Christine Strobl hat Amt als ARD‑Programmdirektorin angetreten

07.05.2021 •

Christine Strobl hat am 1. Mai die Position als ARD-Programmdirektorin übernommen. An der Spitze der ARD-Programmdirektion, die beim Bayerischen Rundfunk (BR) in München angesiedelt ist, steht damit erstmals eine Frau. Strobl war zuvor (ab 2012) Geschäftsführerin der ARD-Filmgesellschaft Degeto. Im ARD-Programmdirektorenamt folgte die 49-jährige Juristin nun Volker Herres nach, der für die ARD künftig noch beratend tätig ist und auch weiterhin den sonntäglichen ARD-„Presseclub“ moderiert (im Wechsel mit Jörg Schönenborn und Ellen Ehni, beide WDR). Herres, der im Juli 64 Jahre alt wird, war zwölfeinhalb Jahre ARD-Programmdirektor. Er hatte das Amt Anfang November 2008 in der Nachfolge von Günter Struve übernommen, der ab Mai 1992 und damit fünfzehneinhalb Jahre Programmdirektor Erstes Deutsches Fernsehen gewesen war.

Im September 2020 hatten die ARD-Intendanten beschlossen, dass Christine Strobl neue Programmdirektorin des Senderverbunds wird (vgl. MK-Meldung). Sie verantwortet in dieser Position nun das Erste Deutsche Fernsehen (Das Erste) und die ARD-Mediathek. Außerdem ist sie Vorsitzende der neuen ARD-Videoprogrammkonferenz, die für die linearen und non-linearen gemeinschaftlichen Videoangebote des Senderverbunds zuständig ist und die frühere Fernsehprogrammkonferenz ersetzte. Eines ihrer Ziele sei, erklärte Strobl im Interview mit dpa, die ARD-Mediathek zu stärken: Die Mediathek müsse „genauso gleichberechtigt in unserem Blick sein […] wie das Erste Deutsche Fernsehen, um dem öffentlich-rechtlichen Auftrag, wirklich alle zu erreichen, auch gerecht werden zu können“.

HR-Intendant Krupp tritt 2022 in den Ruhestand

Christine Strobl, die der CDU angehört, ist die älteste Tochter von Bundestagspräsident Wolfgang Schäuble (CDU). Verheiratet ist sie mit dem CDU-Politiker Thomas Strobl, der seit 2016 baden-württembergischer Innenminister in der Regierung von Grünen und CDU unter Ministerpräsident Wilfried Kretschmann (Grüne) ist. Strobl begann ihre berufliche Laufbahn – nach dem Jura-Studium – 1999 beim Südwestrundfunk (SWR) als Trainee. Anschließend war sie freie Mitarbeiterin beim Radiosender SWR 4 Baden-Württemberg; später wurde sie fest angestellte Referentin in der Intendanz des SWR, bei dem sie 2007 Chefin der Abteilung ‘Kinder- und Familienprogramm’ wurde. 2011 übernahm sie die Leitung der SWR-Hauptabteilung ‘Film- und Familienprogramm’. Rund ein Jahr später wechselte Christine Strobl als Geschäftsführerin zur Degeto. Ihr Nachfolger dort ist nun Thomas Schreiber, 61. Er leitete zuvor beim Norddeutschen Rundfunk (NDR) ab 2007 den Programmbereich ‘Fiktion und Unterhaltung’. Die Degeto ist beim Hessischen Rundfunk (HR) in Frankfurt angesiedelt.

Beim HR gibt es Anfang März 2022 einen Wechsel im Intendantenamt. Manfred Krupp, 65, erklärte Ende April, er trete wie geplant Ende Februar nächsten Jahres in den Ruhestand. Der HR-Rundfunkrat hatte Krupp 2016 – als Nachfolger von Helmut Reitze – für sechs Jahre bis Ende Februar 2022 zum Intendanten gewählt (vgl. MK-Meldung). Laut dem HR-Gesetz legt das Gremium die Dauer der Amtszeit fest, die zwischen fünf und neun Jahren betragen kann. Krupp war beim HR zuvor ab 2001 Chefredakteur und ab 2005 Fernsehdirektor gewesen. Der Rundfunkrat hat nun für die Intendantensuche eine Findungskommission eingesetzt; die Intendantenwahl soll im Oktober stattfinden.

07.05.2021 – vn/MK

Print-Ausgabe 19-20/2021

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