Künftige BR-Justitiarin kommt aus der bayerischen Staatskanzlei

23.08.2021 •

Beim Bayerischen Rundfunk (BR) wird Eva Majuntke am 1. März 2022 die Position der Juristischen Direktorin übernehmen. Die 49-jährige Juristin leitet seit Oktober 2019 in der bayerischen Staatskanzlei in München das Referat ‘Grundsatzfragen der Medienpolitik’. Der Entscheidung von BR-Intendantin Katja Wildermuth, Eva Majuntke in das Direktorenamt zu berufen, stimmte der Rundfunkrat des öffentlich-rechtlichen Senders im Juli zu.

Laut BR wurde die Personalie im Rundfunkrat in dessen digitaler Schaltkonferenz am 16. Juli behandelt. Die Zustimmung zur Berufung von Eva Majuntke musste der Rundfunkrat anschließend noch in einem schriftlichen Verfahren bestätigen, wie der Sender am 27. Juli mitteilte. Katja Wildermuth ist seit Anfang Februar 2021 in der Nachfolge von Ulrich Wilhelm Intendantin des Bayerischen Rundfunks, der viertgrößten Landesrundfunkanstalt der ARD.

Die Position des Juristischen Direktors beim BR muss neu besetzt werden, weil Amtsinhaber Albrecht Hesse Ende Februar 2022 im Alter von 65 Jahren in den Ruhestand tritt. Hesse, geboren 1956, ist seit Mai 1999 Juristischer Direktor des Senders; außerdem ist er Stellvertreter der BR-Intendantin. Die Stellvertreterposition übernahm Hesse bereits im Januar 2003, als damals noch Thomas Gruber BR-Intendant war, dem dann 2011 Ulrich Wilhelm nachgefolgt war. Albrecht Hesse kam 1984 in die Juristische Direktion des BR. Dort war er zunächst persönlicher Referent des damaligen Justitiars Albert Scharf, der später Intendant des öffentlich-rechtlichen Senders war (von April 1990 bis März 2002). Nach dem Weggang von Scharf aus dem Justitiariat arbeitete Hesse weiterhin in der Juristischen Direktion, deren Leitung er dann 1999 übernahm.

Viele Jahre im WDR-Justitiariat

Eva Majuntke, die künftige Juristische Direktorin des BR, hat Politikwissenschaft an der Columbia University New York und Rechtswissenschaften an der Universität Passau studiert. Ihre juristische Ausbildung beendete sie 2002 mit dem zweiten Juristischen Staatsexamen. Ihre berufliche Laufbahn begann sie 2003 beim ARD-Verbindungsbüro in Brüssel, für das der Westdeutsche Rundfunk (WDR) zuständig ist. Majuntke wurde damals juristische Referentin im ARD-Verbindungsbüro in Brüssel, das sie ab 2006 kommissarisch leitete. Im Jahr 2009 ging die gebürtige Münchnerin dann ins Justitiariat des WDR nach Köln.

Im Oktober 2017 wechselte Majuntke zum Bayerischen Rundfunk nach München, der Anfang 2018 für zwei Jahre den ARD-Vorsitz übernahm. Sie war dann als Referentin in der BR-Intendanz für Medienpolitik und die ARD-Koordination zuständig. Im Oktober 2019 verließ Eva Majuntke den BR und wurde in der bayerischen Staatskanzlei Leiterin des Referats ‘Grundsatzfragen der Medienpolitik’. In dieser Funktion war sie seitdem auf der Arbeitsebene auch mit den Beratungen der Bundesländer zu Reformen bei den öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten in puncto Auftrag und Struktur befasst.

Wenn Ende Februar 2022 Albrecht Hesse beim BR ausscheidet, übernimmt Verwaltungsdirektor Albrecht Frenzel dessen Position als Stellvertreter von BR-Intendantin Katja Wildermuth. Frenzel, 55, ist seit Januar 2015 Verwaltungsdirektor des Bayerischen Rundfunks. Er hatte neben Katja Wildermuth und Christian Vogg (Chief Data Officer bei der Schweizer Rundfunkanstalt SRF) im Oktober 2020 für das BR-Intendantenamt kandidiert, in das dann Wildermuth vom Rundfunkrat des Senders gewählt worden war (vgl. MK-Meldung). Die Berufung von Frenzel zum Stellvertreter der BR-Intendantin, der jetzt der Rundfunkrat ebenfalls zustimmte, gilt für fünf Jahre bis Ende Februar 2027.

23.08.2021 – vn/MK

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