Bei der Deutschen Welle steht Intendant Peter Limbourg vor der Wiederwahl

26.09.2018 • Bei der Deutschen Welle (DW) steht Intendant Peter Limbourg vor der Wiederwahl für eine zweite sechsjährige Amtsperiode. Für kommenden Freitag (28. September) ist in der Sitzung des DW-Rundfunkrats in Berlin nach MK-Informationen die Intendantenwahl bei der Auslandsrundfunkanstalt angesetzt, die vom Bund aus Steuergeldern finanziert wird. Einziger Kandidat für die Wahl ist Amtsinhaber Peter Limbourg, der seit Oktober 2013 in der Nachfolge von Erik Bettermann (SPD) an der Spitze der Deutschen Welle steht. Dass der 58-jährige Limbourg vom DW-Rundfunkrat wiedergewählt wird, steht außer Zweifel. Die Intendantenwahl findet ein Jahr vor Ablauf von Limbourgs erster sechsjähriger Amtsperiode statt, die noch bis zum 30. September 2019 läuft.

Unter der Leitung von Peter Limbourg – der vor seinem Wechsel zur Deutschen Welle bei der Pro-Sieben-Sat-1-Gruppe Informationsdirektor war – haben sich die Nutzerzahlen der DW-Angebote im Fernsehen, Hörfunk und Internet in den vergangenen Jahren deutlich erhöht (die DW produziert redaktionelle Inhalte in insgesamt 30 Sprachen). Bereits wenige Wochen nach seinem Amtsantritt bei der Auslandsrundfunkanstalt hatte Limbourg einen ehrgeizigen Reformprozess mit dem zentralen Ziel entworfen, die Deutsche Welle zum „globalen Informationsanbieter aus Deutschland“ umzubauen. Zentraler Bestandteil von Limbourgs Reformkurs war dabei der Aufbau eines englischsprachigen TV-Informationskanals namens DW (englische Aussprache), der im Juni 2015 startete (vgl. MK-Meldung) und von der Deutschen Welle seither als deren „journalistisches Flaggschiff“ betrachtet wird.

Mehr Geld für den Auslandsrundfunk

Der von Limbourg eingeleitete Reformprozess erstreckte sich unter anderem darauf, zentrale Leitungspositionen bei der Sendeanstalt neu zu besetzen und trimediale bzw. crossmediale Produktions- und Arbeitsprozesse übergreifend einzuführen. Seinen Reformkurs verband Limbourg frühzeitig auch mit der Forderung, der Bund müsse die Finanzierung der Auslandsrundfunkanstalt verlässlich und aufgabenadäquat sicherstellen. Limbourg gelang es in der Folge – mit Rückendeckung der DW-Gremien – die entscheidenden Akteure in der Bundespolitik davon zu überzeugen, sich für Budgetanhebungen einzusetzen. Im Jahr 2013, in dem Limbourg die Leitung der Deutsche Welle übernahm, erhielt der Auslandssender aus dem Etat des damaligen Kultur- und Medienstaatsministers Bernd Neumann (CDU) 277 Mio Euro. Bis 2018 stieg das Budget, das aus dem Etat von Neumanns Nachfolgerin Monika Grütters (CDU) kommt, auf 326 Mio Euro.

Peter Limbourg, geboren am 7. Juli 1960 in Bonn, wurde im März 2013 vom DW-Rundfunkrat zum neuen Intendanten der Auslandsrundfunkanstalt gewählt. Er erhielt damals in dem 17-köpfigen Gremium, das mit Mitgliedern aus Politik, Gesellschaft, Wirtschaft und Kirchen besetzt ist, 14 Ja-Stimmen (außerdem gab es eine Nein-Stimme und zwei Enthaltungen). Limbourg war von einer Findungskommission des Rundfunkrats als einziger Kandidat für die Intendantenwahl nominiert worden. In der Findungskommission hatte sich Limbourg gegen zwei Konkurrenten durchgesetzt; dabei handelte es sich um WDR-Hörfunkchefredakteurin Angelica Netz und den damaligen „Tagesspiegel“-Chefredakteur Stephan-Andreas Casdorff (vgl. FK-Meldung).

Limbourg volontierte nach einem Jura-Studium in Bonn, das er mit dem ersten Juristischen Staatsexamen abschloss, bei der Deutschen Fernsehnachrichten Agentur (DFA). Er arbeitete später für Sat 1 als Korrespondent in Brüssel und leitete ab 1996 das Pro-Sieben-Studio in Bonn. Drei Jahre später wurde er Co-Chefredakteur des damals von der Pro-Sieben-Sat-1-Gruppe gegründeten Nachrichtenkanals N24 (heute: Welt). Neben seiner N24-Funktion war Limbourg damals außerdem Politikchef von Pro Sieben und ab 2001 auch von Sat 1. Bei N24 war er ab 2008 alleiniger Chefredakteur; im selben Jahr wurde er auch Hauptmoderator der Sat-1-Nachrichten um 20.00 Uhr, was er bis 2013 blieb. Im Sommer 2010, als die Pro-Sieben-Sat-1-Gruppe den Sender N24 an ein Investorenkonsortium verkaufte, wurde Limbourg Informationsdirektor der TV-Gruppe. Zum 1. Oktober 2013 wechselte er dann als Intendant zur Deutschen Welle, die ihren Hauptsitz in Bonn und einen weiteren Standort in Berlin hat.

26.09.2018 – Volker Nünning/MK