Katja Wildermuth wird neue Intendantin des Bayerischen Rundfunks

22.10.2020 •

Neue Intendantin des Bayerischen Rundfunks (BR) wird am 1. Februar 2021 Katja Wildermuth, die seit 2019 beim Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) Programmdirektorin am Standort Halle ist. Erstmals steht dann eine Frau an der Spitze des Bayerischen Rundfunks. Der BR-Rundfunkrat wählte Wildermuth heute in seiner Sitzung in Unterföhring bei München zur Nachfolgerin des scheidenden Intendanten Ulrich Wilhelm. Das gab der BR auf seiner Internet-Seite bekannt. Im Juli hatte Wilhelm erklärt, nicht für eine dritte Amtsperiode zu kandidieren (vgl. MK-Meldung). Der 59-jährige Wilhelm leitet seit Anfang Februar 2011 die viertgrößte ARD-Landesrundfunkanstalt. Im März 2015 war Wilhelm vom BR-Rundfunkrat für eine zweite fünfjährige Amtsperiode wiedergewählt worden, die am 31. Januar 2021 endet.

Die 55-jährige Wildermuth wurde vom BR-Rundfunkrat im ersten Wahlgang für eine fünfjährige Amtsperiode gewählt. Sie konnte sich gegen zwei Konkurrenten durchsetzen. Zur Wahl standen neben Wildermuth noch BR-Verwaltungsdirektor Albrecht Frenzel und Christian Vogg, beim Schweizer Radio und Fernsehen (SRF) in Zürich Chief Data Officer und Bereichsleiter ‘Dokumentation und Archive’ (vgl. MK-Meldung). Wildermuth erhielt im Rundfunkrat 38 von 48 abgegebenen Stimmen. Um zur neuen Intendantin des BR gewählt zu werden, waren mindestens 25 Stimmen zu erreichen. Der BR-Rundfunkrat, dem Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur und dem Kirchenbereich angehören, hat 50 Mitglieder (zwei Mitglieder nahmen nicht an der Sitzung teil).

Erstmals eine Frau an der Spitze des Senders

Die künftige BR-Intendantin Katja Wildermuth wurde 1965 in Berlin geboren. Sie studierte Deutsch, Geschichte und Sozialkunde an der Ludwig-Maximilians-Universität München. Dort arbeitete sie nach ihrem Staatsexamen als Dozentin am Institut für Alte Geschichte, wo sie auch promovierte. Im Jahr 1994 kam Wildermuth als Journalistin zum MDR. Sie war bei der Drei-Länder-Anstalt für Thüringen, Sachsen und Sachsen-Anhalt zunächst als Autorin tätig, darunter für das Politikmagazin „Fakt“ und das Boulevardmagazin „Brisant“, die beide vom MDR fürs Erste Programm der ARD zugeliefert werden. 2001 wurde sie beim MDR fest angestellte Redakteurin im Bereich ‘Zeitgeschehen’, 2004 Chefin der Redaktion ‘Geschichte und Dokumentarfilm’.

Ende 2016 wechselte Wildermuth zum Norddeutschen Rundfunk (NDR) und übernahm dort die Leitung des Programmbereichs ‘Kultur und Dokumentation’. Anfang April 2019 kehrte sie zum MDR zurück. Sie wurde bei dem Sender Programmdirektorin mit Sitz in Halle; seither verantwortet sie die crossmedial aufgestellten Bereiche ‘Kultur’ und ‘Wissen’. Zuständig ist Wildermuth darüber hinaus für die ‘Jungen Angebote’ des MDR, für die Radiosender MDR Jump und MDR Klassik und für die Klangkörper der Rundfunkanstalt. Bei der europäischen Rundfunkunion EBU (Sitz: Genf) gehört sie dem Vorstand der Documentary Group an.

22.10.2020 – vn/MK

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