Deutschlandradio: Konkurrent für niemanden

15.04.1994 •

Die Rahmenbedingungen für die Programmgestaltung des Deutschlandradios seien ideal, weil der Sender weder mit kommerziellen Radioanbietern noch mit den aus der Werbung mitfinanzierten öffentlich-rechtlichen Anstalten konkurrieren müsse, sagte ZDF-Intendant Dieter Stolte am 12. April in Köln und in Berlin auf getrennten Veranstaltungen vor den Mitarbeitern der jeweiligen Funkhäuser anlässlich der Einführung von Ernst Elitz als neuem Deutschlandradio-Intendanten. Die beiden bundesdeutschen Vorgängeranstalten Deutschlandfunk (DLF) und RIAS Berlin seien nach dem Berliner Mauerbau, auf dem Höhepunkt der Teilung Deutschlands, entstanden, das Deutschlandradio dagegen dann, als die Berliner Mauer fiel. „Aus dem Freiheits- und Wiedervereinigungssender muss nun ein Integrationssender werden“, forderte Stolte. Den neuen Intendanten Ernst Elitz bezeichnete Stolte als „eine allseits anerkannte, journalistische Persönlichkeit, in die die Gremien das Vertrauen setzten, die großen Chancen des nationalen Hörfunks im wiedervereinigten, föderalen Deutschland für das Zusammenfinden der Menschen in Ost und West engagiert wahrzunehmen“.

„Das Deutschlandradio als nationaler Hörfunk mit zwei Sendern ist eine Innovation auf dem Felde des Hörfunks, vermutlich die letzte Innovation, die letzte öffentlich-rechtliche Neugründung. Insofern leisten wir Pionierarbeit“, betonte Ernst Elitz. Gerade Deutschlandradio Berlin müsse sich eine Programmkonzeption geben, die das Gewicht der einzelnen Länder und Regionen im föderalen System widerspiegele. Mit der Einführung von Ernst Elitz gab Dieter Stolte sein Amt als Interimsintendant des Doppelsenders ab (vgl. diese FK-Meldung).

• Text aus Heft Nr. 15/1994 der Funkkorrespondenz (heute: Medienkorrespondenz)

15.04.1994 – FK

Print-Ausgabe 1/2021

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