Internet-Seite zu barrierefreien Medienangeboten gestartet

06.12.2020 •

Die öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalten und die Landesmedienanstalten, die den Privatfunk beaufsichtigen, haben im Internet eine Seite mit Informationen zu barrierefreien Medienangeboten gestartet. Dabei handelt es sich um die „Zentrale Anlaufstelle für Barrierefreie Angebote“, kurz: ZABA. Seit dem 24. November ist die Internet-Seite unter der Adresse www.barrierefreie-medien.info verfügbar. Über die neue Seite können Bürger nun, wenn sie etwas zu den barrierefreien Angeboten wissen möchten, Fragen direkt an den betreffenden öffentlich-rechtlichen oder privaten Radio- bzw. Fernsehanbieter senden. Gleiches gilt für die Meldung von Barrieren bei Medienangeboten.

Als barrierefreie Angebote im Medienbereich werden im Wesentlichen Gebärdenspracheinblendungen, Audiodeskription, Untertitel und Texte in leichter Sprache verstanden. Unter der Federführung des ZDF und der Bremischen Landesmedienanstalt (Brema) wurde die neue Internet-Seite konzipiert, die von den Landesmedienanstalten gehostet und verantwortet wird. Mit der Einrichtung der ZABA im Netz erfüllen die Landesmedienanstalten und die öffentlich-rechtlichen Sender (ARD, ZDF, Deutschlandradio wie auch der Auslandsrundfunk Deutsche Welle) eine Vorgabe der 2018 überarbeiteten ‘EU-Richtline für audiovisuelle Mediendienste’ (AVMD).

Eine Vorgabe der AVMD-Richtlinie

In die Richtlinie wurde damals in deren Artikel 7 folgende Vorschrift eingefügt: „Jeder Mitgliedstaat legt eine einzige, auch für Menschen mit Behinderungen leicht zugängliche und öffentlich verfügbare Online-Anlaufstelle fest, über die Informationen bereitgestellt und Beschwerden entgegengenommen werden, die die in diesem Artikel genannten Fragen der Barrierefreiheit betreffen.“ Die novellierte AVMD-Richtlinie war vom EU-Parlament und dem Rat, in dem die EU-Mitgliedstaaten vertreten sind, im Herbst 2018 verabschiedet worden (vgl. diese MK-Meldung und diese MK-Meldung). Die Rundfunkkommission der Bundesländer hatte im Mai 2020 einen Beschluss gefasst, mit dem ARD, ZDF, Deutschlandradio, Deutsche Welle und die Landesmedienanstalten gebeten wurden, sich über die Gründung und den Betrieb einer gemeinsamen Stelle für barrierefreie Angebote zu verständigen, die sich auf alle öffentlich-rechtlichen und privaten Rundfunkanbieter bezieht.

Wolfgang Kreißig, Vorsitzender der Direktorenkonferenz der Landesmedienanstalten (DLM) und Präsident der Landesanstalt für Kommunikation Baden-Württemberg (LfK), verwies darauf, dass in der Arbeit der Medienanstalten die Barrierefreiheit von Medienangeboten schon länger einen festen Platz habe. Mit der ZABA gebe es nun ein Instrument, um dieser Aufgabe in Deutschland noch besser nachzukommen. Brema-Direktorin Cornelia Holsten, die im Direktorenkreis für das Thema Barrierefreiheit zuständig ist, sieht in der Barrierefreiheit von Medien einen „entscheidenden Faktor für die Teilhabe am gesellschaftlichen Leben“. Die ZABA sei „ein wichtiger Baustein auf dem Weg zu mehr Barrierefreiheit“.

Die beim ZDF für Fragen zur Barrierefreiheit zuständige Mitarbeiterin Nicola Foltys erklärte, der Sender habe im Jahr 2020 vor allem die Angebote mit Gebärdensprache deutlich ausgebaut. Die ZABA sei nun für die Bürger eine weitere Möglichkeit, mit dem ZDF in Kontakt zu treten. Auch Eva-Maria Michel, WDR-Justitiarin und Vorsitzende der Juristischen Kommission der ARD, wies anlässlich des ZABA-Starts darauf hin, dass die ARD „große Fortschritte“ in Sachen Barrierefreiheit gemacht habe. Inzwischen würden von der ARD „schon viele Inhalte mit Untertiteln, Audiodeskription, in Gebärdensprache und in leichter Sprache“ angeboten, so Michel: „Wir haben aber auch noch viel Arbeit vor uns. Die ZABA kann ein wichtiges Instrument auf dem Weg zu noch mehr Barrierefreiheit werden.“

06.12.2020 – vn/MK

Print-Ausgabe 1/2021

Inhalt

Abonnement

Jetzt abonnieren
` `