Medienbischof Fürst würdigt Journalismus in der Coronakrise

23.11.2020 •

Bischof Gebhard Fürst, Vorsitzender der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz, hat die Bedeutung von Qualitätsjournalismus in Zeiten der Corona-Pandemie hervorgehoben. Es sei in der Krise ein wiedererwachendes Interesse „an rationaler, der Wahrheit verpflichteter, authentischer Information“ zu spüren, erklärte der Medienbischof der katholischen Kirche in Deutschland am 12. November: „Einstündige Podcasts mit Virologen erreichen Rekordquoten. Mit Fake ist dieser Krise nicht beizukommen, sondern mit gründlicher und verantwortungsvoller Recherche mit Blick auf das, was Menschen dient.“ Gebhard Fürst, Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart, äußerte sich anlässlich der Verleihung des Katholischen Medienpreises 2020, die aufgrund der Coronakrise in Form einer Online-Konferenz stattfand.

Während der Corona-Pandemie habe sich gezeigt, wie bedeutsam der Journalismus und die Medien für die Gesellschaft seien, sagte Fürst. In Deutschland gebe es „eine Vielfalt von klassischen oder digitalen Angeboten von Zeitungen und Magazinen, Hörfunk- und Fernsehsendern“, wodurch auch die gesellschaftliche Integration gestärkt werde. Die Rahmenbedingungen für die publizistischen Medienunternehmen müssten so ausgestaltet sein, dass sie leistungsfähig seien, betonte Fürst: „Die Verlage, der private und der öffentlich-rechtliche Rundfunk müssen ihren jeweiligen Auftrag für die Gesellschaft auch zukünftig leisten können.“ Medienbischof Fürst hatte bereits in der Vergangenheit auf die gesellschaftliche Bedeutung von Qualitätsjournalismus verwiesen (vgl. diese MK-Meldung und diese MK-Meldung).

Katholischer Medienpreis verliehen

Bischof Fürst, Vorsitzender der neunköpfigen Jury des Katholischen Medienpreises, würdigte in seiner Rede die diesjährigen Preisträger und ihre Beiträge. Die prämierten Arbeiten zeigten, was Journalismus leisten könne. In der Kategorie „Elektronische Medien“ (Fernsehen, Radio, Internet) wurden die beiden Filmautorinnen Nanfu Wang und Jialing Zhang für ihren Dokumentarfilm „Land der Einzelkinder“ ausgezeichnet, eine internationale Koproduktion, an der auf deutscher Seite der WDR und der deutsch-französische Kultursender Arte beteiligt waren. In dem Film (englischer Originaltitel: „One Child Nation“) zeigen die beiden Autorinnen, wie rigoros in China die von 1979 bis 2015 geltende Ein-Kind-Politik durchgesetzt wurde.

In der Kategorie „Printmedien“ ging der Preis an die beiden Journalisten Amrai Coen und Malte Henk. Sie wurden ausgezeichnet für ihren in der Wochenzeitung „Die Zeit“ veröffentlichten Beitrag „Wenn sie euch nicht in den Jemen lassen, berichtet trotzdem!“; in dem Text ging es um den Bürgerkrieg im dem arabischen Land. Den Sonderpreis der Jury erhielt die Journalistin Veronika Wawatschek für ihren im Radio des Bayerischen Rundfunks (BR) gesendeten Beitrag „Kirche, was tust du? 10 Jahre Missbrauchsskandal und kein Ende“.

Die Preisträger des Katholischen Medienpreises 2020 waren bereits im Juli von der Bischofskonferenz bekannt gegeben worden (vgl. MK-Meldung). Der Preis ist in den beiden Hauptkategorien mit jeweils 5000 Euro dotiert, der Sonderpreis mit 2000 Euro. Mit dem Katholischen Medienpreis werden laut Statut Beiträge prämiert, die auf das christliche Werte­verständnis verweisen, das Verständnis für Menschen fördern und die das humanitäre und soziale Verantwortungsbewusstsein stärken. Vergeben wird die Auszeichnung von der Deutschen Bischofskonferenz in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft Katholischer Publizisten Deutschlands und dem Katholischen Medienverband.

23.11.2020 – vn/MK

Print-Ausgabe 1/2021

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