ARD-Programmdirektorin Christine Strobl veröffentlicht ihr Jahresgehalt

05.07.2021 •

Die neue ARD-Programmdirektorin Christine Strobl hat bekanntgegeben, wie hoch ihr jährliches Gehalt ausfällt. Sie erhalte ein Grundgehalt von 285.000 Euro, heißt es seit mehreren Tagen auf der Internet-Seite der ARD-Programmdirektion. Anders als ihr Amtsvorgänger Volker Herres macht Strobl um ihre Vergütung kein Geheimnis. Sie ist nun die Erste im ARD-Programmdirektorenamt, die ihr Gehalt öffentlich gemacht hat. Am 21. Mai hatte Strobl im Rahmen eines Online-Pressegesprächs angekündigt, im Juni werde ihr Gehalt im Internet nachzulesen sein.

Strobl, die am 5. August 50 Jahre alt wird, ist seit dem 1. Mai ARD-Programmdirektorin; zuvor war sie ab 2012 Geschäftsführerin der ARD-Filmgesellschaft Degeto. Strobl ist die erste Frau an der Spitze der ARD-Programmdirektion (vgl. MK-Meldung). In diesem Amt war die Juristin auf Volker Herres gefolgt, der von November 2008 bis April 2021 Programmdirektor der ARD war. Sein Gehalt in dieser Funktion wurde nicht veröffentlicht; Journalisten hatten danach in den vergangenen Jahren mehrfach in ARD-Pressekonferenzen gefragt, ohne dass es dazu eine konkrete Antwort gab. Herres ist, nachdem er das Programmdirektorenamt abgegeben hat, weiter für die ARD tätig: als Berater und weiterhin als Moderator des sonntäglichen ARD-„Presseclubs“ (im Wechsel mit Jörg Schönenborn und Ellen Ehni, beide WDR).

Spitzenverdiener Tom Buhrow

Mit einer jährlichen Grundvergütung von 285.000 Euro erhält ARD-Programmdirektorin Christine Strobl ein Gehalt, das in etwa auch Intendanten von mittelgroßen ARD-Landesrundfunkanstalten bekommen, wobei Strobls Verdienstangabe aktuell ist. Die zuletzt veröffentlichten Grundgehälter der neun ARD-Intendanten beziehen sich auf das Jahr 2020; diese Angaben wurden am 15. Juni im Internet-Angebot der ARD publiziert. Demnach erhielt Manfred Krupp, der Intendant des Hessischen Rundfunks (HR), im vorigen Jahr eine Grundvergütung von 296.000 Euro (2019: 286.000 Euro). Bei MDR-Intendantin Karola Wille belief sich das Grundgehalt auf 275.000 Euro. Diesen Betrag erhält Wille bereits seit 2014; sie verzichtet seitdem auf Gehaltssteigerungen.

Patricia Schlesinger, die seit 2016 Intendantin beim Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) ist, bekam 261.000 Euro im Jahr 2020 und damit so viel wie 2019. Beim im vorigen Jahr noch amtierenden Intendanten des Saarländischen Rundfunks (SR), Thomas Kleist, waren es 257.000 Euro, was ein Plus von 12.000 Euro gegenüber 2019 bedeutete (neuer SR-Intendant ist seit Mai 2021 Martin Grasmück). Radio-Bremen-Intendantin Yvette Gerner bekam 2020 eine Grundvergütung von 280.000 Euro – mit diesem Betrag rangierte sie im Intendanten-Ranking auf Platz 6, obwohl Radio Bremen die kleinste der neun ARD-Landesrundfunkanstalten ist. Gerner ist seit August 2019 Chefin von Radio Bremen.

Die höchste Grundvergütung der ARD-Intendanten hat im Jahr 2020 Tom Buhrow erhalten, der Intendant des WDR und damit der größten ARD-Landesrundfunkanstalt. Buhrow, der seit dem 1. Januar 2020 auch ARD-Vorsitzender ist, bekam 404.000 Euro (2019: 395.000 Euro). Auf Platz 2 rangierte Ulrich Wilhelm, der 2020 noch Intendant des Bayerischen Rundfunks (BR) war. Seine Grundvergütung betrug in dem Jahr 403.000 Euro (2019: 388.000 Euro). Neue Chefin des BR ist seit dem 1. Februar 2021 Katja Wildermuth. Kai Gniffke, der Intendant des SWR ist, der zweitgrößten ARD-Landesrundfunkanstalt, erhielt 2020 ein Grundgehalt von 355.000 Euro (Gniffke ist seit September 2019 SWR-Chef). Bei NDR-Intendant Joachim Knuth waren es im vergangenen Jahr 346.000 Euro. Knuth löste im Januar 2020 Lutz Marmor als NDR-Intendant ab, der 2019 auf einen Jahresverdienst von 365.000 Euro kam.

05.07.2021 – vn/MK

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