Karola Wille, Carl‑Eugen Eberle //
Internationales Presse-Institut

31.01.2019 •

Karola Wille, Intendantin des Mitteldeutschen Rundfunks (MDR), übernahm zum Jahresbeginn 2019 den Vorsitz des deutschen Nationalkomitees des Internationalen Presse-Instituts (IPI). Der Verein ist die deutsche Teilorganisation des Internationalen Presse-Instituts in Wien. Das IPI ist ein weltweites Netzwerk von Redakteuren, Journalisten und Medienmanagern, die sich gemeinsam für qualitativ hochwertigen, unabhängigen Journalismus einsetzen. Das Institut tritt für die Medienfreiheit und den freien Nachrichtenfluss überall dort ein, wo sie bedroht sind. Das IPI hat Beobachterstatus bei verschiedenen internationalen Organisationen und Gremien (darunter UNO, UNESCO und Europarat).

Als Vorsitzende des deutschen Nationalkomitees des Internationalen Presse-Instituts ist Karola Wille, 59, Nachfolgerin von Carl-Eugen Eberle, 72, dem früheren Justitiar des ZDF. Mahnende, aufklärende und aufrüttelnde Stimmen wie die des IPI würden mehr denn je gebraucht, erklärte Wille, wie der MDR mitteilte, in einem Neujahrsgruß an die Mitglieder des Nationalkomitees. Die weltweite Tendenz, den hohen Stellenwert von Presse- und Meinungsfreiheit selbst in freiheitlichen Demokratien in Frage zu stellen, den Journalismus zu diskreditieren, zu bedrohen und selbst vor Angriffen auf das Leben von Journalistinnen und Journalisten nicht zurückzuschrecken, sei besorgniserregend, so Wille weiter.

In ihrem Engagement für Meinungs- und Pressefreiheit ist die MDR-Intendantin außerdem Mitglied des Kuratoriums der deutschen Sektion der Organisation ‘Reporter ohne Grenzen’. Vor dem Hintergrund zunehmender Behinderung journalistischer Arbeit und Anfeindungen von Reportern unterstützt der MDR ferner die Arbeit des vor drei Jahren in Leipzig gegründeten Europäischen Zentrums für Presse- und Medienfreiheit (ECPMF), das die Einhaltung der Europäischen Pressefreiheits-Charta beobachtet und regelmäßig Berichte über Verstöße veröffentlicht. Als Leitlinie zur Pressefreiheit ist die Charta im Jahr 2009 von 48 Herausgebern und führenden Journalisten aus 19 europäischen Ländern unterzeichnet worden.

31.01.2019 – MK