Direktorenstelle bei der Niedersächsischen Landesmedienanstalt öffentlich ausgeschrieben

03.01.2020 •

Die Niedersächsische Landesmedienanstalt (NLM) hat die Anfang August 2020 bei der Aufsichtsbehörde neu zu besetzende Direktorenposition öffentlich ausgeschrieben. Dies geschah am 5. Dezember 2019 auf der Internet-Seite der Medienanstalt und in mehreren Online-Stellenportalen (u.a. stellenmarkt.faz.net, stepstone.de und beck-stellenmarkt.de). Ende Juli 2020 gibt der derzeitige NLM-Direktor Andreas Fischer das Amt ab und tritt im Alter von dann 64 Jahren in den Ruhestand. Im Jahr 2010 hatte der Jurist die Leitung der in Hannover ansässigen NLM übernommen, deren stellvertretender Direktor er zuvor gewesen war. 2015 war Fischer für eine zweite fünfjährige Amtsperiode wiedergewählt worden (vgl. FK-Heft Nr. 19/10 und MK-Meldung).

Gewählt wird der Direktor der Medienanstalt von der 38-köpfigen NLM-Versammlung, der Vertreter aus Politik, Wirtschaft, Gesellschaft, Kultur und dem Kirchenbereich angehören. Das niedersächsische Landesmediengesetz schreibt vor, dass die Direktorenstelle bei einer Neubesetzung öffentlich ausgeschrieben werden muss. Bis zum 13. Januar 2020 läuft nun die Bewerbungsfrist. Die NLM-Versammlung hatte im September beschlossen, eine Findungskommission einzurichten, die sich aus dem sechsköpfigen Versammlungsvorstand und vier weiteren Mitgliedern der Versammlung zusammensetzt.

Unterstützt von Kienbaum-Personalberatern

Außerdem vereinbarte die NLM-Versammlung, für die Durchführung des Ausschreibungsverfahrens eine Personalberatungsfirma einzuschalten (vgl. MK-Meldung). Angebote von drei Unternehmen wurden in der Folge eingeholt; den Zuschlag erhielt die Kienbaum Executive Consultants GmbH (Büro Hannover). An Kienbaum müssen Interessenten nun ihre Bewerbung richten. Bereits im Jahr 2010, als bei der NLM zuletzt die Direktorenposition neu besetzt werden musste, hatte die Versammlung der Medienbehörde beschlossen, Personalberater hinzuzuziehen. Ausgewählt worden war damals ebenfalls das Hannoveraner Büro von Kienbaum. Die NLM war damals die erste der 14 deutschen Landesmedienanstalten, die für die Direktorensuche Personalberater engagierte (vgl. FK-Meldung).

Für die Leitung der NLM ab August 2020 wird nun der Ausschreibung zufolge eine „fachlich und menschlich überdurchschnittlich qualifizierte Persönlichkeit“ gesucht. Es handle sich um eine „anspruchsvolle Leitungsaufgabe“, die „ausgewiesene Vorkenntnisse“ erfordere, so heißt es weiter: „Juristische Kenntnisse sind von Vorteil, unerlässlich sind fundierte Kenntnisse in der Medienpolitik und praktische Erfahrungen im Medienrecht.“ Gesucht werde eine „erfahrene Führungskraft“, die über die Fähigkeit verfüge, „die Herausforderungen des Übergangs von den traditionellen Massenmedien hin zur internetbasierten Konvergenz von Massen- und Individualkommunikation zu analysieren und an der Gestaltung geeigneter Rahmenbedingungen mitzuwirken“.

Die Direktorenstelle bei der NLM wird laut der Stellenausschreibung „in Anlehnung an die Besoldungsgruppe B6“ vergütet. Das Grundgehalt dieser Besoldungsgruppe beläuft sich in Niedersachsen auf aktuell rund 9600 Euro pro Monat. Die Bezahlung liegt damit auf dem Niveau, das auch Direktoren anderer Medienanstalten mittlerer Größe erhalten. Die NLM ist die Aufsichtsbehörde unter anderem für mehrere Fernsehsender der RTL-Gruppe, darunter das Hauptprogramm RTL Television. Darüber hinaus ist die Medienanstalt aufsichtsmäßig zuständig für die landesweiten Privatsender Radio FFN, Radio 21 und Antenne Niedersachsen sowie für mehrere Bürgerrundfunkstationen. Das Budget der Medienanstalt, für die rund 30 Mitarbeiter tätig sind, beläuft sich auf rund 10 Mio Euro pro Jahr.

03.01.2020 – vn/MK