Landesmedienanstalt Rheinland-Pfalz bekommt neuen Vizedirektor

10.11.2020 •

Bei der Landeszentrale für neue Medien und Kommunikation Rheinland-Pfalz (LMK) in Ludwigshafen steht eine Neubesetzung im Amt des stellvertretenden Direktors an. Die Position, die im Juni öffentlich ausgeschrieben wurde, soll nach MK-Informationen künftig Christopher Wolf übernehmen. Der 46-jährige Jurist leitet seit vielen Jahren in der saarländischen Staatskanzlei in Saarbrücken das Referat ‘Medienrecht und Medienpolitik’. Zusätzlich ist er seit Februar 2020 in der Staatskanzlei stellvertretender Leiter der Abteilung Koordination.

Im Bewerbungsverfahren für den Vizedirektorenposten bei der LMK, der laut der Ausschreibung zum 1. Januar 2021 neu besetzt werden soll, ist Wolf dem Vernehmen nach der Favorit unter den insgesamt acht Bewerbern für den Posten. Laut dem rheinland-pfälzischen Landesmediengesetz wählt die Versammlung, der 42 Mitglieder aus verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen angehören, den Direktor der LMK und dessen Stellvertreter (jeweils für sechs Jahre). Angesichts der Coronakrise ist nun aber noch nicht abschließend geklärt, wann und in welcher Form das Gremium zu seiner nächsten Sitzung zusammenkommen kann, in der dann auch die Wahl des stellvertretenden Direktors stattfinden würde. Bis Jahresende 2020 soll die Wahl aber noch erfolgen.

Harald Zehe tritt in den Ruhestand

Bei der LMK muss die Position des stellvertretenden Direktors neu besetzt werden, weil Amtsinhaber Harald Zehe zum Jahresende in den Ruhestand geht. Im Januar 1989 war Zehe Justitiar der Aufsichtsbehörde geworden, die damals noch Landeszentrale für private Rundfunkveranstalter hieß (die Umbenennung in Landeszentrale für neue Medien und Kommunikation Rheinland-Pfalz erfolgte 2005). Im Jahr 1999 wurde Zehe bei der Medien­anstalt als Abteilungsleiter verantwortlich für die Bereiche Justitiariat, Verwaltung, Haushalt und Personal, bevor er im Oktober 2000 zusätzlich zum stellvertretenden Direktor gewählt wurde.

Im Vizedirektorenamt wurde Zehe, der Mitglied der CSU ist, von der LMK-Versammlung zuletzt im Dezember 2017 wiedergewählt. Im Zuge einer Änderung der Organisationsstruktur bei der LMK Ende 2019, durch die unter anderem die bisherigen Abteilungen in Teams umgewandelt wurden, steht der ausgewiesene Medienjurist seither an der Spitze des ‘Teams Medienregulierung’. Als im September 2011 der damalige LMK-Direktor Manfred Helmes nach kurzer schwerer Krankheit gestorben war, hatte Zehe übergangsweise bis Ende März 2012 die Leitung der LMK übernommen. Anfang April 2012 war die frühere rheinland-pfälzische SPD-Landespolitikerin Renate Pepper LMK-Direktorin geworden. Ihr Nachfolger ist inzwischen Marc Jan Eumann (SPD), früherer Medienstaatssekretär in Nordrhein-Westfalen. Er war im Dezember 2017 von der LMK-Versammlung zum neuen Direktor der Medienanstalt gewählt worden.

Sein Amt als Direktor der Medienanstalt des Landes Rheinland-Pfalz, das seit 1991 von der SPD mit wechselnden Koalitionspartnern regiert wird, konnte Eumann Anfang April 2018 planmäßig antreten, aber erst nachdem wenige Tage zuvor das rheinland-pfälzische Oberverwaltungsgericht (OVG) bestätigt hatte, dass Eumanns Wahl zum neuen LMK-Direktor rechtmäßig erfolgt sei. Ab Herbst 2017 hatte es an Eumanns Wahl wochenlang Negativ-Schlagzeilen à la „Genossenfilz“, „SPD-Klüngel“, „Ämterpatronage“ gegeben. Ein nicht berücksichtigter Bewerber um das Direktorenamt hatte bis zum OVG gegen Eumanns Wahl geklagt (vgl. hierzu diesen MK-Artikel und diese Meldung).

Aus der saarländischen Staatskanzlei

Christopher Wolf, der neuer stellvertretender Direktor der LMK werden soll, wurde in Mainz geboren. Er hat in Mainz und in Speyer Rechtswissenschaft studiert. Während seiner beruflichen Tätigkeit in der saarländischen Staatskanzlei promovierte er 2009 an der Universität Mainz mit einer medienrechtlichen Arbeit zum Dr. jur., der Titel seiner Dissertationsschrift lautet: „Der Kulturauftrag des öffentlich-rechtlichen Rundfunks in der Rechtsprechung des Bundesverfassungsgerichts“. Wolf ist Mitglied der CDU und gehörte von 2012 bis 2014 dem damaligen Landesvorstand der CDU Saar an (als Referent für den Bereich Medien). Wolf ist außerdem Mitglied im Vorstand des Europäischen Medieninstituts (EMR) in Saarbrücken.

Bei der LMK in Ludwigshafen hatte es zuletzt noch eine personelle Änderung in der Stabsstelle Kommunikation gegeben, die auch für die Pressearbeit zuständig ist. Verena Schmidt-Völlmecke ist seit Mai 2020 stellvertretende Leiterin der Stabsstelle, deren Chef seit Oktober 2019 Hans-Uwe Daumann ist. Schmidt-Völlmecke, 41, war ab 2010 wissenschaftliche Mitarbeiterin des medienpolitischen Sprechers der nordrhein-westfälischen SPD-Landtagsfraktion, Alexander Vogt. Nachdem sie mit ihrer Familie 2016 nach Oberbayern umgezogen war, entschloss sie sich in der Folge, bei der bayerischen Landtagwahl 2018 für die SPD um einen Sitz im Parlament zu kandidieren. Das gelang nicht. Später arbeitete Schmidt-Völlmecke dann in Mainz in der rheinland-pfälzischen Staatskanzlei (im Referat ‘Politische Planung’), bevor sie zur LMK nach Ludwigshafen wechselte.

10.11.2020 – Volker Nünning/MK

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