Deutsche Welle eröffnet in Beirut Korrespondentenbüro

07.11.2019 •

Die Deutsche Welle (DW) hat in Beirut ein neues Korrespondentenbüro eröffnet. Das Büro, das am 12. Oktober in der Hauptstadt des Libanon in Betrieb genommen worden sei, diene als Basis für die Berichterstattung aus dem Nahen Osten und für die Aktivitäten der DW-Akademie in der Region, teilte die Deutsche Welle am 14. Oktober mit. Mit der DW-Akademie verfolgt die Auslandsrundfunkanstalt unter anderem das Ziel, die Medienfreiheit in Entwicklungsländern zu verbessern, indem sie dortige Medienschaffende aus- und fortbildet. Bei der Eröffnung des Beiruter Büros sagte DW-Programmdirektorin Gerda Meuer laut Sendermitteilung, mittels eigener Korrespondentenbüros sei die Deutsche Welle in der Lage, mit lokaler Expertise „einen stärkeren Bezug zur Realität der Menschen zu schaffen“, für die man die Programme mache.

Ausschlaggebend dafür, in Beirut ein Korrespondentenbüro für den Nahen Osten zu errichten, sei gewesen, dass im Libanon die Pressefreiheit gesetzlich verankert sei, erklärte Meuer weiter. Beirut entwickle sich zum Mittelpunkt eines Netzwerks engagierter Partnerorganisationen und lokaler Experten. Anlässlich der Eröffnung des DW-Büros in Beirut sagte der libanesische Informationsminister Jamal Jarrah nach Angaben der Deutschen Welle, internationale Medien leisteten durch ihre Präsenz im Libanon einen Beitrag zur Entwicklung der Medienlandschaft und trügen im Ausland zu einem besseren Verständnis für die Situation seines Landes bei.

Ausbau des Korrespondentennetzes

Leiter des Deutsche-Welle-Büros in Beirut ist der Journalist Bassel Aridi. Er begann seine berufliche Laufbahn vor 20 Jahren als Reporter für libanesische Zeitungen; später war er für verschiedene Fernsehsender und für den arabischen Dienst der BBC tätig. Bevor Aridi nun die Büroleitung für die Deutsche Welle in Beirut übernahm, war er zehn Jahre lang Korrespondent für Al Jadeed TV, einen in der libanesischen Metropole ansässigen DW-Partnersender. Im Beiruter DW-Büro arbeiten außerdem noch Razan Salman und Mona Naggar. Salman ist studierte Politikerwissenschaftlerin. Sie war zuvor als Reporterin für den arabischen Dienst der BBC im Libanon im Einsatz, bevor sie zur Deutschen Welle wechselte. Naggar ist seit 2008 von Beirut als freie Journalistin und Medientrainerin tätig, vor allem für die Deutsche Welle. Die Deutschsyrerin verantwortet künftig die auf die Region bezogenen Projekte der DW-Akademie.

Die Deutsche Welle hat in den vergangenen Jahren unter der Leitung von Intendant Peter Limbourg die Zahl ihrer internationalen Korrespondentenbüros und -plätze deutlich ausgebaut. Allein seit Anfang 2018 eröffnete die DW mehrere Korrespondentenbüros, beispielsweise in Istanbul (Januar 2018), Bogotá (Februar 2018), Taipeh (Oktober 2018) und Kapstadt (März 2019). Mit Korrespondentenbüros bzw. -plätzen ist der deutsche Auslandssender nach eigenen Angaben außerdem vertreten in London, Athen, Warschau, Belgrad, Riga, Kiew, Jerusalem, Neu-Delhi, Bangkok, Manila, Singapur, Lagos, Nairobi, Harare und Abuja. Hinzu kommen noch drei Studios, die in Washington, Brüssel und Moskau angesiedelt sind. Die Deutsche Welle produziert redaktionelle Inhalte für Fernsehen, Hörfunk und Internet in insgesamt 30 Sprachen.

Deutlich verbesserte Finanzausstattung

Ihr Korrespondentennetz hat die Deutsche Welle ausgeweitet, um – wie es in ihrer Aufgabenplanung bis zum Jahr 2021 heißt – „näher an der Zielgruppe zu sein und damit die Qualität und Authentizität regionalisierter Inhalte zu steigern“. In „strategisch besonders bedeutsamen Ländern“ will die DW „sukzessive die Produktion vor Ort“ ausbauen. Bei der iranischen Regierung hat die Deutsche Welle beantragt, ein Korrespondentenbüro in Teheran aufbauen zu können. Außerdem gebe es konkrete Überlegungen in der indonesischen Hauptstadt Jakarta ein weiteres Büro zu eröffnen, erklärte Sendersprecher Christoph Jumpelt auf MK-Nachfrage.

Der Ausbau des DW-Korrespondentennetzes in den vergangenen Jahren wurde möglich, weil der Bund, der die Deutsche Welle aus Steuergeldern finanziert, deutlich mehr Geld bewilligt hat. Im Jahr 2013, in dem Peter Limbourg das Intendantenamt bei der Deutschen Welle übernahm, erhielt der Auslandssender aus dem Etat des damaligen Kultur- und Medienstaatsministers Bernd Neumann (CDU) 277 Mio Euro. Bis 2019 stieg das Budget, das aus dem Etat von Neumanns Nachfolgerin Monika Grütters kommt, auf 350 Mio Euro (jeweils ohne Projektgelder, die die DW noch zusätzlich aus weiteren Bundesministerien erhält). Im kommenden Jahr will Staatsministerin Grütters aus ihrem Etat der Deutschen Welle insgesamt 365 Mio Euro bereitstellen. So sieht es der Entwurf für den Bundeshaushalt 2020 vor, der zur Zeit im Deutschen Bundestag beraten wird und am 29. November verabschiedet werden soll.

07.11.2019 – vn/MK