Norbert Holzer // SR, KEF

01.03.2020 •

Nobert Holzer, langjähriger Verwaltungs- und Betriebsdirektor des Saarländischen Rundfunks (SR), ist am 12. Februar im Alter von 71 Jahren nach schwerer Krankheit in Saarlouis gestorben, wenige Tage vor seinem 72. Geburtstag. Nachdem er Ende Dezember 2011 beim SR, der seinen Sitz auf dem Halberg in Saarbrücken hat, ausgeschieden war, wurde Holzer im Januar 2012 als Vertreter des Saarlandes Mitglied der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten (KEF). In der Kommission, in die jedes Bundesland einen Sachverständigen entsendet, arbeitete Holzer bis zuletzt mit; er wirkte noch an der Erstellung des 22. KEF-Berichts mit, der am 20. Februar von der Kommission vorgestellt wurde.

SR-Intendant Thomas Kleist würdigte die Verdienste des Verstorbenen: „Norbert Holzer hat in fast eineinhalb Jahrzehnten seiner Tätigkeit als Verwaltungs- und Betriebsdirektor des Saarländischen Rundfunks den Halberg in seinen Finanz- und Organisationsstrukturen aktiv mitgeprägt. Und auch nach seinem Ausscheiden beim SR war der ausgewiesene Finanzexperte als Mitglied der Kommission zur Ermittlung des Finanzbedarfs der Rundfunkanstalten engagierter Sachwalter des öffentlich-rechtlichen Rundfunks.“

Der KEF-Vorsitzende Heinz Fischer-Heidlberger verwies auf Holzers „sehr engagierte Arbeit in der Kommission“. Er habe „weit über seinen eigentlichen Aufgabenbereich hinaus […] stets zum Gelingen der Arbeit in der KEF beigetragen und hatte die Kommission als Ganzes im Blick“. Seine hohe Fachkompetenz in allen Fragen des Rundfunks ebenso wie seine politische Erfahrung und sein diplomatisches Geschick seien besonders wertvoll für die Kommission gewesen. „Ansteckend waren seine Lebensfreude, der unerschöpfliche Humor und Witz ebenso wie seine Freundlichkeit und Verbindlichkeit“, erklärte Fischer-Heidlberger.

Norbert Holzer, geboren am 17.2.1948 in Saarbrücken, studierte von 1969 bis 1974 an der Universität des Saarlandes Rechtswissenschaften. Nach Abschluss der zweiten juristischen Staatsprüfung promovierte er im Jahr 1978 an der in Saarbrücken angesiedelten Universität über das Thema „Präventive Normenkontrolle durch das Bundesverfassungsgericht“. Anschließend war Holzer zunächst ein Jahr lang wissenschaftlicher Mitarbeiter der CDU-Fraktion im saarländischen Landtag, bevor er persönlicher Referent des saarländischen Ministers für Umwelt, Raumordnung und Bauwesen wurde (dieses Amt hatte damals der CDU-Politiker Günther Schacht inne).

Von 1981 bis 1991 war Norbert Holzer Bürgermeister der saarländischen Gemeinde Riegelsberg. Ab 1992 war er dann fünf Jahre lang bei der Vereinigten Saar-Elektrizitäts-AG (VSE) tätig, unter anderem als Koordinator Entsorgungswirtschaft. Parallel zu seiner beruflichen Tätigkeit war Holzer von 1987 bis 1996 ehrenamtliches Mitglied im Vorstand der Landesanstalt für das Rundfunkwesen (LAR), der sich zusammensetzte aus zwei ehrenamtlichen Mitgliedern und dem hauptamtlichen Direktor (dieses Amt hatte seinerzeit der heutige SR-Intendant Thomas Kleist inne). Aus der LAR, der saarländischen Aufsichtsbehörde für den Privatfunk in dem Bundesland, entstand im Jahr 1998 die Landesmedienanstalt Saarland (LMS).

Anfang Februar 1997 wurde Norbert Holzer dann Verwaltungs- und Betriebsdirektor des Saarländischen Rundfunks, dessen Leitung im Jahr zuvor Fritz Raff als Intendant übernommen hatte. Holzer war bis zu seinem Ausscheiden bei der Rundfunkanstalt Ende 2011 maßgeblich mit deren organisatorischem Umbau befasst, der nötig wurde, weil die Bundesländer im Jahr 1999 die Halbierung des ARD-Finanzausgleichs und damit eine erhebliche Kürzung der Gelder für den SR beschlossen hatten. Als der Saarländische Rundfunk in den Jahren 2007 und 2008 die geschäftsführende ARD-Anstalt war, leitete Holzer als Vorsitzender die Finanzkommission von ARD, ZDF und Deutschlandradio.

Norbert Holzer, der auch Lehraufträge an der Universität des Saarlandes wahrnahm, gehörte darüber hinaus zum Kreis der Personen, die im Jahr 1990 in Saarbrücken das Europäische Medieninstitut (EMR) gründeten. Er war bis Ende 2019 Mitglied des EMR-Vorstands und von Januar 2012 bis Juni 2014 zusätzlich Direktor des Instituts. Nach seinem Ausscheiden beim Saarländischen Rundfunk war Holzer ab Januar 2012 auch als Anwalt mit eigener Kanzlei niedergelassen.

01.03.2020 – MK

Print-Ausgabe 10/2020

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