Reinhard Scolik, Martin Wagner // BR

29.07.2020 •

Reinhard Scolik, 61, bleibt beim Bayerischen Rundfunk (BR) bis zum Jahr 2024 Programm­direktor Kultur. Der BR-Rundfunkrat stimmte in seiner Sitzung am 16. Juli in München einer Verlängerung von Scoliks Vertrag für den Zeitraum vom 1. März 2021 bis zum 30. September 2024 zu. Anschließend wird Scolik im Alter von dann 66 Jahren in den Ruhe­stand treten. Er kam am 1. März 2016 zum BR und wurde Fernsehdirektor. Damals hatte BR-Intendant Ulrich Wilhelm Scolik vom Österreichischen Rundfunk (ORF) in Wien zum Bayerischen Rundfunk nach München geholt, nachdem die bisherige BR-Fernsehdirektorin Bettina Reitz den Sender verlassen hatte und als hauptamtliche Präsidentin zur Münchner Hochschule für Fernsehen und Film (HFF) gewechselt war (vgl. MK-Meldung).

Seit der am 1. Juli 2020 wirksam gewordenen Reform, durch die beim BR die Anzahl der Programmdirektionen von drei auf zwei verringert und die Zuständigkeiten der beiden verbleibenden Direktionen verändert wurde (vgl. hierzu auch diese MK-Meldung), steht Scolik nun an der Spitze der Programmdirektion Kultur. Die BR-Programmdirektion Information leitet Thomas Hinrichs. Zuvor gab es ab 2014 bei dem öffentlich-rechtlichen Sender die drei Programmdirektionen Fernsehen, Hörfunk und Information.

Mit dem Eintritt von Hörfunkdirektor Martin Wagner in den Ruhestand Ende Juni 2020 wurde die Hörfunkdirektion aufgelöst; die dort angesiedelten Bereiche wurden auf die beiden verbleibenden Direktionen aufgeteilt und die Fernsehdirektion in Programmdirektion Kultur umbenannt. Bereits vor mehreren Jahren hatte der BR entschieden, seine Arbeitsstrukturen „nach Inhalten“ auszurichten und die bisherige organisatorische Trennung nach den klassischen Ausspielwegen Hörfunk und Fernsehen sukzessive aufzugeben.

Als Programmdirektor Kultur ist Reinhard Scolik nun verantwortlich für die Sendungen und die Online-Angebote aus den sieben Programmbereichen ‘Kultur’, ‘Unterhaltung und Heimat’, ‘Spiel – Film – Serie’, ‘Wissen und Bildung’, ‘BR Fernsehen, ARD-alpha, 3sat’, ‘Bayern’ und ‘BR-Klassik’. In Scoliks Zuständigkeit fallen außerdem noch die BR-Klangkörper. Als Programmdirektor Information ist Thomas Hinrichs verantwortlich für die Programmbereiche ‘Aktuelles’, ‘Politik und Wirtschaft’, ‘Sport und Freizeit’ und ‘Bayern 1, Bayern 3, Puls’. Über den Programmbereich ‘Aktuelles’ sind der Informationsdirektion auch die vom BR entsandten ARD-Auslandskorrespondenten und die Berlin-Korrespondenten des BR zugeordnet.

Reinhard Scolik, geb. am 8.9.1958 in Mödling (Bundesland Niederösterreich), studierte in Wien Rechtswissenschaften. Sein Studium schloss er im Jahr 1981 mit der Promotion ab. Zunächst war er als Universitätsassistent tätig, bevor er 1982 zum ORF nach Wien kam. Er arbeitete dort bis 1989 in der Rechtsabteilung als Referent unter anderem für Rundfunkrecht. Anschließend wurde er Büroleiter des ORF-Programmdirektors und dann 1990 Leiter der Hauptabteilung ‘Zentrale Programmdienste Fernsehen (Programmplanung ORF 1 und ORF 2)’. Vier Jahre später übernahm Scolik die Position des ORF-Landesintendanten Wien (Radio Wien und regionales Fernsehen); 2002 stieg er beim ORF unter dessen damaliger Generaldirektorin Monika Lindner zum Programmdirektor Fernsehen auf.

Im Jahr 2007, als der heutige ORF-Generaldirektor Alexander Wrabetz sein Amt antrat, wurde Scolik bei der Rundfunkanstalt Chef des Bereichs ‘Planung und Koordination’. Zwei Jahre später wurde er zum Leiter Strategische Planung und Administration berufen, zu der auch der Bereich Personalplanung gehört. In dieser wie auch in der vorherigen Position war Reinhard Scolik außerdem als ORF-Koordinator für die Kooperationen mit den Fernsehsendern 3sat, Arte und ARD-Alpha (früher: BR-Alpha) zuständig. Nachdem Scolik 2016 zum Bayerischen Rundfunk gewechselt war, übernahm er für den BR innerhalb der ARD zusätzlich Koordinationsfunktionen (unter anderem für die kirchlichen Sendungen der ARD). Seit der Änderung des Zuschnitts der Koordinationen im November 2019 leitet Scolik die ARD-Koordination ‘Wissen, Kultur, Musik und Religion’.

29.07.2020 – MK