Pay-TV-Sender Sky ist neuer Gesellschafter beim FilmFernsehFonds Bayern

07.03.2020 •

Der Pay-TV-Sender Sky Deutschland hat sich als Gesellschafter am FilmFernsehFonds (FFF) Bayern beteiligt. Seit dem 1. Januar 2020 gehöre Sky als erstes Pay-TV-Unternehmen zum Gesellschafterkreis, gab der FFF am 13. Februar in einer Pressemitteilung bekannt. Sky Deutschland mit Sitz in Unterföhring bei München ist nun der siebte Anteilseigner der Filmförderinstitution, die 1996 in München gegründet wurde. Den prozentualen Anteil, den Sky als Gesellschafter übernommen hat, nannte der FilmFernsehFonds in seiner Mitteilung nicht. Auf MK-Nachfrage erklärte der FFF, Sky sei nun mit drei Prozent beteiligt.

Bis zum Jahresende 2019 hatte der FilmFernsehFonds sechs Gesellschafter: den Freistaat Bayern (55 Prozent), den Bayerischen Rundfunk (12 Prozent), das ZDF (6 Prozent), die Bayerische Landeszentrale für neue Medien (8 Prozent), die Pro-Sieben-Sat-1-Gruppe (6 Prozent) und RTL (4 Prozent). Treuhänderisch hielt der FilmFernsehFonds bis Ende 2019 die übrigen neun Prozent. Davon hat zum Jahresanfang 2020 Sky Deutschland drei Prozent übernommen, so dass der FFF jetzt noch sechs Prozent treuhänderisch verwaltet. In den Anfangsjahren des FilmFernsehFonds gehörten die damalige Kirch-Gruppe und die frühere Tele-München-Gruppe zu den Gesellschaftern der Fördereinrichtung.

Rekordwert bei der Fördersumme

Bayerns Digitalministerin Judith Gerlach (CSU) begrüßte den Einstieg des Pay-TV-Senders als FFF-Gesellschafter: „Sky Deutschland hat sich in den letzten Jahren zu einem wichtigen Auftraggeber und Innovator in der deutschen Filmlandschaft entwickelt“. Gerlach, die auch Vorsitzende des FFF-Aufsichtsrats ist, verwies hier auf die von Sky in den vergangenen Jahren in Auftrag gegebenen Serien „Der Pass“ und „Das Boot“. FFF-Geschäftsführerin Dorothee Erpenstein hob hervor, dass beim FilmFernsehFonds „die staatlichen, öffentlich-rechtlichen und privaten Partner“ zusammenwirkten, um den Medienstandort Bayern zu gestalten. Marcus Ammon, bei Sky Deutschland als Senior Vice President für Eigenproduktionen zuständig, sagte, man wolle als Gesellschafter des FFF „die Filmschaffenden und die Infrastruktur“ weiter fördern. Ammon kündigte an, in der Zukunft „den Output an Sky Originals“ erhöhen und „die Zusammenarbeit mit kreativem Talent aus Bayern“ vertiefen zu wollen.

Welchen finanziellen Betrag Sky Deutschland nun jährlich dem FFF für dessen Film- und Fernsehförderung zur Verfügung stellt, ist unklar. Fragen der MK unter anderem hierzu ließ der Sender unbeantwortet. Im Jahr 2017 war Sky bereits über einen Kooperationsvertrag mit dem FilmFernsehFonds verbunden (vgl. MK-Meldung). In dem Jahr zahlte Sky einen sechsstelligen Geldbetrag an den FFF, dieses Geld kam dessen Förderbereich ‘Nachwuchsfilm’ zugute (die genaue Summe wurde nicht veröffentlicht). Der FilmFernsehFonds hat nach eigenen Angaben in den vergangenen Jahren die von Sky Deutschland in Auftrag gegebenen Serien „Der Pass“, „Acht Tage“ und „Souls“ gefördert. Finanziell unterstützt wird auch die zweite Staffel von „Der Pass“, die noch bis Juni 2020 gedreht wird.

Der FilmFernsehFonds Bayern hat im Jahr 2019 mit insgesamt 43,5 Mio Euro Filme, Serien, Filmtheater, Filmfestivals wie auch Games und Virtual-Reality-Projekte gefördert. Das war die bisher höchste Fördersumme, die der FFF in einem Jahr vergeben hat (2018 belief sich das Förderbudget auf 36,9 Mio Euro). Der Großteil der Förderung im Jahr 2019 entfiel mit 26 Mio Euro auf den Kinofilmbereich; unterstützt wurde die Produktion von 43 Kinofilmen. Die Produktion von 15 Fernsehprojekten förderte der FFF im vorigen Jahr mit insgesamt 4,7 Mio Euro. Gefördert wurden vom FFF darüber hinaus internationale Filme und Serien mit insgesamt 8,7 Mio Euro, darunter die Filme „Stowaway“ (mit Anna Kendrick und Toni Collette) und „Kung Fury 2“ (mit Arnold Schwarzenegger), die 2019 größtenteils in Bayern gedreht wurden.

07.03.2020 – vn/MK