Oliver Köhr vom MDR wird neuer ARD‑Chefredakteur

06.10.2020 •

Oliver Köhr, 44, wird zum 1. Mai 2021 neuer Chefredakteur der ARD. Das beschlossen die Intendanten der neun ARD-Landesrundfunkanstalten am 23. September im Rahmen der zweitägigen ARD-Hauptversammlung, die am 22. und 23. September beim Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) in Berlin stattfand. Köhr, der vom Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) kommt, ist seit Januar 2019 stellvertretender Chefredakteur Fernsehen und stellvertretender Leiter des ARD-Hauptstadtstudios in Berlin. Die Position des ARD-Chefredakteurs ist in der ARD-Programmdirektion angesiedelt, deren Sitz beim Bayerischen Rundfunk (BR) in München ist.

Als künftiger ARD-Chefredakteur koordiniert und verantwortet Oliver Köhr aktuelle Sendungen wie „Tagesschau“ und „Tagesthemen“, politische Magazine, Talk- und Verbraucherformate, Dokumentationen, Reportagen und Sondersendungen wie den „Brennpunkt“ oder „ARD extra“. Als ARD-Chefredakteur tritt Köhr im kommenden Jahr die Nachfolge von Rainald Becker an, der ab Mai die ARD-Berichterstattung zur Bundestagswahl 2021 koordinieren wird.

Die Aufgabe als ‘Sonderkoordinator Bundestagswahl’ wird Becker bis Ende Oktober 2021 innehaben. Welche Position Becker anschließend übernehmen wird, dazu äußerte sich die ARD nicht. Der 60-jährige Journalist kommt vom Südwestrundfunk (SWR) und ist seit Juli 2016 ARD-Chefredakteur (vgl. MK-Meldung). Neuer stellvertretender Chefredakteur Fernsehen und stellvertretender Leiter des ARD-Hauptstadtstudios wird am 1. Mai 2021 in der Nachfolge von Oliver Köhr dann Matthias Deiß. Der 42-Jährige ist beim Rundfunk Berlin-Brandenburg seit Januar 2018 Redaktionsleiter des vom RBB für das Erste Programm der ARD zugelieferten Politikmagazins „Kontraste“.

Oliver Köhr, geboren in Halle (Westfalen), studierte in Leipzig Journalistik und Politikwissenschaften und absolvierte beim MDR ein Volontariat. Anschließend arbeitete er bei der Drei-Länder-Anstalt für Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt als Redakteur und Moderator im Hörfunk, bevor er Planer und Chef vom Dienst (CvD) bei der Nachrichtensendung „MDR aktuell“ wurde, die im Dritten Programm MDR Fernsehen ausgestrahlt wird. Von 2008 bis 2011 leitete Köhr das im ARD-Hauptstadtstudio angesiedelte MDR-Fernsehstudio. Ab 2012 war er Fernsehkorrespondent im ARD-Hauptstadtstudio. Am 1. Januar 2019 wurde er stellvertretender Leiter des ARD-Hauptstadtstudios und dort stellvertretender Chefredakteur Fernsehen.

Rainald Becker, geb. am 19.11.1959 in Tönisvorst (Kreis Viersen), hat von 1981 bis 1985 in Duisburg Sozialwissenschaften, Politikwissenschaft und Katholische Theologie studiert. Parallel zu seinem Studium war er ab 1982 als freier Mitarbeiter beim Fernsehen des Westdeutschen Rundfunks (WDR) tätig. Nach einem Volontariat beim damaligen Süddeutschen Rundfunk (SDR) arbeitete Becker ab 1986 bei dem öffentlich-rechtlichen Sender in Stuttgart als Fernsehredakteur und Reporter im Bereich Innenpolitik.

Im Jahr 1990 wechselte Becker in die TV-Auslandsredaktion des SDR, 1993 wurde er dort leitender Redakteur und Moderator. 1995 übernahm er die stellvertretende Leitung der „Weltspiegel“-Redaktion des SDR, der im Jahr 1998 mit dem Südwestfunk (SWF) zum Südwestrundfunk (SWR) zusammengelegt wurde. 1999 ging Becker als Fernsehkorrespondent ins ARD-Hauptstadtstudio. Dessen stellvertretender Leiter und Chefredakteur Fernsehen wurde er Anfang 2009. Am 1. Juli 2016 wurde Rainald Becker dann ARD-Chefredakteur und löste auf dieser Position Thomas Baumann ab (vgl. MK-Meldung).

Der in Hamburg geborene Matthias Deiß studierte in München Politikwissenschaft und Journalistik und volontierte an der dortigen Deutschen Journalistenschule. Von 1999 bis 2003 arbeitete er als Moderationsredakteur bei den ARD-„Tagesthemen“ in Hamburg. Anschließend war er beim Auslandsrundfunk Deutsche Welle (DW) Fernsehkorrespondent in dessen Hauptstadtstudio in Berlin. Im Jahr 2007 wechselte Deiß zum RBB und war dort als Fernsehreporter und später als Chef vom Dienst (CvD) der ARD-aktuell-Redaktion des RBB tätig. Im August 2012 kam Deiß als Fernsehkorrespondent ins ARD-Hauptstadtstudio, bevor er Anfang Januar 2018 dann Redaktionsleiter des Politikmagazins „Kontraste“ wurde (vgl. MK-Meldung).

Zum 1. Mai 2021 kehrt Matthias Deiß ins ARD-Hauptstadtstudio zurück und übernimmt dann die Positionen als stellvertretender Chefredakteur Fernsehen und stellvertretender Leiter des Studios. Chefin und Fernsehchefredakteurin des ARD-Hauptstadtstudios ist seit Juli 2015 Tina Hassel vom WDR. In seiner künftigen Position wird Deiß – im Wechsel mit Hassel – auch die sonntags am Vorabend im Ersten Programm ausgestrahlte Sendereihe „Bericht aus Berlin“ moderieren.

06.10.2020 – vn/MK

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