Bischof Fürst: Soziale Medien verantwortungsvoll nutzen

13.09.2019 •

Bischof Gebhard Fürst, Vorsitzender der Publizistischen Kommission der Deutschen Bischofskonferenz, hat einen verantwortungsvollen Umgang hinsichtlich der Kommunikation über soziale Medien angemahnt. „Bei allem Informationsfluss, allen Fakten und leider manchen Fake News, darf die Zwischenmenschlichkeit nicht vergessen werden“, erklärte der katholische Medienbischof am 4. September laut einer Pressemitteilung der Bischofskonferenz. Es gehe außerdem darum, „den Wert und den Nutzen der Medien positiv zu würdigen, aber gleichzeitig Gefahren zu erkennen“. Fürst, Bischof der Diözese Rottenburg-Stuttgart, äußerte sich anlässlich des „Welttags der sozialen Kommunikationsmittel“, der hierzulande von der katholischen Kirche am 8. September begangen wurde.

In Deutschland findet der Welttag, der auch unter dem Titel „Mediensonntag“ bekannt ist, stets am zweiten Sonntag im September statt. In den meisten Ländern wurde der „Welttag der sozialen Kommunikationsmittel“ in diesem Jahr von der katholischen Kirche am 2. Juni begangen. Papst Franziskus hatte seine Botschaft zum 53. Welttag der sozialen Kommunikationsmittel unter diesen Leittitel gestellt: „‘Denn wir sind als Glieder miteinander verbunden’ (Eph 4,25). Von den Social Network Communities zur menschlichen Gemeinschaft“. Die Botschaft war am 24. Januar, dem Gedenktag des Heiligen Franz von Sales (1567 bis 1622), des kirchlichen Patrons der Journalisten, veröffentlicht worden.

„Den Gefahren des Netzes begegnen“

Papst Franziskus hatte im Januar einen sorgsamen Umgang miteinander im Internet und in sozialen Online-Netzwerken angemahnt. Er verwies darauf, dass das Internet nicht nur „Quelle von Wissen und Beziehungen“ sei, sondern auch „ein Ort, der in besonderer Weise anfällig ist für Desinformation und eine bewusste und gezielte Deformierung von Fakten und zwischenmenschlichen Beziehungen, was oft eine Form von Diskreditierung annimmt.“ Die sozialen Netzwerke dienten einerseits dazu, Menschen miteinander zu verbinden, sie zueinander zu bringen. Doch andererseits ermöglichten die sozialen Netzwerke „auch eine manipulative Nutzung personenbezogener Daten […], um politische oder wirtschaftliche Vorteile zu erlangen“.

Die Nutzung sozialer Netzwerke als „Plattform für Verdächtigungen und die Äußerung aller Arten von Vorurteilen“ kritisierte Franziskus mit deutlichen Worten: „Dieser Trend ist ein Nährboden für Gruppierungen, die Heterogenität ausschließen und auch im digitalen Bereich einen ungezügelten Individualismus nähren, ja, manchmal sogar regelrechte Lawinen des Hasses lostreten.“ Der Pontifex warb für „eine positive Nutzung des Internets“. Es gehe dabei um Vertrauen, Dialog und Gemeinschaft, also darum, „auch im Internet und durch das Internet den zwischenmenschlichen Charakter unseres Menschseins zu bekräftigen“. Das Netz, so Franziskus weiter, dürfe „nicht als Falle genutzt“ werden, sondern es solle „der Freiheit und dem Schutz einer Gemeinschaft freier Menschen“ dienen.

An die Worte des Papstes knüpfte Bischof Fürst in seinen Ausführungen zum „Mediensonntag“ an. Um Vertrauen aufzubauen und gemeinsame Ziele zu verfolgen, darum gehe es auch in den kirchlichen Medien. Die katholische Kirche ermögliche „mit vielfältigen Medienengagements in den Bistümern, Verbänden und auf Bundesebene Dialog und Zuhören“. Kirchliche Medien hätten hier eine hohe Verantwortung, „den Gefahren des Netzes zu begegnen“. Fürst betonte, kirchliche Medien seien „auch künftig in einer sich rasant verändernden digitalen Welt unverzichtbar“.

13.09.2019 – MK