Saarland: LMS-Direktor Uwe Conradt wird Oberbürgermeister von Saarbrücken

24.06.2019 •

Uwe Conradt, Direktor der Landesmedienanstalt Saarland (LMS), wird am 1. Oktober 2019 neuer Oberbürgermeister von Saarbrücken. Der 42-Jährige, der seit langem Mitglied der CDU ist, setzte sich am 9. Juni in einer Stichwahl gegen Amtsinhaberin Charlotte Britz (SPD) durch. Mit 274 Stimmen Vorsprung lag er am Ende knapp vor Britz. Die 61-Jährige ist seit Oktober 2004 Oberbürgermeisterin der saarländischen Landeshauptstadt. Mit Ablauf ihrer dritten fünfjährigen Amtsperiode Ende September 2019 wird sie die Position dann an Uwe Conradt übergeben, der nun bis Ende September 2024 gewählt wurde. Bei der Stichwahl am Pfingstsonntag erhielt Conradt 22.703 Stimmen, was einem Anteil von 50,3 Prozent entsprach. Britz kam auf 22.429 Stimmen (49,7 Prozent). Die Wahlbeteiligung lag allerdings bei nur 33,3 Prozent. Wahlberechtigt waren rund 137.000 Bürger.

Am 26. Mai, als die erste Runde der Oberbürgermeisterwahl mit insgesamt acht Kandidaten stattfand, erreichte keiner der Bewerber die notwendige absolute Mehrheit. Vorne lag mit 36,8 Prozent (27.070 Stimmen) die amtierende SPD-Oberbürgermeisterin Britz. Uwe Conradt belegte mit 29,0 Prozent (21.343 Stimmen) den zweiten Platz. Damit kamen Britz und Conradt in die Stichwahl. Bei der ersten Runde der Oberbürgermeisterwahl, die gleichzeitig zur Wahl zum EU-Parlament abgehalten wurde, belief sich die Wahlbeteiligung auf 54,4 Prozent.

Sieg in der Stichwahl

Wenn Uwe Conradt, der seit 2009 der CDU-Stadtratsfraktion in Saarbrücken angehört, am 1. Oktober das Oberbürgermeisteramt übernimmt, steht erstmals seit rund 43 Jahren wieder ein Vertreter der CDU an der Spitze der Stadt Saarbrücken. Mit Saarbrücken wird dann seit längerem erstmals auch wieder eine der 16 deutschen Landeshauptstädte von einem CDU-Politiker regiert. Conradt war im September 2018 vom Kreisvorstand der CDU Saarbrücken-Stadt zum Kandidaten für die Wahl zum Oberbürgermeister der Landeshauptstadt nominiert worden. Kurz darauf übernahm er auch den Vorsitz der CDU-Stadtratsfraktion.

Uwe Conradt, geb. am 31.3.1977 in Saarbrücken, leitet seit dem 1. Mai 2016 die Landesmedienanstalt Saarland, die Aufsichtsbehörde für den privaten Rundfunk in dem Bundesland. Bei der LMS begann er auch seine berufliche Laufbahn, nachdem er 2003 sein Studium der Betriebswirtschaftslehre in Saarbrücken als Diplom-Kaufmann abgeschlossen hatte. Er arbeitete anschließend bei der Landesmedienanstalt als Verwaltungsleiter. Im Jahr 2009 wurde er zusätzlich nebenamtlicher Prokurist der Saarland Medien GmbH, der 1999 in dem Bundesland gegründeten Filmfördereinrichtung. Gesellschafter der Saarland Medien GmbH sind das Land und die LMS. Parallel zu seiner beruflichen Tätigkeit absolvierte Conradt von 2010 bis 2012 den Masterstudiengang Medienrecht an der Universität Mainz.

Seine Positionen bei der LMS und bei der Saarland Medien GmbH gab Conradt 2012 ab, als er für die CDU in den saarländischen Landtag gewählt wurde. Dort wurde er medienpolitischer Sprecher seiner Fraktion. Im Jahr 2014 wurde er zusätzlich Referent für Medienpolitik im Landesvorstand der CDU Saar. Im März 2016 wurde Conradt dann vom Landtag in Saarbrücken zum neuen Direktor der LMS gewählt, und zwar für sieben Jahre. Im Landtag bilden CDU und SPD seit 2012 eine große Koalition, die seither auch über eine Zwei-Drittel-Mehrheit verfügt. Um Direktor der Landesmedienanstalt Saarland zu werden, ist laut dem saarländischen Mediengesetz im Landtag eine Zwei-Drittel-Mehrheit nötig. Die Leitung der LMS übernahm Conradt am 1. Mai 2016. Der Direktor der Medienanstalt ist für die Dauer seiner Amtszeit Beamter. Conradt wurde als LMS-Direktor auch Geschäftsführer der Saarland Medien GmbH.

Wechsel zwischen Medienanstalt und Politik

Am 1. Oktober 2019 wechselt Uwe Conradt dann zum zweiten Mal von der LMS hauptberuflich in die Politik, diesmal aber nicht in die Landes-, sondern in die Kommunalpolitik. Nachdem Conradt bei der Landesmedienanstalt ausgeschieden ist, muss der saarländische Landtag innerhalb von drei Monaten einen Nachfolger für die noch bis Ende April 2023 laufende Amtszeit wählen – so schreibt es das Landesmediengesetz vor. Das heißt, bis spätestens im Dezember 2019 muss vom Parlament die Nachfolge geregelt sein. Die letzte Plenarsitzung des Landtags in diesem Jahr ist für den 4. Dezember angesetzt. Da der Direktor der LMS Beamter ist, spricht einiges dafür, dass es für die Neubesetzung der Stelle eine öffentliche Ausschreibung geben wird. Im Landesmediengesetz ist keine Vorschrift enthalten, dass die Direktorenposition öffentlich ausgeschrieben werden muss.

In der Übergangszeit, nach dem Ausscheiden von Conradt und bis zum Amtsantritt des neuen Direktors der LMS, wird die Medienanstalt von deren stellvertretendem Direktor Jörg Ukrow geleitet. Der Jurist ist seit 2003 Vizechef der LMS, zuvor war er Leiter des Medienreferats in der Staatskanzlei des Saarlandes. Ukrow, Jg. 1960, war im März 2019 von der Thüringer Landesregierung zum neuen Chef der Abteilung ‘Bundes-, Europa- und internationale Angelegenheiten; Medien’ in der Erfurter Staatskanzlei berufen worden. Diese Position trat der 58-Jährige dann aber nicht an; er nannte dafür persönliche Gründe. Ukrow ist seit langem auch beim in Saarbrücken ansässigen Institut für Europäisches Medienrecht (EMR) engagiert. Dort ist er seit November 2016 geschäftsführendes Vorstandsmitglied.

24.06.2019 – vn/MK