Nachrichtenkanal N24 heißt seit 18. Januar 2018 „Welt“

18.01.2018 • Der in Berlin ansässige Nachrichten- und Dokumentationskanal N24 ist am 18. Januar (um 3.00 Uhr nachts) in „Welt“ umbenannt worden. Der Sender ist zu 100 Prozent in Besitz des Unternehmens Axel Springer SE. Der börsennotierte Springer-Konzern gibt auch die Zeitungen „Die Welt“ und „Welt am Sonntag“ heraus, zu denen entsprechende Online- und App-Angebote gehören. Seit Mitte Januar gibt es bei Springer nun unter der Dachmarke „Welt“ ein journalistisches Angebot für Fernsehen, Print und den Internet- und Digitalbereich.

Dass der Sender N24 den neuen Namen „Welt“ erhalten werde, hatte der Springer-Konzern bereits im Juli 2015 bekanntgegeben. Offengelassen worden war damals, wann die Umbenennung erfolgen würde. Seinerzeit hatte es geheißen, der Namenswechsel werde umgesetzt, wenn die Dachmarke den Fernsehzuschauern nähergebracht worden sei (vgl. hierzu diese MK-Meldung). Im Herbst 2016 waren bereits die Online-Auftritte von N24 und der „Welt“ unter welt.de zusammengeführt worden.

Große Werbekampagne von Springer

Die Umbenennung des Fernsehprogramms N24 in „Welt“ wird vom Springer-Konzern mit „der bisher größten Kampagne der Sendergeschichte“ begleitet. Das neue Logo des Programms erscheint seit dem 18. Januar im Fernsehbild links unten: das Wort „Welt“ in weißen Buchstaben auf blauem Hintergrund. Das zuvor dort zu sehende Logo – ein orangefarbiges Quadrat gefolgt von „N24“ – hat damit nach 18 Jahren ausgedient. Die programmliche Ausrichtung des Senders soll im Zuge des Namenswechsels nicht verändert werden. Bei „Welt“ gebe es, so der Springer-Konzern, auch künftig „eine klare Programmstruktur aus Nachrichten und Dokumentationen ergänzt durch Magazine und Talk“.

Betrieben wird N24 von der zum Springer-Konzern gehörenden Welt N24 GmbH mit Sitz in Berlin. In diesem Unternehmen werden bereits seit Anfang 2015 sämtliche redaktionellen Inhalte für die Zeitungen „Die Welt“ und „Welt am Sonntag“ sowie für deren Online- und App-Ableger produziert. Hinzu kommt die Inhalteproduktion für das Fernsehprogramm N24. Im Zeitraum von Januar bis Oktober 2017 erzielte N24 bei allen Zuschauern einen durchschnittlichen Monatsmarktanteil von 1,2 Prozent. Das entspricht dem Marktanteil, den der Sender im selben Zeitraum des Vorjahres erzielt hatte. Bei den 14- bis 49-Jährigen kam N24 von Januar bis Oktober 2017 auf einen Marktanteil von im Schnitt 1,4 Prozent. Das sind 0,1 Prozentpunkte weniger als im Vergleichszeitraum des Vorjahres.

N24 Doku wird nicht umbenannt

Die Marke N24 ist nun aber nicht vollständig verschwunden. Denn der vom damaligen Unternehmen N24 im September 2016 als Ableger gestartete Spartensender N24 Doku behält diesen Namen bis auf weiteres. Bei N24 Doku werden rund um die Uhr Dokumentationen und Reportagen ausgestrahlt. Konzipiert ist N24 Doku zu einem großen Teil als sogenannter Timeshift-Sender, weil in dem Programm die von N24 bzw „Welt“ ausgestrahlten Dokumentationen und Reportagen in der Regel um eine Stunde zeitversetzt gesendet und also wiederholt werden (vgl. auch diese MK-Meldung).

Der Springer-Konzern hatte Ende 2013 die damalige N24 Media GmbH vollständig übernommen, zu der neben dem Sender N24 auch die Tochtergesellschaft Maz & More gehörte, die bei Sat 1 das Frühstücksfernsehen produziert. Gekauft hatte Springer N24 Media von einem Konsortium unter Führung von Ex-„Spiegel“-Chefredakteur Stefan Aust und N24-Geschäftsführer Torsten Rossmann, die ihrerseits im Sommer 2010 den Sender N24 und dessen Tochterfirma Maz & More von der Pro-Sieben-Sat-1-Gruppe erworben hatten (vgl. FK-Heft Nr. 24/10). Am 24. Januar 2000 war N24 von Berlin aus auf Sendung gegangen. Das Programm wurde von der Pro Sieben Media AG gegründet, der damaligen Dachgesellschaft der Sender Pro Sieben und Kabel 1 (vgl. FK-Heft Nr. 4/00). Durch die Integration des Senders Sat 1 in die Pro Sieben Media AG im Jahr 2000 entstand dann die börsennotierte Pro-Sieben-Sat-1-Gruppe.

Im Zuge der Ende 2013 bekanntgegebenen Übernahme der N24 Media GmbH durch den Springer-Konzern wurde Stefan Aust zum 1. Januar 2014 Herausgeber der Zeitung „Die Welt“. Torsten Rossmann ist heute – neben Stephanie Caspar und Christian Nienhaus – Geschäftsführer der Welt N24 GmbH, die im Jahr 2014 für die Integration der N24 Media GmbH in den Springer-Konzern neu gegründet worden war (vgl. FK-Heft Nr. 39-40/14). Die Firma Maz & More ist seitdem eine Tochter der Welt N24 GmbH und produziert weiterhin das Sat-1-Frühstücksfernsehen.

18.01.2018 – vn/MK