Katja Marx soll beim NDR neue Hörfunkdirektorin werden

30.09.2019 •

Katja Marx, Hörfunkchefredakteurin beim Hessischen Rundfunk (HR), soll neue Hörfunkdirektorin des Norddeutschen Rundfunks (NDR) werden. Darauf haben sich der scheidende NDR-Intendant Lutz Marmor und sein designierter Nachfolger Joachim Knuth, der aktuell NDR-Hörfunkdirektor ist, verständigt und dem Verwaltungsrat des öffentlich-rechtlichen Senders einen entsprechenden Personalvorschlag unterbreitet. Das gab der NDR am 20. September in einer Pressemitteilung bekannt. An diesem Tag kam der Verwaltungsrat zu einer Sitzung zusammen.

Laut dem NDR-Staatsvertrag muss der Verwaltungsrat der Berufung von Direktoren bei der Vier-Länder-Anstalt für Hamburg, Niedersachsen, Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern zustimmen. Über den Personalvorschlag, die 54-jährige Marx zur neuen NDR-Hörfunkdirektorin zu ernennen, will der Verwaltungsrat in seiner nächsten Sitzung am 18. Oktober beraten. Es ist zu erwarten, dass das Gremium die Personalie bestätigen wird. Zum 13. Januar 2020 muss die Leitung der NDR-Hörfunkdirektion neu besetzt werden. An diesem Tag übernimmt der jetzige Hörfunkdirektor Knuth beim NDR das Intendantenamt.

Vom Hessischen Rundfunk kommend

Im Juli war Knuth vom NDR-Rundfunkrat für sechs Jahre zum Nachfolger von Intendant Marmor gewählt worden. Knuth, der seit Anfang Juli auch stellvertretender NDR-Intendant ist, war der einzige Kandidat. Der 60-Jährige war Mitte Juni vom NDR-Verwaltungsrat einstimmig dem Rundfunkrat zur Wahl vorgeschlagen worden (vgl. MK-Meldung). Gemäß dem NDR-Staatsvertrag wird der Intendant „vom Rundfunkrat auf Vorschlag des Verwaltungsrats“ gewählt. Der 65-jährige Marmor gibt das Intendantenamt am 12. Januar nächsten Jahres ab. Er tritt dann nach zwei sechsjährigen Amtsperioden als NDR-Chef in den Ruhestand.

Katja Marx, geboren am 4. Januar 1965, studierte Politikwissenschaft und Slawistik in Tübingen. Anschließend absolvierte sie die Deutsche Journalistenschule in München. Ab dem Jahr 1992 war sie als Hörfunkredakteurin für den damaligen Süddeutschen Rundfunk (SDR) tätig. Für den SDR, der 1998 mit dem Südwestfunk (SWF) zum Südwestrundfunk (SWR) zusammengelegt wurde, berichtete sie aus Stuttgart und Berlin; außerdem war sie Korrespondentin im ARD-Studio Moskau. Im Jahr 1999 wechselte Marx zum Hessischen Rundfunk und übernahm dort beim Hörfunk die Leitung der Nachrichtenredaktion. 2004 wurde sie Chefin des neuen Nachrichten- und Reporterpools beim HR-Hörfunk. Zwei Jahre später übernahm sie zusätzlich die Position als HR-Hörfunkchefredakteurin. 2009 wurde sie dann neben ihrer Funktion als Chefredakteurin auch Leiterin von HR Info, dem Hörfunkinformationsprogramm der Rundfunkanstalt.

Beim Norddeutschen Rundfunk hat der Verwaltungsrat in seiner Sitzung am 20. September der Berufung von Joachim Böskens zum neuen Chef des NDR-Landesfunkhauses Mecklenburg-Vorpommern zugestimmt. Der 52-jährige Journalist übernimmt die Position am 1. Dezember 2019. Er folgt auf Elke Haferburg, die im Alter von dann 63 Jahren in den Ruhestand tritt. Haferburg war im Dezember 2007 Chefin des in Schwerin angesiedelten Landesfunkhauses geworden. Der künftige Landesfunkhauschef Böskens studierte Politikwissenschaft, Psychologie und Öffentliches Recht in Kiel. Er kam 1989 zum NDR, zunächst als freier Mitarbeiter des Hörfunkprogramms NDR 1 Welle Nord (für Schleswig-Holstein). 1992 wurde er Referent des Direktors im Landesfunkhaus Mecklenburg-Vorpommern, später Redakteur der Magazinsendungen von NDR 1 Radio MV.

