RBB-Intendantin Patricia Schlesinger vor Wiederwahl für zweite Amtszeit

08.09.2020 •

Beim Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) stellt sich Intendantin Patricia Schlesinger zur Wiederwahl für eine zweite Amtszeit. Am 10. September (Donnerstag) kommt der RBB-Rundfunkrat in Berlin zu einer nicht öffentlichen Sondersitzung für die Intendantenwahl zusammen. Es gilt als sicher, dass Schlesinger vom Rundfunkrat in ihrem Amt für weitere fünf Jahre bestätigt wird. Patricia Schlesinger, 59, steht seit Anfang Juli 2016 an der Spitze des RBB. Ihre aktuelle fünfjährige Amtsperiode läuft noch bis Ende Juni 2021.

Schlesinger trat 2016 die Nachfolge von Dagmar Reim an, die im Mai 2003 die Leitung des Rundfunks Berlin-Brandenburg übernommen hatte, der damals aus der Fusion von Sender Freies Berlin (SFB) und Ostdeutschem Rundfunk Brandenburg (ORB) entstanden war. Im öffentlich-rechtlichen Rundfunk werden üblicherweise Intendantenwahlen, bei denen die Amtsinhaberin bzw. der Amtsinhaber für eine Wiederwahl kandidiert, rund ein Jahr vor Ablauf des aktuellen Vertrags angesetzt.

Einzige Kandidatin

Die Intendantenwahl beim Rundfunk Berlin-Brandenburg findet gemäß den Bestimmungen des RBB-Staatsvertrags stets in einer nicht öffentlichen Sitzung des Rundfunkrats statt. Vorgeschrieben ist auch, dass die Intendantenposition öffentlich auszuschreiben ist. Das geschah für die aktuelle Intendantenwahl Anfang Juli 2020, etwa in der Wochenzeitung „Die Zeit“. Die Bewerbungsfrist war am 17. Juli abgelaufen. Neben der Bewerbung von Patricia Schlesinger habe es noch „weitere Bewerbungen“ gegeben, erklärte die RBB-Rundfunkratsvorsitzende Friederike von Kirchbach auf MK-Nachfrage am 3. September.

Die vom Rundfunkrat eingesetzte Wahlkommission habe sich dafür entschieden, dem Rundfunkrat Patricia Schlesinger als einzige Kandidatin für die Intendantenwahl am 10. September vorzuschlagen, so von Kirchbach, die von der evangelischen Kirche in Berlin-Brandenburg in den Rundfunkrat entsandt ist. Um als Intendantin wiedergewählt zu werden, benötigt Patricia Schlesinger im RBB-Rundfunkrat eine Zwei-Drittel-Mehrheit der abgegebenen Stimmen. Dem Rundfunkrat gehören 29 Mitglieder an (ein Sitz ist seit längerem vakant). Sofern alle Mitglieder an der Wahl teilnehmen, wären somit mindestens 20 Ja-Stimmen erforderlich.

Bei der RBB-Intendantenwahl, die im April 2016 stattfand, konnte sich Patricia Schlesinger gegen den ZDF-Journalisten Theo Koll durchsetzen – und zwar im sechsten Wahlgang, in dem Schlesinger dann die erforderliche Zwei-Drittel-Mehrheit erhielt (vgl. MK-Meldung). In diesem Wahlgang hatten von den 29 Rundfunkratsmitgliedern 22 für Schlesinger und sieben für Koll gestimmt. Koll war damals Leiter des ZDF-Studios Paris; seit März 2019 ist er Chef des ZDF-Hauptstadtstudios in Berlin.

Patricia Schlesinger, geboren am 14. Juli 1961 in Hannover, studierte Wirtschaftsgeografie, Politische Wissenschaften sowie Sozial- und Wirtschaftsgeschichte in Hamburg und Aix-en-Provence. Nach ihrem Studium volontierte sie ab 1988 beim Norddeutschen Rundfunk (NDR) und arbeitete dort anschließend unter anderem als Reporterin und Redakteurin beim ARD-Politmagazin „Panorama“, das der NDR fürs Erste Programm zuliefert. Von 1995 bis 1997 war sie Leiterin des ARD-Fernsehstudios Südostasien in Singapur. Anschließend übernahm sie die Moderation von „Panorama“ und arbeitete als Redakteurin in der NDR-Auslandsredaktion Fernsehen, deren Chefin sie 1999 wurde. Im Jahr 2001 ging Schlesinger als ARD-Fernsehkorrespondentin nach Washington. Nach ihrer Rückkehr zum NDR nach Hamburg 2004 wurde sie Chefin der Programmgruppe ‘Ausland und Aktuelles’. 2006 übernahm sie die Leitung der NDR-Programmgruppe ‘Dokumentation und Reportage’, im Mai 2007 dann die des Programmbereichs ‘Kultur und Dokumentation’.

08.09.2020 – vn/MK

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