RBB reformiert Anfang Mai 2018 seine Organisationsstruktur

03.04.2018 • Der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) hat Reformen in seiner Organisationsstruktur beschlossen. Anfang Mai wird in der Programmdirektion die neue Hauptabteilung ‘Multimediale Herstellung’ geschaffen. Dann wird RBB-Programmdirektor Jan Schulte-Kellinghaus auch für den gesamten Produktionsprozess von Sendungen und Beiträgen für Fernsehen, Hörfunk und den Online-Bereich zuständig sein. Das Modell, dass der Programmdirektor auch den Herstellungsprozess verantwortet, gibt es auch bereits beim Saarländischen Rundfunk (SR).

Außerdem werden im Rahmen der Strukturreform die gesamten IT-Aktivitäten des RBB unter dem Dach einer reorganisierten ‘Produktions- und Betriebsdirektion’ zusammengefasst. Über diese strukturellen Änderungen informierte RBB-Intendantin Patricia Schlesinger den Rundfunkrat der Sendeanstalt in dessen Sitzung am 22. Februar, wie der RBB mitteilte. Die organisatorischen Änderungen betreffen im RBB insgesamt rund 250 Mitarbeiter.

Mit den Reformen wolle man die internen Abläufe und Strukturen verbessern, erklärte Schlesinger. Die RBB-Programmdirektion ist bereits seit 2009 multimedial und damit medienübergreifend ausgerichtet ist, was die Inhalte, also die Themen für Beiträge und Sendungen, anbelangt. Für deren Herstellung sind bisher noch Hauptabteilungen und Abteilungen zuständig, die größtenteils in der ‘Produktions- und Betriebsdirektion’ angesiedelt sind (Fernsehen/Radio) bzw. der Intendantin zugeordnet sind (Online).

Multimedial denken

Die Entscheidung, die Herstellung aller Beiträge und Sendungen ab Mai in die Programmdirektion zu verlagern, erläuterte RBB-Programmdirektor Schulte-Kellinghaus folgendermaßen: „Wir denken in der Programmentwicklung zukünftig multimedial. Deshalb müssen wir auch die Herstellungsprozesse übergreifend organisieren und intensiv zusammenarbeiten. Für das Programm bedeutet das mehr Verantwortung für das Ressourcenmanagement und echte Multimedialität.“ Der Sender verfolgt nach eigenen Angaben das Ziel, „Beitrag oder Sendung aus inhaltlicher Perspektive in den Mittelpunkt zu stellen und bei der Herstellung von Beginn an alle Ausspielwege mit einzuplanen“.

Im RBB sei das Programm „Motor und Taktgeber der täglichen Arbeit“, führte Intendantin Schlesinger aus. An diesem Anspruch sei die Gesamtorganisation des RBB auszurichten, wofür mit den jetzigen Reformen die Weichen gestellt würden. Als Leiter der neuen Hauptabteilung ‘Multimediale Herstellung’ ist Andreas Wertz vorgesehen. Wertz leitet im RBB bislang noch die der Intendantin unterstellte Hauptabteilung ‘Unternehmensentwicklung’, die im Zuge der Organisationsreform aufgelöst wird. Zu dieser Hauptabteilung gehören die Abteilungen ‘Lizenzen’, ‘Archive & Dokumentation’ und ‘Online-Koordination’. Die beiden letztgenannten Abteilungen werden Anfang Mai in die Programmdirektion verlagert und dort dann Teil der neuen Hauptabteilung ‘Multimediale Herstellung’. Die Abteilung ‘Lizenzen’ wird dem Justiziariat angegliedert. In der Hauptabteilung ‘Intendanz’ entsteht zudem die neue Abteilung ‘Unternehmensplanung und Medienpolitik’.

Die ‘Produktions- und Betriebsdirektion’, die weiterhin so heißen soll, auch wenn die Produktionsabteilungen dann in der Programmdirektion angesiedelt sind, erhält künftig neue Zuständigkeiten. Quasi als Ausgleich für den Verlust der genannten Abteilungen wird diese Direktion ab Mai die gesamten IT-Aktivitäten des RBB verantworten. Bislang wird die IT noch von verschiedenen Stellen im Sender betreut. Laut RBB gehören künftig der IT-Bereich wie auch die Systemplanung und der Technische Programmservice für Fernsehen, Radio und Online zur neuen Hauptabteilung ‘Mediensysteme und IT’. Deren Leitung übernimmt dann Michael Spading.

Suche nach neuem Betriebsdirektor

In der ‘Produktions- und Betriebsdirektion’ des RBB wird es auch künftig noch eine zweite Hauptabteilung geben: Aus den Abteilungen ‘Betrieb’ und ‘Bild’ entsteht Anfang Mai die Hauptabteilung ‘Medienproduktion’, deren Chef Andreas Owsinski wird (der Name dieser neuen Hauptabteilung erscheint angesichts der Verlagerung des Produktionsbereichs nicht recht zu passen). In der ‘Produktions- und Betriebsdirektion’ wird es neben den zwei Hauptabteilungen künftig auch noch die neue Abteilung ‘Distribution’ geben, die unter anderem für die Sendeabwicklung und die Programmverbreitung zuständig ist.

An der Spitze der ‘Produktions- und Betriebsdirektion’ wird es bald einen Wechsel geben. Nawid Goudarzi tritt Ende April 2018 im Alter von 64 Jahren in den Ruhestand. Wer ihm nachfolgt, steht noch nicht fest. RBB-Intendantin Schlesinger wird für den Posten des Produktions- und Betriebsdirektors dem Rundfunkrat einen Kandidaten vorschlagen. Über den Vorschlag wird das Gremium dann abstimmen. Die nächste Rundfunkratssitzung ist für den 12. April angesetzt ist. Sollte Anfang Mai noch kein Nachfolger für Goudarzi feststehen, würde nach RBB-Angaben Michael Spading kommissarisch die Leitung dieser Direktion übernehmen.

03.04.2018 – vn/MK

Print-Ausgabe 13/2018

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