Ulla Fiebig, Simone Schelberg // SWR

20.07.2021 •

Beim Südwestrundfunk (SWR) wird Ulla Fiebig, derzeit noch Pressesprecherin des SPD-geführten Bundesfamilienministeriums und frühere SWR-Fernsehjournalistin, neue Direktorin des Landessenders Rheinland-Pfalz. Der SWR-Landesrundfunkrat Rheinland-Pfalz wählte Fiebig am 9. Juli in seiner Präsenzsitzung in Mainz, die vom Sender per Livestream übertragen wurde, zur neuen Landessenderdirektorin. Die 47-jährige Fiebig wurde vom Landesrundfunkrat für fünf Jahre gewählt; ihre Amtsperiode beginnt am 1. Juni 2022 und läuft somit bis zum 31. Mai 2027.

Fiebig erhielt in dem Gremium 16 Ja-Stimmen. Es gab sieben Enthaltungen und keine Gegenstimme. Vier Mitglieder des 27-köpfigen Gremiums, in dem es mindestens 14 Ja-Stimmen geben musste, um in das Direktorenamt gewählt zu werden, nahmen nicht an der Sitzung teil. Der Landesrundfunkrat folgte mit seiner Entscheidung dem entsprechenden Personalvorschlag von SWR-Intendant Kai Gniffke. Der Intendant bezeichnete Fiebig als „eine exzellente Journalistin und Juristin“, „die das Profil und die Persönlichkeit mitbringt, um den SWR-Landessender Rheinland-Pfalz den Weg in die Zukunft zu weisen“. Neben dem in Mainz ansässigen Landessender Rheinland-Pfalz gibt es bei der Zwei-Länder-Rundfunkanstalt SWR noch den Landessender Baden-Württemberg mit Sitz in Stuttgart.

Die Direktorenposition beim SWR-Landessender Rheinland-Pfalz muss neu besetzt werden. Nach drei fünfjährigen Amtsperioden gibt Simone Schelberg das Amt Ende Mai 2022 ab. Schelberg übernahm die Direktorenstelle am 1. Juni 2007. Vorgeschlagen worden für die Position war sie im Jahr zuvor vom damaligen SWR-Intendanten Peter Voß; dessen Personalvorschlag folgte der Landesrundfunkrat. In den Jahren 2011 und 2016 wurde Schelberg wiedergewählt (jeweils auf Vorschlag von Peter Boudgoust, dem Nachfolger von Peter Voß im SWR-Intendantenamt; auf Boudgoust folgte Anfang September 2019 dann Kai Gniffke als Senderchef).

Was Simone Schelberg, die am 24. Juni 52 Jahre alt wurde, künftig beruflich machen wird, ist bisher nicht bekannt. Es ist unklar, ob sie beim SWR eine neue Position übernehmen oder ob sie den öffentlich-rechtlichen Sender verlassen wird. Die aus Frankfurt am Main stammende Simone Schelberg hat Rechtswissenschaft studiert. Ihr Studium beendete sie mit einer Promotion zum öffentlich-rechtlichen Rundfunk. Ihre Rundfunklaufbahn begann sie im Jahr 1999 beim Auslandssender Deutsche Welle (DW) in Berlin, wo sie Leiterin der Stabsstelle in der Programmdirektion wurde und später Fernsehreferentin des damaligen Intendanten Dieter Weirich (ihren Hauptsitz hat die Deutsche Welle in Bonn). Im Jahr 2002 wechselte Schelberg zum Südwestrundfunk und wurde dort beim Dritten Programm SWR Fernsehen am Standort Mainz Chefin der Hauptabteilung ‘Land und Leute’, bevor sie 2007 das Amt der Landessenderdirektorin in Mainz übernahm.

Ulla Fiebig ist seit Mitte Oktober 2018 Leiterin der Pressestelle des Bundesfamilienministeriums. Sie wurde damals zugleich Sprecherin von Familienministerin Franziska Giffey (SPD), die im Mai 2021 von ihrem Amt zurücktrat. Hintergrund dafür war das zweite Prüfverfahren der Freien Universität Berlin zu ihrer Doktorarbeit, das im November 2020 eingeleitet worden war. Am 10. Juni 2021 teilte die Universität mit, dass Giffey der Doktorgrad entzogen worden sei. Den Doktorgrad habe sie 2010 durch „Täuschung über die Eigenständigkeit ihrer wissenschaftlichen Leistung“ erworben. In ihrer Dissertation habe sie Texte und Literaturhinweise von anderen Autoren übernommen, ohne dies hinreichend zu kennzeichnen. Seit Giffeys Rücktritt wird das Familienministerium kommissarisch von Bundesjustizministerin Christine Lambrecht (SPD) geleitet.

Bevor Ulla Fiebig ins Familienministerium wechselte, war sie Fernsehkorrespondentin im ARD-Hauptstadtstudio in Berlin. Sie wurde vom SWR in das Hauptstadtstudio entsandt, in dem sie ab Juni 2016 unter anderem über Themen aus dem Bereichen Justiz und Verbraucherschutz berichtete. Fiebig, geboren am 20. Januar 1974 in Wermsdorf (Sachsen), startete ihre berufliche Laufbahn bei der Tageszeitung „Heilbronner Stimme“ und des vom Verlag des Regionalblatts betriebenen Senders Radio Regional (später umbenannt in Radio Ton). Sie wurde 1992 Volontärin und arbeitete anschließend als freie Mitarbeiterin für den Verlag. 1995 nahm Fiebig in Heidelberg ein Studium der Rechtswissenschaften auf, das sie 2001 mit dem ersten Juristischen Staatsexamen abschloss. Noch während ihres Studiums wurde sie 1999 beim SWR in Mainz Redakteurin.

Beim Südwestrundfunk arbeitete Fiebig zunächst bei den TV-Regionalnachrichten für Rheinland-Pfalz. Im Jahr 2007 wechselte sie zur in Mainz ansässigen SWR-Fernsehredaktion ARD-aktuell und lieferte als Reporterin Beiträge für die ARD-Nachrichtensendungen „Tagesschau“, „Tagesthemen“ und „Nachtmagazin“ zu. Vom 1. Januar 2009 bis zum 31. Dezember 2010 war Fiebig stellvertretende Sprecherin der ARD, als der Südwestrundfunk den Vorsitz im Senderverbund hatte. Anschließend wurde Fiebig Fernsehkorrespondentin im ARD-Hauptstadtstudio in Berlin, bevor sie von Dezember 2013 bis Juni 2016 beim SWR in Stuttgart die Abteilung ‘Strategische Unternehmensentwicklung’ leitete und dann ins ARD-Hauptstadtstudio als Korrespondentin zurückkehrte. Rund zwei Jahre später wechselte Ulla Fiebig ins Bundesfamilienministerium.

20.07.2021 – MK

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