Kardinal Marx neuer Vorsitzender der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz

25.09.2021 •

Der Münchner Kardinal Reinhard Marx ist neuer Vorsitzender der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz und damit neuer Medienbischof der katholischen Kirche. Marx wurde am 21. September, seinem 68. Geburtstag, auf der Herbstvollversammlung der Bischofskonferenz in Fulda (20. bis 23. September) gewählt. Reinhard Marx ist seit 2008 Erzbischof von München und Freising und war von 2014 bis 2020 Vorsitzender der Deutschen Bischofskonferenz. In diesem Vorsitzamt folgte ihm Georg Bätzing nach, der seit 2016 Bischof von Limburg ist.

Im Juni 2021 hatte Marx erklärt, er habe im Monat zuvor Papst Franziskus seinen Rücktritt vom Amt als Erzbischof angeboten. In seinem Brief an den Pontifex hieß es unter anderem: „Im Kern geht es für mich darum, Mitverantwortung zu tragen für die Katastrophe des sexuellen Missbrauchs durch Amtsträger der Kirche in den vergangenen Jahrzehnten.“ Papst Franziskus nahm das Rücktrittsgesuch von Marx jedoch nicht an und forderte ihn auf, im Amt zu bleiben.

Ideen für die kirchliche Medienarbeit

Als neuer Vorsitzender der Publizistischen Kommission folgt Reinhard Marx nun auf Gebhard Fürst, Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Fürst, 72, gab den Vorsitz der Kommission und damit das Amt als Medienbischof nach insgesamt 15 Jahren ab. Am 15. September teilte das Bistum Rottenburg-Stuttgart auf seiner Internet-Seite mit, dass Fürst die Position „aus Altergründen“ abgebe. Kardinal Marx ist nun als neuer Medienbischof, wie die Katholische Nachrichten-Agentur (KNA) berichtete, beispielsweise damit beauftragt, Ideen für die kirchliche Medienarbeit zu entwickeln. Auch Fragen der Medienbildung junger Menschen fallen in seinen Aufgabenbereich.

Gebhard Fürst, geboren am 2. Dezember 1948, ist seit dem Jahr 2000 Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart. Im September 2006 wurde er von der Herbstvollversammlung der Bischöfe zum Vorsitzenden der Publizistischen Kommission gewählt. Er wurde seinerzeit Nachfolger von Friedrich Ostermann, damaliger Weihbischof in Münster. Die Publizistische Kommission hatte in Fürsts Amtszeit sechs Mitglieder, wobei seit 2019 das stellvertretende Vorsitzamt vakant war, nachdem Konrad Zdarsa in dem Jahr altersbedingt sein Amt als Bischof von Augsburg abgab und in der Folge aus der Publizistischen Kommission ausschied.

Neben dem bisherigen Vorsitzenden Fürst gehörten der Kommission zuletzt noch Ulrich Neymeyr, Bischof von Erfurt, Robert Brahm, Weihbischof in Trier, Dominikus Schwaderlapp, Weihbischof in Köln, und Rupert Graf zu Stolberg, Weihbischof in München und Freising, an. Mit der Übernahme des Vorsitzamts durch Kardinal Marx ändert sich die Zusammensetzung der Publizistischen Kommission, die künftig drei Mitglieder hat. Dabei handelt es sich neben Kardinal Marx noch um die beiden Bischöfe Neymeyr und Brahm. Neymeyr hat den stellvertretenden Kommissionsvorsitz übernommen.

Katholisches Medienhaus in Bonn

In die Zeit, in der Gebhard Fürst als Medienbischof amtierte, fiel beispielsweise die von ihm forcierte Gründung des Katholischen Medienhauses in Bonn, in dem mehrere Medienunternehmen angesiedelt sind, darunter die KNA, das Online-Portal katholisch.de sowie die Online-Plattform filmdienst.de und die „Medienkorrespondenz“. Fürst, der als Vorsitzender auch den Medienhaus-Aufsichtsrat leitet, ist darüber hinaus Juryvorsitzender des Katholischen Medienpreises.

Bischof Gebhard Fürst zeigte sich zuletzt besorgt über die zunehmenden Einschränkungen der weltweiten Pressefreiheit. Die Arbeitsbedingungen von Journalisten hätten „sich in den vergangenen Jahren durch die zahlreichen Krisenherde und Kriegsgebiete auf Erden dramatisch verschlechtert“, erklärte Fürst: „Eine steigende Zahl von Staaten versucht, die Pressefreiheit einzuschränken und die freie und unabhängige Berichterstattung kann nicht gewährleistet werden.“ Fürst äußerte sich anlässlich des „Welttags der sozialen Kommunikationsmittel“, den die katholische Kirche in Deutschland am 12. September beging („Mediensonntag“). In den vergangenen Jahren hob Fürst die gesellschaftliche Bedeutung von Qualitätsjournalismus regelmäßig hervor und rief die Verantwortlichen in den Medien auch dazu auf, mit vereinten Kräften daran zu arbeiten, Fake News keinen Platz zu lassen (vgl. diese MK-Meldung und diese MK-Meldung). Gerade in Zeiten der Corona-Pandemie habe sich gezeigt, wie bedeutsam qualitätsvoller Journalismus für die Gesellschaft sei, sagte Fürst im November 2020 (vgl. diese MK-Meldung).

25.09.2021 – vn/MK

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