Sky und Magenta TV als neue Kooperationspartner der Filmstiftung NRW

14.04.2020 •

Die Film- und Medienstiftung NRW hat zwei neue Kooperationspartner gewonnen, die in diesem Jahr in den Fördertopf der in Düsseldorf ansässigen Einrichtung einzahlen. Dabei handelt es sich um den Pay-TV-Sender Sky Deutschland und um die IPTV-Plattform Magenta TV der Deutschen Telekom. Dass Sky Deutschland und Magenta TV die nordrhein-westfälische Filmförderung finanziell unterstützen, hatte die Filmstiftung im Februar bekanntgegeben. Die beiden neuen Partner wollten „vorrangig die Produktion von High-End-Serien in NRW unterstützen“, hieß es. Auf MK-Nachfrage erklärte die Filmstiftung, der Förderbetrag von Magenta TV belaufe sich auf 500.000 Euro und der von Sky Deutschland auf 200.000 Euro.

An der 1991 gegründeten Filmstiftung sind das Land Nordrhein-Westfalen und der Westdeutsche Rundfunk (WDR) mit je 40 Prozent beteiligt. Jeweils 10 Prozent halten das ZDF und RTL. Kooperationspartner ist bereits seit vielen Jahren die Pro-Sieben-Sat-1-Gruppe. Vom Land NRW erhält die Filmstiftung im Jahr 2020 insgesamt 15,6 Mio Euro, um vor allem Kinofilme, Fernsehproduktionen und Games-Projekte finanziell zu unterstützen, aber auch die Kino-Infrastruktur, Festivals und Hörspiele zu fördern. Zusätzlich bekommt die von Petra Müller geleitete Förderinstitution vom Land noch 2,85 Mio Euro zur Finanzierung ihrer Betriebskosten (Gehälter, Miete etc.).

Serienförderung im Blick

Über den WDR erhält die Filmstiftung in diesem Jahr rund 14 Mio Euro. Dabei handelt es sich konkret um den Anteil, den der WDR von der Landesanstalt für Medien Nordrhein-Westfalen (LfM) aufgrund landesgesetzlicher Vorschriften bekommt. Dieses Geld muss der WDR direkt an die Filmstiftung für deren Film- und Hörspielförderung weiterleiten. Die LfM, die kommerzielle Medienanbieter in NRW beaufsichtigt und auch für die Medienkompetenzförderung in dem Bundesland zuständig ist, wird mit einem kleinen Anteil aus dem Rundfunkbeitrag finanziert – so wie es auch bei den übrigen 13 deutschen Landesmedienanstalten der Fall ist. Von dem Anteil, der der LfM zur Finanzierung eigentlich zusteht, darf die in Düsseldorf ansässige Medienbehörde jedoch nur 55 Prozent behalten; die übrigen 45 Prozent fließen über den WDR an die Filmstiftung.

Das ZDF und RTL zahlen der Filmstiftung für deren Förderaktivitäten im Fernsehbereich pro Jahr jeweils rund 3 Mio Euro. Pro Sieben Sat 1 stellt über ein Kooperationsabkommen für die NRW-Filmförderung jährlich 500.000 Euro bereit. Was den neuen Kooperationspartner Sky Deutschland angeht, ist noch unklar, ob sich der Pay-TV-Sender langfristig engagieren will. Eine Anfrage hierzu ließ das Unternehmen unbeantwortet. Die Filmstiftung förderte in den vergangenen Jahren die bisher drei Staffeln der Serie „Babylon Berlin“, die Sky zusammen mit der ARD in Auftrag gegeben hatte. Die ersten beiden Staffeln (jeweils acht Folgen) förderte die Filmstiftung mit 2 Mio Euro, bei der dritten Staffel mit zwölf Episoden (die seit Ende Januar 2020 bei Sky zu sehen sind, ab Januar 2021 im Ersten Programm) waren es 1,5 Mio Euro.

Für Magenta TV, den anderen neuen Partner der Filmstiftung, ist die Kooperation mit der Einrichtung nun die erste dieser Art; das Unternehmen zahlte bislang in keine deutsche Filmfördereinrichtung ein. Magenta TV sei nun, wie ein Telekom-Sprecher gegenüber der MK erklärte, „an einer langfristigen Zusammenarbeit mit der Film- und Medienstiftung interessiert“. Auf der Magenta-Plattform wurde bisher noch keine Serie zum Abruf angeboten, die Fördermittel der Filmstiftung erhalten hat. Im Februar begannen die Dreharbeiten der achtteiligen Serie „Wild Republic“, die Ende 2020 exklusiv bei Magenta TV zu sehen sein wird. Diese Produktion fördert die Filmstiftung mit insgesamt einer Million Euro; mit im Boot sind in diesem Fall außerdem noch der FilmFernsehFonds (FFF) Bayern, der German Motion Picture Funds (GMPF) des Bundes und die Südtiroler Filmförderung.

40 Mio Euro Fördergelder verteilt

Gemeinsam hergestellt wird die Serie „Wild Republic“ von den Produktionsfirmen Lailaps Pictures, X Filme Creative Pool und Handwritten Pictures in Koproduktion mit der Deutschen Telekom, Arte, dem WDR, dem Südwestrundfunk (SWR) und dem ARD-Spartenkanal One. In der Serie geht es um eine Gruppe jugendlicher Straftäter, die an einem Ort in der Nähe der Alpen an einem Resozialisierungsprogramm teilnehmen. Als einer der Betreuer plötzlich tot aufgefunden wird, flüchtet die Gruppe in die Alpen und gründet nach ihren eigenen Regeln eine neue Gesellschaft. Die Serie wird ein Jahr, nachdem sie bei Magenta TV angelaufen ist, im öffentlich-rechtlichen Fernsehen ausgestrahlt, also Ende 2021.

Die Filmstiftung hat im Jahr 2019 mit insgesamt 40,3 Mio Euro Kinofilme, Fernsehproduktionen, Games, Festivals, Standortprojekte sowie die Aus- und Weiterbildung unterstützt. Erstmals wurde die Marke von 40 Mio Euro überschritten. Es wurde beispielsweise die Produktion von 67 Kinofilmen mit 25 Mio Euro gefördert (weitere 2,7 Mio Euro gab es für die Entwicklung und den Verleih bzw. den Vertrieb von Kinofilmen). Für elf Serien- und TV-Projekte wurden 6,2 Mio bereitgestellt. Die Entwicklung und Produktion von Games und digitalen Inhalten (31 Projekte) förderte die Filmstiftung 2019 mit 2,7 Mio Euro. Festivals und innovative Standortprojekte wurden mit 1,1 Mio Euro unterstützt.

14.04.2020