Neuer Funkhausdirektor in Schwerin

Im Jahr 1994 wechselte Joachim Böskens in die NDR-Sendezentrale nach Hamburg. Er arbeitete dort zunächst als Referent des Hörfunkdirektors Gernot Romann. Von 1997 bis 2000 war Böskens Chef vom Dienst (CvD) beim Radioprogramm NDR 2. Anschließend wurde er Programmdirektor des in Hannover ansässigen Privatsenders Antenne Niedersachsen. 2003 kehrte Böskens als Programmbereichsleiter Hörfunk und Chef von NDR 1 Radio MV in das NDR-Landesfunkhaus Mecklenburg-Vorpommern zurück und wurde dort 2011 dann Chefredakteur (für Hörfunk, Fernsehen und Online) und stellvertretender Funkhausdirektor.

Der NDR-Verwaltungsrat stimmte in seiner Sitzung außerdem der Berufung der neuen dreiköpfigen Chefredaktion der beim NDR angesiedelten Gemeinschaftseinrichtung ARD-aktuell (u.a. „Tagesschau“, „Tagesthemen“) zu. Erster Chefredakteur von ARD-aktuell ist ab dem 1. Oktober Marcus Bornheim vom Bayerischen Rundfunk (BR). Der 45-Jährige folgt Kai Gniffke nach, der seit dem 1. September Intendant des Südwestrundfunks (SWR) ist. Bornheim arbeitet bereits seit April 2017 bei ARD-aktuell als Zweiter Chefredakteur. Neuer Zweiter Chefredakteur und damit Bornheims Nachfolger ist ab Oktober Helge Fuhst vom Westdeutschen Rundfunk (WDR). Der 35-Jährige arbeitete seit 2016 beim Ereignis- und Dokumentationskanal Phoenix, den die ARD zusammen mit dem ZDF betreibt. Er war dort zuletzt seit Anfang 2018 für die ARD-Seite Programmgeschäftsführer.

Bei ARD-Aktuell ist ab Oktober Juliane Leopold Chefredakteurin Digitales. Die 36-jährige ist seit Juli 2018 Redaktionsleiterin von tagesschau.de und wird auch in ihrer neuen Position weiterhin das Online-Angebot der ARD-Nachrichtensendung verantworten. Leopold, die 2014 Gründungs-Chefredakteurin des Medienportals Buzzfeed Deutschland wurde, war ab Januar 2016 bereits als Beraterin für tagesschau.de tätig. Auf das neue Führungstrio bei ARD-aktuell hatten sich die Intendanten des Senderverbunds auf ihrer Tagung Ende Juni verständigt.

Vorsitzwechsel beim NDR‑Verwaltungsrat

In seiner Sitzung wählte der NDR-Verwaltungsrat außerdem eine neue Vorsitzende. Die Betriebswirtin Regina Möller, die aus Hamburg kommt, übernimmt am 1. Oktober die Leitung des zwölfköpfigen Gremiums. Möller arbeitet beim Mineralölkonzern Shell Deutschland. Für die CDU kandidiert sie um einen Sitz in der hamburgischen Bürgerschaft, die am 23. Februar 2020 neu gewählt wird. Im Vorsitz des NDR-Verwaltungsrats löst Möller Ulf Birch ab, der diese Position Anfang Juli 2018 übernahm. Birch war langjähriger Leiter der Presse- und Öffentlichkeitsarbeit beim in Hannover ansässigen Landesbezirk Niedersachsen-Bremen der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (Verdi).

Beim NDR-Verwaltungsrat wechselt der Vorsitz gemäß den rechtlichen Bestimmungen alle 15 Monate zwischen einem Vertreter oder einer Vertreterin der vier NDR-Staatsvertragsländer. Neu gewählt wurde nun auch der stellvertretende Verwaltungsvorsitz. Dieses Amt übernimmt, ebenfalls mit Wirkung zum 1. Oktober, Sigrid Keler (SPD), ehemalige Finanzministerin von Mecklenburg-Vorpommern. Sie folgt der Kieler Rechtsanwältin Karola Schneider nach, die Anfang Juli 2018 stellvertretende Verwaltungsratsvorsitzende wurde.

30.09.2019 – vn/MK

Print-Ausgabe 24/2019

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