Rolf Zurbrüggen, Andreas Meyer‑Lauber // WDR-Rundfunkrat

03.12.2021 •

Rolf Zurbrüggen, Jg. 1958, ist neuer Vorsitzender des WDR-Rundfunkrats. Er wurde am 1. Dezember in Köln in der konstituierenden Sitzung des Gremiums für die neue fünfjährige Amtsperiode mit großer Mehrheit gewählt. Im 55-köpfigen Rundfunkrat erhielt Zurbrüggen 45 Ja-Stimmen. Drei Mitglieder votierten gegen ihn und sechs enthielten sich; ein Mitglied nahm nicht an der Sitzung teil. Zurbrüggen war zuvor (ab Februar 2020) stellvertretender Vorsitzender des Rundfunkrats. Mitglied des Gremiums ist er – als Vertreter des Landesverbandes der Volkshochschulen von Nordrhein-Westfalen – seit Dezember 2016. Vorher war er ab 2009 stellvertretendes Rundfunkratsmitglied. Rolf Zurbrüggen arbeitet seit 1991 bei der Volkshochschule Warendorf, deren Direktor er seit 1998 ist.

Als Vorsitzender des WDR-Rundfunkrats löste Rolf Zurbrüggen nun Andreas Meyer-Lauber ab, der Ende November mit dem Ablauf der vorherigen Amtsperiode aus dem Gremium ausschied. Meyer-Lauber, 69, gehörte ab Oktober 2010 dem Rundfunkrat an, und zwar als Vertreter des Landesbezirks Nordrhein-Westfalen des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB), dessen Vorsitzender er von Oktober 2010 bis Dezember 2017 gewesen war. Im Dezember 2016 hatte Meyer-Lauber den Rundfunkratsvorsitz übernommen (vgl. MK-Meldung).

Die stellvertretenden Vorsitzenden und die Ausschussvorsitzenden des WDR-Rundfunkrats werden am 17. Dezember in der nächsten Sitzung gewählt. In der vorangegangenen Amtsperiode gab es zwei stellvertretende Vorsitzende. Neben Rolf Zurbrüggen handelte es sich dabei noch um Dagmar Gaßdorf, die Ende November ebenfalls aus dem Gremium ausgeschieden ist. Die Kommunikationsberaterin war Ende 2009 als Vertreterin der nordrhein-westfälischen Industrie- und Handelskammern Mitglied des Gremiums geworden.

Beim WDR-Rundfunkrat wurde mit dem Beginn der neuen Amtsperiode die Mitgliederanzahl von zuvor 60 auf nun 55 reduziert. Diese Verkleinerung des Gremiums hatte Ende April die nordrhein-westfälische CDU/FDP-Regierungskoalition im Rahmen einer Novelle des WDR-Gesetzes beschlossen (vgl. MK-Meldung). Dem WDR-Rundfunkrat gehören nun 38 Mitglieder neu an, wobei ein größerer Teil dieser Personen zuvor bereits stellvertretendes Mitglied war. Neues Rundfunkratsmitglied ist beispielsweise der frühere Berlinale-Direktor Dieter Kosslick; er wurde vom Film- und Medienverband NRW, dem Filmbüro Nordrhein-Westfalen und der AG Dok (Region West) entsandt, die sich einen Rundfunkratssitz teilen.

Im WDR-Rundfunkrat sind jetzt erstmals mehr Frauen als Männer vertreten. In der aktuellen Amtsperiode gehören dem Gremium 33 Frauen und 22 Männer an. Zuletzt setzte sich der Rundfunkrat der größten ARD-Landesrundfunkanstalt aus 39 Männern und 20 Frauen zusammen (ein Platz war vakant). Dass nun die Frauen die Mehrheit haben, geht auf eine Vorschrift des WDR-Gesetzes zurück, die aus dem Jahr 2016 stammt. Die damals regierende Koalition von SPD und Grünen hatte beschlossen, dass die Verbände spätestens nach zwei Amtsperioden (beginnend mit der bis Ende 2016 laufenden Rundfunkratsperiode) ein neues Rundfunkratsmitglied entsenden müssen. Wurde der jeweilige Verband bisher von einem Mann im Rundfunkrat vertreten, muss für die neue Amtsperiode eine Frau benannt werden; war eine Frau entsandt, muss ihr ein Mann folgen.

03.12.2021 – MK

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