanagement“, „Nachhaltiges Eventmanagement“, „Nachhaltige Verbreitung“ und „Green IT“ bündeln und weiter vorantreiben. Übergreifendes Ziel sei, so hieß es, „eine umwelt- und ressourcenschonendere Gesamtbilanz des ARD-Medienverbunds“ zu erreichen. Die ARD hat sich nun auch zum Ziel gesetzt, den Bürgern „qualitativ hochwertige Programmangebote zum Themenbereich und zur Diskussion über Nachhaltigkeit zu machen“ sowie „auf allen Ebenen des Herstellungsprozesses Aspekte der Nachhaltigkeit ganz besonders in den Fokus zu nehmen“.

Anlässlich der Einrichtung der ARD-Einheit für ökologische Nachhaltigkeit erklärte BR-Intendantin Katja Wildermuth: Mit dem neuen Board sei „der Grundstein für ein systematisches und umfassendes Nachhaltigkeitsmanagement gelegt, das der gesamten ARD helfen kann, beim Thema Umwelt- und Ressourcenschutz gut voranzukommen.“ ARD-Generalsekretärin Susanne Pfab verwies darauf, dass die Weiterentwicklung hin zu einer nachhaltigen Gesellschaft eines der wichtigsten Gegenwartsthemen sei. Sie sehe es „als eine selbstverständliche Aufgabe und zugleich Chance gerade der Medien, nicht nur durch das eigene Tun, sondern auch durch umfassende Wissensvermittlung für die Gesellschaft dazu beizutragen, dass nachhaltiges Handeln alltäglich wird“.

Im November 2020 hatten die ARD-Landesrundfunkanstalten und die Deutsche Welle erstmals einen gemeinsamen Nachhaltigkeitsbericht vorgelegt. Mit der ARD-übergreifenden Bündelung der Aktivitäten auf diesem Feld durch das neue Board erfolge nun, so hieß es, „ein weiterer entscheidender Schritt auf dem Weg hin zu einem systematischen Nachhaltigkeitsmanagement“. Die ARD ist nach eigener Darstellung auch Mitglied des „Aktionsnetzwerks Nachhaltigkeit in Kultur und Medien“, das durch die Behörde von Kultur- und Medienstaatsministerin Monika Grütters (CDU) gefördert wird.

24.09.2021 – Volker Nünning/MK

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