Deutsche Welle: DW-Akademie wieder eine eigene Direktion

28.06.2020 •

Bei der Deutschen Welle (DW) hat die DW-Akademie wieder den Status einer Direktion erhalten. Seit dem 1. Juni steht Carsten von Nahmen, der bisherige Leiter der DW-Akademie, als Direktor an der Spitze der Einrichtung, deren zentrale Aufgabe es ist, mit ihren Angeboten zur Verbesserung der Medienfreiheit in Entwicklungsländern beizutragen. Dazu ist sie vor Ort in der Aus- und Fortbildung von Medienschaffenden tätig. Ziel der DW-Akademie ist es laut Eigenbeschreibung, auf internationaler Ebene gemeinsam mit Partnern vielfältige und unabhängige Mediensysteme aufzubauen. Aktuell verfolgt die DW-Akademie Projekte in rund 50 Ländern. Bis zum Jahr 2018 war die Akademie innerhalb der Deutschen Welle bereits in einer Direktion zusammengefasst.

Dass es sich so verhält, dass die DW-Akademie nun ihren Status als eigene Direktion zurückbekommt, wurde von dem Auslandssender in einer am 29. Mai verschickten Pressemitteilung nicht erwähnt. Die organisatorische (Wieder-)Aufwertung der Akademie begründete Deutsche-Welle-Intendant Peter Limbourg mit der Leistung von Carsten von Nahmen und seinem Team. Ihnen sei es gelungen, das Budget für Projekte im vergangenen Jahr von 31,6 Mio auf 42,4 Mio Euro zu steigern. Das Geld stammt zum überwiegenden Teil vom Bundesentwicklungshilfeministerium, das seit langem die Arbeit der DW-Akademie finanziert. Mit der Ernennung von Carsten von Nahmen zum Direktor der DW-Akademie wolle Limbourg dessen Arbeit würdigen, hieß es weiter.

Budget für Projekte gestiegen

Intendant Limbourg hatte von Nahmen im Frühjahr 2018 zum Leiter der DW-Akademie berufen. Er übernahm die Position dann Anfang September 2018. Carsten von Nahmen folgte damals auf Christian Gramsch, der ab 2014 die DW-Akademie als Direktor geleitet und im Mai 2018 die Auslandsrundfunkanstalt überraschend verlassen hatte. Im Zuge der Entscheidung, von Nahmen zum neuen Chef der DW-Akademie zu berufen, hatte die Geschäftsleitung der Deutschen Welle mit Limbourg an der Spitze entschieden, die Einrichtung „neu zu organisieren und stärker in die Deutsche Welle zu integrieren“. Von Nahmen wurde als Leiter der DW-Akademie direkt Limbourg unterstellt – was zur Folge hatte, dass die DW-Akademie ihren Status als Direktion verlor.

Carsten von Nahmen begrüßte nun die Entscheidung zum Statuswechsel der DW-Akademie. Dadurch sehe man sich darin bestärkt, dass die Akademie als Teil der Deutschen Welle „einen wichtigen Beitrag zur Stärkung der Medien- und Meinungsfreiheit“ leiste und „auch im internationalen Kontext als zentraler Akteur im Bereich Medienentwicklung wahrgenommen“ werde. Intendant Limbourg verwies darauf, die Themen der DW-Akademie seien extrem relevant für Deutschland und für die Zielregionen, in denen man tätig sei. Es gehe außerdem um Synergien zwischen Deutscher Welle und DW-Akademie, was wichtig sei, „um gemeinsam schneller, besser und erfolgreicher zu arbeiten“, so Limbourg. Vorangetrieben werden solle „eine starke gemeinsame Profilierung und ein Wissensaustausch in beide Richtungen“.

Carsten von Nahmen, geboren am 30. November 1969, studierte Journalistik und Geschichte in Dortmund. Während seines Studiums arbeitete er bereits als Reporter für den Hörfunk der Deutschen Welle. Von Januar 1999 bis Dezember 2000 war von Nahmen politischer Korrespondent für den DW-Hörfunk. Anschließend wechselte er als Redakteur zur Tageszeitung „Die Welt“ (Springer), um im Juli 2002 zur Deutschen Welle zurückzukehren. Bei der Auslandsrundfunkanstalt war er dann in der Fernsehabteilung Redakteur für das damalige Fensterprogramm für Afghanistan. Anfang 2004 wurde von Nahmen stellvertretender Leiter des DW-Trainingszentrums für den Fernsehbereich, bevor er im Juli 2005 zur DW-Akademie kam. Er war dort zunächst Leiter des Bereichs Nahost/Nordafrika, dann des Bereichs Europa/Zentralasien. Später verantwortete er die Projektentwicklung und ab Januar 2011 die in Afrika stattfindenden Aktivitäten der DW-Akademie.

Chefredaktion erweitert

Anfang 2013 wurde Carsten von Nahmen bei der DW-Akademie stellvertretender Direktor und Chef der Abteilung Medienentwicklung, bevor er knapp anderthalb Jahre später in den Journalismus zurückkehrte. Er übernahm bei der Deutschen Welle Anfang April 2014 die Leitung der damals neu konzipierten Nachrichtenredaktion, die in englischer und deutscher Sprache multimediale Inhalte produziert. Im Februar 2017 wechselte von Nahmen als Korrespondent ins DW-Studio Washington, bevor er im September 2018 Leiter der DW-Akademie wurde.

Bei der Deutschen Welle hat es darüber hinaus noch eine weitere organisatorische Änderung gegeben. Sie betrifft die Chefredaktion des Auslandssenders. Manuela Kasper-Claridge, die Anfang Mai Ines Pohl als DW-Chefredakteurin nachfolgte (vgl. MK-Meldung), entschied, fünf DW-Journalisten zu Mitgliedern der Chefredaktion zu berufen. Dabei handelt es sich, wie die Deutsche Welle am 4. Juni mitteilte, um Erkan Arikan, Jaafar Abdul Karim, Chiponda Chimbelu, Sandra Petersmann und Kristin Zeier. Sie sollen Kasper-Claridge vor allem im Bereich der Digitalisierung der journalistischen Angebote beraten.

Erkan Arikan, 51, leitet die Türkisch-Redaktion der Deutschen Welle. Jaafar Abdul Karim, 38, ist Leiter und Moderator der Sendung „Jaafar Talk“, die von der Deutschen Welle seit Ende Juli 2019 wöchentlich in arabischer Sprache ausgestrahlt wird. Chiponda Chimbelu, Jg. 1982, arbeitet für den Auslandssender als Wirtschaftsjournalist unter anderem mit dem Schwerpunkt Afrika. Sandra Petersmann, 48, ist Chefin des DW-Teams ‘Recherche & Investigation’. Kristin Zeier, 46, leitet bei dem Sender das Channel-Management-Team und verantwortet die DW-Nachrichtenseite im Internet in deutscher und englischer Sprache.

28.06.2020 – vn/MK

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