Das RBB-Kommunikationsteam für den ARD‑Vorsitz ab 2022

16.12.2021 •

Am 1. Januar 2022 übernimmt der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) den ARD-Vorsitz vom Westdeutschen Rundfunk (WDR). Das bedeutet, dass zu diesem Zeitpunkt auch die ARD-Kommunikation personell neu aufgestellt wird. Ulrike Simon und Justus Demmer vom RBB übernehmen dann mit Beginn des nächsten Jahres die ARD-Kommunikation bezüglich Presseangelegenheiten. Ulrike Simon habe dabei „ihren Arbeitsschwerpunkt in der Medienpolitik und der strategischen Kommunikation“, teilte dazu der RBB auf MK-Nachfrage mit. Die Zuständigkeit von Justus Demmer liege vor allem „bei der Pressearbeit und der Koordination des Presse- und Social-Teams“. Simon und Demmer übernehmen die Aufgaben in der Leitung der ARD-Kommunikation von Birand Bingül (WDR). Bingül, 47, wechselt zum 1. Februar 2022 vom WDR zur Kommunikationsagentur Fischer Appelt, für die er an deren Standort Köln dann als ‘Director Strategy’ arbeiten wird.

Ab Januar 2022 wird der RBB den ARD-Vorsitz zwei Jahre lang innehaben; ARD-Vorsitzende ist in diesem Zeitraum RBB-Intendantin Patricia Schlesinger; sie folgt damit auf WDR-Intendant Tom Buhrow, der diese Position Anfang 2020 übernahm. Ulrike Simon, 53, wechselte im August 2021 zum RBB in die Intendanz, nachdem sie zuvor viele Jahre als Medienfachjournalistin gearbeitet hatte, zuletzt für das Branchenblatt „Horizont“. Beim RBB ist sie seitdem in Zusammenarbeit mit Demmer bereits, für „Fragen der Medienpolitik und der damit verbundenen, strategischen Kommunikation“, wie der RBB in einer Pressemitteilung im Mai 2021 bekannt gegeben hatte. Justus Demmer, 56, ist seit November 2010 RBB-Unternehmenssprecher; zuvor war er Pressesprecher der Nachrichtenagentur dpa.

ARD künftig mit drei Pressesprecherinnen

Wenn Demmer künftig als Leiter der ARD-Kommunikation tätig ist, übernimmt Stefanie Tannert aus dem RBB-Presseteam die Aufgabe der Unternehmenssprecherin des Rundfunks Berlin-Brandenburg. Zur ARD-Kommunikation gehört außerdem noch der Marketing-Bereich. Die sogenannte Marketing-Runde der ARD, die sich aus den Pressesprechern und Marketing-Chefs der neun ARD-Landesrundfunkanstalten zusammensetzt, leitet ab Januar 2022 RBB-Marketingchefin Pia Stein, 56. Bis Ende 2021 ist noch WDR-Marketing-Chef Jürgen Heuser Leiter dieser Runde.

Mit der Übernahme des ARD-Vorsitzes durch den RBB gibt es dann ab Januar 2022 drei gleichberechtigte ARD-Pressesprecherinnen. Dabei handelt es sich, wie der RBB gegenüber der MK erklärte, um Andrea Barthélémy, Sabine Müller und Anna-Mareike Krause. Barthélémy ist seit Juni 2021 beim RBB Redakteurin. Im Jahr 2020 war sie als Lehrerin tätig und zuvor ab 1994 als dpa-Redakteurin. Sabine Müller arbeitete zuletzt als Journalistin für den RBB. Krause leitet ab Januar 2022 auch, wie der RBB weiter erklärte, „das Social-Media-Team in der Vorsitzkommunikation“. Sie wurde beim RBB 2018 Chefin des Social-Media-Teams; davor war sie ab 2011 bei ARD-aktuell in Hamburg (u.a. „Tagesschau“, „Tagesthemen“) und dort für knapp drei Jahre auch Teamleiterin Social Media. Barthélémy, Müller und Krause werden dann Anfang 2022 Svenja Siegert und Gabriele Müller ablösen, die beiden ARD-Sprecherinnen vom WDR.

Die ARD-Kommunikationsabteilung beim RBB wird insgesamt aus elf Redakteurinnen und Redakteuren bestehen, die dem Sender zufolge dann „sieben Tage die Woche alle ARD-Kommunikationskanäle“ abdecken würden. Die inhaltlichen Schwerpunkte für die Zeit des ARD-Vorsitzes und damit auch die der Kommunikationsarbeit werde RBB-Intendantin Patricia Schlesinger Anfang 2022 vorstellen. Externe Kommunikationsberater als Unterstützung für die Zeit des ARD-Vorsitzes hat der RBB nach eigenen Angaben bisher nicht eingebunden. Dies sei nach dem bisherigen Stand der Dinge auch nicht geplant, hieß es dazu.

Der WDR hatte für die Zeit seines ARD-Vorsitzes den PR-Berater Andreas Fünfgeld (Media 5 GmbH) hinzugezogen, der wiederum als Partner den Kommunikationsberater Wolfram Winter mit ins Boot holte. Beide sollten aber nicht nur bei Themen des Senderverbundes, sondern auch bei WDR-Angelegenheiten Unterstützung liefern (vgl. MK-Meldung). Dieser Beratervertrag wurde vom WDR nach einer europaweiten Ausschreibung vergeben, in der das Honorar für die Beratung auf insgesamt 580.000 Euro für die Jahre 2020 und 2021 angegeben wurde. Aufgabe der Berater war unter anderem die „strategische Beratung und operative Unterstützung“ für den ARD-Vorsitz in den Jahren 2020 und 2021 und die „Beratung des WDR, des Intendanten und der Geschäftsleitung in Krisenfällen“. Der Beratervertrag mit Media 5 wurde vom WDR mit der Option auf eine Verlängerung um ein weiteres Jahr abgeschlossen. Derzeit finden nach MK‑Informationen Gespräche zwischen den Beteiligten darüber statt, ob der Vertrag verlängert wird.

16.12.2021 – Volker Nünning/MK

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