Liane Jessen, Jörg Himstedt // HR

02.06.2019 •

Liane Jessen, seit 1999 Fernsehspielchefin des Hessischen Rundfunks (HR) in Frankfurt, ist Ende April in den Ruhestand getreten. HR-Intendant Manfred Krupp würdigte Jessen „als eine äußerst kreative Kollegin“. Sie sei, so Krupp weiter, „getrieben von hohem künstlerischen Anspruch und großer Neugierde“. Immer wieder sei sie neue Wege gegangen und habe mit ihrem Team für herausragende Fernsehfilme gesorgt. Liane Jessen sei „der personifizierte Beweis, dass sich Mut und Kreativität im öffentlich-rechtlichen Rundfunk leben lassen“. HR-Fernsehdirektorin Gabriele Holzner verwies darauf, dass Liane Jessen und ihr Team dafür gesorgt hätten, dass über die vom HR produzierten Filme, in ganz Deutschland gesprochen worden sei. Zahlreiche von Jessen und ihrem Team verantwortete Filme wurden mit Preisen ausgezeichnet, darunter beispielsweise „Männertreu“ (vgl. FK-Kritik) mit dem Grimme-Preis und dem Deutschen Fernsehpreis.

In ihrer Zeit als HR-Fernsehspielchefin erfand und entwickelte Liane Jessen die Rollen von insgesamt drei verschiedenen „Tatort“-Teams. Dabei handelte es sich um die Teams Sänger und Dellow (gespielt von Andrea Sawatzki und Jörg Schüttauf), Steier und Mey (Joachim Król und Nina Kunzendorf) sowie Janneke und Brix (Margarita Broich und Wolfram Koch). Das letzteren beiden sind seit 2015 für den HR als Ermittler in der „Tatort“-Reihe der ARD im Einsatz. Darüber hinaus gelang es Liane Jessen, im Jahr 2010 Ulrich Tukur für den „Tatort“ zu gewinnen. Seither dreht der Hessische Rundfunk etwa jedes Jahr einen „Tatort“ mit Tukur, der darin den Kommissar Felix Murot spielt. Mehrere Murot-„Tatort“-Folgen wurden mit Preisen ausgezeichnet; die Episode „Im Schmerz geboren“ (vgl. FK-Kritik) etwa erhielt den Grimme-Preis und drei Preise beim Fernsehfilm-Festival Baden-Baden.

Liane Jessen, in Kaiserslautern geboren, studierte Germanistik, Geografie, Kunstgeschichte und Philosophie in Freiburg. Nachdem sie dort das Kommunale Kino aufgebaut und geleitet hatte und als Kulturreferentin der Universität tätig war, absolvierte sie bei der „Stuttgarter Zeitung“ ein Volontariat. Anschließend arbeitete sie als freie Journalistin beim Südwestrundfunk (SWR) und beim Zweiten Deutschen Fernsehen (ZDF). Im Jahr 1985 war sie Redakteurin in der ZDF-Redaktion „Das kleine Fernsehspiel“. Anfang Februar 1999 wechselte Jessen zum Hessischen Rundfunk und übernahm dort die Leitung der Fernsehspielabteilung. Für ihre Arbeit wurde Liane Jessen mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet, darunter der Grimme-Preis, der Deutsche Fernsehpreis, der Bernd-Burgemeister-Produzentenpreis, der Hans-Abich-Preis, die Goldene Kamera und die öster­reichische Romy.

In der Nachfolge von Liane Jessen hat nun Anfang Mai Jörg Himstedt die Position als HR-Fernsehfilmchef übernommen. Himstedt, 1962 in Celle geboren, studierte Geschichte, Publizistik und Theaterwissenschaften in Berlin. Während des Studiums arbeitete er beim Videofestival Berlin mit und war freier Mitarbeiter in der Filmredaktion des Norddeutschen Rundfunks (NDR). Nach dem Studienabschluss ging er als Filmredakteur nach Potsdam zum damaligen Ostdeutschen Rundfunk Brandenburg (ORB). Im Jahr 1999 wechselte Jörg Himstedt dann als Redakteur in die Fernsehfilmabteilung des Hessischen Rundfunks. Dort war er in der Folge für zahlreiche HR-Fernsehfilme verantwortlich, darunter die Grimme-Preis-gekrönte Produktion „Ein guter Sommer“ und alle „Tatort“-Produktionen mit Ulrich Tukur.

02.06.2019 – MK