Reinhard Scolik // BR

24.11.2021 •

Reinhard Scolik, 63, beim Bayerischen Rundfunk (BR) Programmdirektor Kultur, verlässt den öffentlich-rechtlichen Sender zum Jahresende 2021. Er scheide beim BR „im gegenseitigen Einvernehmen“ aus, wie es seitens der Rundfunkanstalt hieß, an deren Spitze seit Februar 2021 Katja Wildermuth als Intendantin steht. Nähere Informationen zu den konkreten Gründen für Scoliks vorzeitigen Abgang wurden nicht bekannt. Die Beteiligten haben hierüber Stillschweigen vereinbart.

Scoliks aktueller Vertrag wäre eigentlich noch bis zum 30. September 2024 gelaufen. Geplant war, dass der Österreicher anschließend im Alter von dann 66 Jahren in den Ruhestand tritt. Welche Person Intendantin Wildermuth in der Nachfolge von Scolik das Direktorenamt übertragen will, ist noch offen. Für diese Personalentscheidung benötigt sie die Zustimmung des BR-Rundfunkrats, dessen nächste und auch letzte Sitzung im Jahr 2021 für den 16. Dezember angesetzt ist.

Reinhard Scolik wurde Anfang März 2016 beim Bayerischen Rundfunk Fernsehdirektor. Der damalige BR-Intendant Ulrich Wilhelm hatte ihn vom Österreichischen Rundfunk (ORF) in Wien zum Bayerischen Rundfunk nach München geholt. Im Zuge struktureller Änderungen bei den Programmdirektionen der Rundfunkanstalt (vgl. hierzu MK-Meldung) wurde Scolik im Juli 2020 Programmdirektor Kultur. Im selben Monat stimmte der Rundfunkrat des Senders Wilhelms Entscheidung zu, Scoliks Vertrag bis Ende September 2024 zu verlängern (vgl. MK-Meldung). Die Vertragsverlängerung wurde damals wenige Monate vor der Wahl zur Neubesetzung des BR-Intendantenamts beschlossen.

Ulrich Wilhelm hatte erklärt, nicht für eine dritte fünfjährige Amtsperiode kandidieren zu wollen. Bei der Intendantenwahl Ende Oktober 2020 setzte sich dann im Rundfunkrat Katja Wildermuth, damals Programmdirektorin beim Mitteldeutschen Rundfunk (MDR), gegen zwei Mitbewerber durch (vgl. MK-Meldung). Ende Januar 2021 schied Intendant Ulrich Wilhelm beim BR aus und Katja Wildermuth übernahm die Leitung der viertgrößten ARD-Landesrundfunkanstalt.

Reinhard Scolik, geb. am 8.9.1958 in Mödling (Bundesland Niederösterreich), studierte in Wien Rechtswissenschaften und beendete sein Studium mit der Promotion. Im Jahr 1982 kam er zum ORF; dort arbeitete er bis 1989 in der Rechtsabteilung als Referent unter anderem für Rundfunkrecht, bevor er die Büroleitung des ORF-Programmdirektors und dann 1990 die Leitung der Hauptabteilung ‘Zentrale Programmdienste Fernsehen (Programmplanung ORF 1 und ORF 2)’ übernahm. Vier Jahre später wurde Scolik ORF-Landesintendant Wien (Radio Wien und regionales Fernsehen) und 2002 ORF-Programmdirektor Fernsehen. Im Jahr 2007 übernahm Scolik beim ORF die Leitung des Bereichs ‘Planung und Koordination’, 2009 wurde er zum Leiter ‘Strategische Planung und Administration’ berufen. In dieser wie auch in der vorherigen Position war Reinhard Scolik außerdem als ORF-Koordinator zuständig für die Kooperationen mit den Fernsehsendern 3sat, Arte und ARD-alpha (früher: BR-alpha). Im Jahr 2016 wechselte Scolik dann zum BR nach München.

24.11.2021 – MK

Print-Ausgabe 23-24/2021

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