Katholischer Medienpreis für ARD/Arte-Film „The Cleaners“

02.08.2019 •

Der Katholische Medienpreis geht in der Kategorie „Elektronische Medien“ (Fernsehen, Radio, Internet) in diesem Jahr an die beiden Filmautoren Hans Block und Moritz Riesewieck. Sie erhalten die Auszeichnung für ihren Dokumentarfilm „The Cleaners“, einer internationalen Kino-Koproduktion, an der auf deutscher Seite die ARD-Sender WDR, NDR und RBB sowie der deutsch-französische Kultursender Arte beteiligt waren. In der Kategorie „Printmedien“ wurde der Preis vergeben an die Journalistin Veronika Wulf für ihren Beitrag „Der fremde Sohn“, der in der „taz“ erschienen ist. Für seine Leitartikel zu den Hochfesten der Kirche geht der Sonderpreis an den Journalisten Heribert Prantl, den früheren Leiter der Ressorts ‘Innenpolitik’ und ‘Meinung’ bei der „Süddeutschen Zeitung“.

Die Preisträger des Katholischen Medienpreises 2019 gab die Deutsche Bischofskonferenz am 30. Juli bekannt. Die Preisverleihung ist am 21. Oktober im Max-Ernst-Museum in Brühl. Überreicht werden die Preise vom Vorsitzenden der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz, Bischof Gebhard Fürst (Rottenburg-Stuttgart). Die Auszeichnungen in den beiden Kategorien sind mit jeweils 5000 Euro dotiert, der Sonderpreis mit 2000 Euro. Mit dem Katholischen Medienpreis werden laut Statut Beiträge ausgezeichnet, die auf das christliche Werteverständnis verweisen, das Verständnis für Menschen fördern und die das humanitäre und soziale Verantwortungsbewusstsein stärken. Der Preis wird von der Deutschen Bischofskonferenz in Zusammenarbeit mit der Gesellschaft Katholischer Publizisten Deutschlands (GKP) und dem Katholischen Medienverband (KM) vergeben.

Löschen im Auftrag von Facebook

In dem 85-minütigen Film „The Cleaners“ geht es um Menschen, die als sogenannte Content-Moderatoren, häufig von den Philippinen aus, für Internet-Konzerne wie Facebook auf deren Online-Plattformen Beiträge sichten und unerwünschtes Material löschen. Sie sollen das Netz, wie es in der Preisbegründung der Jury heißt, „von Hass, Mord, Terror, Krieg, Suiziden und vielem mehr säubern“. Bis zu 25.000 Bilder am Tag sichteten einige der Cleaner, nur drei Fehler pro Monat seien erlaubt. Der Film, so die Jury, lote „den Komplex in seiner ganzen Tiefe und Schwierigkeit aus“.

„The Cleaners“ wurde hierzulande zuerst im Kino gezeigt, bevor er dann im Fernsehen ausgestrahlt wurde. Zuerst lief der Film von Hans Block und Moritz Riesewieck am 28. August 2018 bei Arte (21.50 bis 23.15 Uhr); am 11. September 2018 war er im Ersten Programm der ARD zu sehen (22.45 bis 0.10 Uhr). Die Fernsehsender gaben dem Film den Zusatztitel „Im Schatten der Netzwelt“. Im Oktober 2018 war „The Cleaners“, hergestellt von der Gebrüder Beetz Filmproduktion, beim Prix Europa als beste europäische TV-Dokumentation ausgezeichnet worden (vgl. MK-Artikel).

Veronika Wulf, die Preisträgerin in der Kategorie „Printmedien“, hat für ihren Text „Der fremde Sohn“ im Rahmen einer Langzeitrecherche über viele Monate eine Familie begleitet, die einen minderjährigen syrischen Flüchtling aufgenommen hat. Die Autorin gehe, so die Jury in ihrer Begründung, der Frage nach, was „das Essentielle aller Integrationsbemühungen, was das Wesentliche“ sei, „damit Geflüchtete in unserer Gesellschaft ankommen“. Wulf habe das Thema „mit großem Feingefühl und der Fähigkeit, genau hinzuschauen, herausgearbeitet“. Entstanden sei „eine brillant geschriebene Geschichte“. Erschienen ist der Beitrag in der „taz“-Ausgabe vom 16. Juni 2018.

Feiertage in verständlicher Sprache erklärt

Heribert Prantl, der von Januar 2011 bis Februar 2019 auch Mitglied der Chefredaktion der „Süddeutschen Zeitung“ war, wurde von der Jury für seine Leitartikel zu den Hochfesten der Kirche (wie Weihnachten, Ostern, Pfingsten, Christi Himmelfahrt) der Sonderpreis zugesprochen. Es gebe kaum einen Feiertag, „den er nicht gewürdigt, interpretiert und in verständlicher Sprache erklärt hat“, so die Jury: „Heribert Prantl versteht es – um in der Sprache der Kirche zu bleiben – die Zeichen der Zeit zu erkennen und den Menschen im Hier und Heute christliche Grundanliegen nahezubringen.“

Die Deutsche Bischofskonferenz teilte außerdem mit, dass die Jury zwei undotierte Auszeichnungen („journalistisch wertvoll“) vergeben habe, je eine in den beiden Kategorien „Elektronische Medien“ und „Printmedien“. Die Auszeichnung im ersten Segment erhalten Sandra Weiss und Charlotte Eichhorn für ihren Beitrag „Völkermord im Verborgenen – ein multimediales, interkulturelles Langzeitprojekt“, veröffentlicht im Netz unter anderem auf eichborn-weiss-media.com. In der Kategorie „Printmedien“ geht die Auszeichnung an Sarah Seifen für ihren Beitrag „Und Tschüss?! – Bleiben oder Gehen?“, der in den Kirchenzeitungen der Bistümer Fulda, Limburg und Mainz veröffentlicht wurde und sich mit der Frage befasst, wie Katholiken mit den Skandalen ihrer Kirche umgehen.

Für den Katholischen Medienpreis 2019 waren insgesamt 239 Beiträge eingereicht worden. In der Kategorie „Elektronische Medien“ gab es 146 Einsendungen, darunter 80 Fernseh-, 40 Radio- und 26 Internetbeiträge. Im Segment „Printmedien“ lagen 93 Texte vor. Der Jury gehörten neben ihrem Vorsitzenden Bischof Gebhard Fürst noch fünf weitere Mitglieder an. Dabei handelte es sich um Katja Auer (Teamleiterin der Bayern-Redaktion der „Süddeutschen Zeitung“, München), Albert Herchenbach (früherer Chefredakteur der Familienzeitschrift „Stadtgottes“, Nettetal), Wolfgang Küpper (Leiter der BR-Redaktion ‘Religion und Orientierung’, München), Andreas Kuschbert (Chefredakteur beim „Heinrichsblatt“, Bamberg) und Elvira Steppacher (freie Journalistin und Publizistin, München).

02.08.2019 – vn/MK