ARD-Programmdirektor Volker Herres gibt sein Amt Ende April 2021 ab

23.09.2020 •

ARD-Programmdirektor Volker Herres will sein Amt Ende April 2021 abgeben und damit sechs Monate früher aufhören, als sein Vertrag noch läuft. Er habe bereits vor einiger Zeit den Intendanten der ARD-Landesrundfunkanstalten angeboten, sein Amt ein halbes Jahr vor Vertragsende abzugeben, erklärte Herres in einer Pressemitteilung der ARD-Programmdirektion, die am 22. September verbreitet wurde. An diesem Tag begann die zweitägige ARD-Hauptversammlung beim Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) in Berlin. „In meiner Lebensplanung hatte ich immer die Absicht, noch mit 63 in dieser Funktion aufzuhören. Das käme Ende April 2021 dann gerade noch so hin“, erklärte der ARD-Programmdirektor.

Am 23. Juli nächsten Jahres wird Volker Herres 64 Jahre alt. Nach seinem offiziellen Ausscheiden bei der ARD solle er dem Senderverbund „noch beratend zur Seite stehen“, wie die ARD weiter mitteilte. Auch den sonntagmittags im Ersten Programm ausgestrahlten ARD-„Presseclub“ wird Herres weiterhin präsentieren, im Wechsel mit Jörg Schönenborn, WDR-Programmdirektor ‘Information, Fiktion und Unterhaltung’. Seit September 2007 moderiert Herres den „Presseclub“.

ARD-Programmdirektor ist Volker Herres seit dem 1. November 2008 (die ARD-Programm­direktion ist beim Bayerischen Rundfunk in München angesiedelt). Zuvor war Herres ab 1987 beim Norddeutschen Rundfunk (NDR); zuerst war er dort Hauptreferent des damaligen stellvertretenden Intendanten Jobst Plog, dann Leiter der Intendanz, als Plog das NDR-Intendantenamt übernahm. Im Jahr 1995 wurde Herres beim NDR Fernsehchefredakteur und schließlich 2004 Fernsehdirektor. 

„Eine ganz wichtige Weichenstellung“

Das ARD-Programmdirektorenamt übernahm Volker Herres 2008 in der Nachfolge von Günter Struve, der ab Mai 1992 und damit fünfzehneinhalb Jahre Programmdirektor Erstes Deutsches Fernsehen war. Im Herbst 2017 war Herres’ Vertrag von den ARD-Intendanten noch um drei Jahre verlängert worden, und zwar bis zum 31. Oktober 2021 (vgl. MK-Meldung).

In seiner Erklärung, das Programmdirektorenamt vorzeitig abzugeben, erklärte Herres außerdem, dass zwölfeinhalb Jahre in einem Amt, das kaum Zeit für anderes lasse, und insgesamt 38 Jahre im öffentlich-rechtlichen Rundfunk, davon der Großteil in wechselnden Führungsfunktionen, genug seien: „Ich möchte den richtigen Moment zwischen zu früh und zu spät erwischen.“ Und diesen Moment, sich zurückzuziehen, sieht Herres für das Frühjahr 2021 gekommen. Bis dahin liege ihm noch daran, so Herres, „eine ganz wichtige Weichenstellung weiter auf den Weg zu bringen“: den Umbau der ARD-Programmdirektion „von der rein linearen gemeinschaftlichen Steuerungseinheit für das Erste Deutsche Fernsehen hin zu einer auch für das non-lineare Angebot der ARD-Mediathek inhaltlich zuständigen Gemeinschaftseinrichtung“.

Diese Weichenstellung sei mit der Berufung von Florian Hager zum stellvertretenden ARD-Programmdirektor und Channel-Manager der ARD-Mediathek gelungen, so Herres. Hager war Ende November 2019 auf diese beiden Positionen berufen worden. Am 1. Januar 2020 trat er die neuen Aufgaben an – zusätzlich zu seiner Position als Geschäftsführer von Funk, dem gemeinsam von ARD und ZDF veranstalteten Online-Angebot für 14- bis 29‑Jährige, das am 1. Oktober 2016 startete. Hagers Aufgaben bei Funk sollen demnächst von einer anderen Person übernommen werden.

23.09.2020 – vn/MK

Print-Ausgabe 21/2020

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