Mariss Jansons // Chefdirigent von Chor und Symphonieorchester des BR

03.12.2019 •

Mariss Jansons, Chefdirigent von Chor und Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks (BR) in München, ist am 30. November im Alter von 76 Jahren in St. Petersburg an den Folgen einer Herzerkrankung gestorben. BR-Intendant Ulrich Wilhelm sagte anlässlich des Todes von Janson: „Wir trauern um einen großartigen Künstler und wunderbaren Menschen. Mariss Jansons hat Symphonieorchester und Chor des Bayerischen Rundfunks zu dem geformt, was sie heute sind: Sie zählen zu den besten Klangkörpern der Welt. Seine Präzision am Pult und sein von Menschlichkeit geprägter Umgang mit den Musikerinnen und Musikern machten ihn zu einem Ausnahmekünstler.“ Seinem unermüdlichen Einsatz ist es zu verdanken, dass in München in den nächsten Jahren ein neues Konzerthaus entstehen wird. Der Bayerische Rundfunk wird Mariss Jansons ein ehrendes Andenken bewahren.“

Nikolaus Pont, der Manager des BR-Symphonieorchesters, sagte, Jansons habe als Mensch und als Musiker das Leben vieler Menschen reicher gemacht. Susanne Vongries, Managerin des BR-Chors, und der BR-Chorvorstand erklärten gemeinsam: „In Erinnerung bleiben außergewöhnliche Momente der Begegnung“ mit Mariss Jansons „und tief beeindruckende Konzerte mit insbesondere großformatigem Repertoire, in dem er die Kräfte musikalisch und künstlerisch in einzigartiger Weise bündeln konnte wie kaum ein anderer.“ Der Orchestervorstand des BR-Symphonieorchesters erklärte, mit Jansons’ Tod habe „die Musikwelt eine ihrer größten Künstlerpersönlichkeiten“ verloren.

Geboren wurde Mariss Jansons am 14. Januar 1943 in der lettischen Hauptstadt Riga. Nach seinem Studium von Violinie, Klavier und Dirigieren wirkte er als Dirigent unter anderen in St. Petersburg, Oslo, London und Amsterdam. Beim Bayerischen Rundfunk war Jansons im Herbst 2003 Nachfolger von Chefdirigent Lorin Maazel geworden. Von 2004 bis 2015 war er zusätzlich Chef des Amsterdamer Concertgebouw-Orchesters. Zu den musikalischen Meilensteinen mit Chor und Symphonieorchester des BR gehörte das Konzert, das er im Jahr 2007 im Vatikan gab und weltweit im Hörfunk übertragen wurde. Jansons leitete mehrmals die Neujahrskonzerte der Wiener Philharmoniker. Er hatte seinen Vertrag beim BR im vorigen Jahr bis 2024 verlängert (vgl. MK-Meldung).

Mariss Jansons erhielt zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Herbert-von-Karajan-Preis und den Klassik-Grammy. Er war unter anderem Ehrenmitglied der Gesellschaft der Musikfreunde in Wien und der Royal Academy of Music in London. Für seinen Einsatz bei den Osloer Philharmonikern war ihm der Norwegische Königliche Verdienstorden verliehen worden. 2003 hatte er die Hans-von-Bülow-Medaille der Berliner Philharmoniker erhalten, 2006 war er von der Musikmesse Midem (Cannes) zum „Artist of the Year“ benannt worden. Ebenfalls 2006 erhielt er den Orden „Drei Sterne“ der Republik Lettland. Im Jahr 2010 war Jansons mit dem Bayerischen Maximiliansorden ausgezeichnet worden. Am „Tag der Deutschen Einheit“ 2013 hatte der damalige Bundespräsident Joachim Gauck dem Dirigenten das Große Verdienstkreuz mit Stern des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland überreicht.

03.12.2019 – MK

Mariss Jansons (1943-2019)

Foto: Screenshot