Stark steigende Abo-Zahlen für das von RTL betriebene Streaming-Angebot TV Now

12.04.2021 •

TV Now, das Streaming-Angebot der deutschen RTL-Gruppe, verzeichnet stark steigende Abonnentenzahlen. Am 31. Dezember 2020 hatte TV Now 1,286 Mio Abonnenten und damit 64 Prozent mehr Kunden als Ende 2019 (0,783 Mio). Das teilte die internationale RTL Group am 12. März mit, als sie die Geschäftsergebnisse für das Jahr 2020 veröffentlichte. Erstmals wies die zum Bertelsmann-Konzern gehörende RTL Group die Abonnentenzahl von TV Now separat aus; zuvor war nur eine gemeinsame Kundenzahl von TV Now und dem niederländischen Streaming-Angebot Videoland mitgeteilt worden. Videoland, das seit 2013 Teil der RTL Group ist, kam Ende 2020 auf 903.000 Abonnenten – ein Plus von 38 Prozent gegenüber Ende 2019 (653.000).

Im Jahr 2007 startete die deutsche RTL-Gruppe unter dem Namen RTL Now eine zentrale Videoplattform. Sie wurde später in Now TV umbenannt und heißt seit dem 1. März 2016 TV Now. Im Lauf dieses Jahres soll der Name der Plattform in RTL+ geändert werden. Über das Streaming-Angebot sind die Programme der Sendergruppe – darunter RTL, Vox, Super RTL, Nitro und ntv – im Livestream zu sehen. Außerdem können Sendungen nach ihrer linearen Ausstrahlung noch sieben Tage lang abgerufen werden. Darüber hinaus gibt es zahlreiche Eigenproduktionen aus den Bereichen Serien, Show und Reality, die exklusiv auf TV Now verfügbar sind. Insgesamt beziffert die RTL-Gruppe die Programmstunden, die über TV Now abrufbar sind, auf 47.000.

Seit April 2020 kann TV Now in vier verschiedenen Varianten genutzt werden. Eine davon ist die kostenfreie, werbefinanzierte Version, die es dem Nutzer ermöglicht, bestimmte Sendungen aus den RTL-Programmen noch sieben Tage nach ihrer linearen Ausstrahlung online abzurufen. Außerdem gibt es für TV Now die drei Abo-Pakete „Live only“ (2,99 Euro pro Monat), „Premium“ (4,99 Euro) und „Premium plus“ (7,99 Euro). Das erste Abo-Paket ermöglicht nur die Nutzung der TV-Programme der Sendergruppe im Livestream. Über „Premium“ sind zusätzlich insgesamt rund 500 Formate der Sendergruppe abrufbar, darunter auch die exklusiv für TV Now produzierten Inhalte. Trotz Abo-Gebühr gibt es im „Premium“-Bereich vor dem Start etwa einer Serienfolge einen Werbeclip. Werbefrei sind die Inhalte dann im Paket „Premium plus“ (mit der Ausnahme, wenn ein Livestream der RTL-Programme angesehen wird). Über „Premium plus“ sind ferner eine große Anzahl von ausländischen Produktionen auch in der jeweiligen Originalversion abrufbar.

Rund 1,3 Mio Kunden Ende 2020

Seit November 2020 erhalten Kunden der Deutschen Telekom über deren Streaming-Angebot Magenta TV bei zwei Tarifen („Magenta TV Smart“ und „Magenta TV Smart Flex“) automatisch den Zugang zum „Premium“-Paket von TV Now dazu, ohne dass dann weitere Gebühren anfallen. Anfang März 2021 hat die RTL-Gruppe auch mit dem Pay-TV-Sender Sky Deutschland eine Kooperation geschlossen, die Sky-Abonnenten einen direkten Zugang zu TV Now ermöglicht (vgl. dazu diese MK-Meldung).

Die RTL Group will TV Now weiter kräftig ausbauen. So solle es etwa jede Woche eine neue Eigenproduktion auf der Plattform geben; dazu gehörten auch mehr als zehn neue Serien im Jahr 2021, heißt es im Geschäftsbericht für 2020. Weiteres Abo-Wachstum verspricht sich der Konzern zudem von exklusiven Fußballübertragungen über TV Now. Ab der Saison 2021/22 besitzt die deutsche RTL-Gruppe die Rechte an der Europa League und der neuen Europa Conference League fürs Free-TV und Pay-TV. Die Spiele werden über TV Now zu sehen sein (eine Partie pro Spieltag gibt es im Free-TV bei RTL oder Nitro).

Geschäftsergebnisse der RTL Group

Die RTL Group hat nun bekräftigt, bis 2025 für TV Now und Videoland zusammen insgesamt 5 Mio bis 7 Mio Abonnenten gewinnen zu wollen. Den Umsatz, den die beiden Portale dann erwirtschaften sollen, taxiert der Konzern auf mehr als 500 Mio Euro. Im Jahr 2020 erzielten nach Angaben der RTL Group beide Plattformen zusammen einen Umsatz von 170 Mio Euro. Bis 2025 soll bei TV Now und Videoland außerdem die Gewinnschelle erreicht sein. Um diese Geschäftsziele zu erreichen, will die RTL Group ihre Investitionen in beide Portale massiv erhöhen. Im Jahr 2025 sollen sie sich auf einen Betrag von 350 Mio Euro belaufen. 2019 waren es 85 Mio Euro.

Bei der RTL Group sank 2020 der Gesamtumsatz um 9,5 Prozent auf 6,017 Mrd Euro. Im Jahr zuvor belief sich der Umsatz auf 6,651 Mrd Euro. Den Rückgang führt der Konzern größtenteils auf den rückläufigen Werbemarkt als Folge der Corona-Krise zurück. Der Gewinn der RTL Group sank 2020 im Vergleich zum Vorjahr um 27,7 Prozent auf 625 Mio Euro (2019: 864 Mio Euro). Für 2021 erwartet die RTL Group, die vom Thomas Rabe geleitet wird, der zugleich Chef von Bertelsmann ist, einen Umsatzanstieg, und zwar auf 6,2 Mrd Euro unter der Annahme, dass die wirtschaftliche Erholung anhält, Lockdown-Maßnahmen gegen die Corona-Pandemie gelockert werden und Impfprogramme gegen Covid-19 voranschreiten.

12.04.2021 – vn/MK

Print-Ausgabe 14-15/2021

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