Premiere: Sitzung des BR‑Rundfunkrats im Livestream zu sehen

11.04.2021 •

Beim Bayerischen Rundfunk (BR) wird am kommenden Freitag (16. April) erstmals eine Sitzung des Rundfunkrats via Internet zu verfolgen sein. An diesem Tag kommt das Gremium zu seiner zweiten Sitzung im Jahr 2021 zusammen. Aufgrund der Corona-Pandemie wird sie nicht als Präsenzsitzung stattfinden, sondern in Form einer digitalen Schaltkonferenz. Die ersten drei Tagesordnungspunkte dieser Schaltkonferenz finden zunächst in nicht-öffentlicher Sitzung statt, es geht dabei unter anderem um Personalentscheidungen. Anschließend ist die Sitzung öffentlich und wird als Livestream über die Internet-Seite des BR-Rundfunkrats übertragen (www.br.de/rundfunkrat). Die Sitzung beginnt um 13.30 Uhr; der öffentliche Teil dürfte dann gegen 14.00 Uhr beginnen.

Beim Bayerischen Rundfunk sind die Sitzungen des Rundfunkrats öffentlich. Seit Dezember 2020 finden sie nun coronabedingt als digitale Schaltkonferenzen statt. Die Sitzungen im Dezember 2020 und im Februar 2021 konnten Interessierte im BR-Funkhaus in der Münchner Innenstadt verfolgen, wo in einem Saal auf einem Bildschirm die jeweilige Schaltkonferenz im Livestream zu sehen war. Die Anzahl der Gäste war zuletzt auf 20 Personen begrenzt. Auf dieses Procedere verzichtet der BR nun bei seiner Sitzung am Freitag und macht seine Schaltkonferenz übers Internet für jeden Interessierten zugänglich.

Weitere Gremien setzen auf Internet-Übertragung

In der kommenden BR-Rundfunkratssitzung wird es im öffentlichen Teil laut Tagesordnung unter anderem um Beschwerden gehen, die Bürger im Jahr 2020 an den Bayerischen Rundfunk gerichtet haben. Außerdem werden BR-Intendantin Katja Wildermuth und der BR-Rundfunkratsvorsitzende Lorenz Wolf zu aktuellen Themen und Entwicklungen jeweils Bericht erstatten. Dem Rundfunkrat gehören insgesamt 50 Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur und dem Kirchenbereich an.

Am nächsten Donnerstag (15. April), einen Tag vor der Sitzung des BR-Rundfunkrats, tagt der Rundfunkrat des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB). Dessen Sitzung findet ebenfalls in digitaler Form statt und wird dann übers Netz als Livestream zu sehen sein – so wie es bereits bei der ersten Sitzung des RBB-Gremiums im Jahr 2021 am 18. Februar der Fall war. In der kommenden Sitzung des 29-köpfigen Rundfunkrats geht es unter anderem um das geplante neue digitale Medienhaus auf dem RBB-Gelände in Berlin und die drei neu eingeführten sogenannten Contentboxen (für die Bereiche Kultur, Information und Gesellschaft). Der RBB-Rundfunkrat war nach dem ZDF-Fernsehrat das zweite Aufsichtsgremium im öffentlich-rechtlichen Rundfunk, das eine Sitzung übers Internet im Livestream zeigte. Der ZDF-Fernsehrat hatte im Dezember 2020 zum ersten Mal eine Sitzung im Livestream übertragen; die Sitzung fand damals als Videokonferenz statt (vgl. MK-Artikel).

Im öffentlich-rechtlichen Rundfunk hatte es bis dato keine audiovisuellen Übertragungen von Sitzungen der Aufsichtsgremien der Sender gegeben – mit einer Ausnahme: Im Mai 2019 wurde beim Südwestrundfunk (SWR) die gemeinsame Sitzung von Rundfunkrat und Verwaltungsrat, in der der neue Intendant gewählt wurde, im Livestream übertragen (bei der Wahl konnte sich Kai Gniffke gegen die weitere Bewerberin Stefanie Schneider durchsetzen).

Der SWR-Rundfunkrat hat seine jüngste Sitzung am 26. März, die coronabedingt als Videokonferenz stattfand, ebenfalls übers Netz als Livestream zugänglich gemacht. Damit war der SWR-Rundfunkrat das dritte Aufsichtsgremium, das eine reguläre Sitzung übers Internet übertrug. Der BR-Rundfunkrat wird nun am Freitag als viertes hinzukommen.

11.04.2021 – Volker Nünning/MK

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