Jacqueline Kraege // frühere Chefin der Staatskanzlei Rheinland‑Pfalz

05.05.2020 •

Jacqueline Kraege, frühere Chefin der rheinland-pfälzischen Staatskanzlei, ist am 29. April nach langer schwerer Krankheit im Alter von 59 Jahren gestorben. Das teilte die Mainzer Staatskanzlei am 4. Mai mit. Die rheinland-pfälzische Ministerpräsidentin Malu Dreyer (SPD) würdigte die Arbeit Kraeges: „Wir trauern um eine Persönlichkeit, die in verschiedenen Funktionen sowohl durch ihre fachliche Kompetenz als auch ihre besondere menschliche Zugewandtheit überzeugt hat. Ich persönlich trauere um eine menschlich und fachlich herausragende Kollegin und Beraterin, mit der ich über viele Jahre eng verbunden war“, erklärte Dreyer. Mit Jacqueline Kraege habe erstmals eine Frau die Leitung der rheinland-pfälzischen Staatskanzlei übernommen. Sie war „in diesem Amt eine Vorreiterin“, sagte Dreyer: „Als Expertin für Medien und Digitales hat sie ebenso viele Impulse gesetzt wie im Bereich der grenzüberschreitenden und internationalen Zusammenarbeit des Landes.“

Jacqueline Kraege, geb. am 21.5.1960 in München, studierte in Bonn Vergleichende Literaturwissenschaften, Germanistik, Spanische Philologie, Kunstgeschichte und Politische Wissenschaften. Nach ihrem Studium war sie in Bonn unter anderem für den SPD-Parteivorstand tätig und leitete das Büro eines SPD-Bundestagsabgeordneten. 1992 wechselte sie dann in die rheinland-pfälzische Staatskanzlei nach Mainz. Dort arbeitete sie zunächst als Referentin, später als Referatsleiterin. In den Jahren 2001 und 2002 leitete sie das Büro des damaligen Ministerpräsidenten Kurt Beck (SPD), der von 1994 bis 2013 Landeschef von Rheinland-Pfalz war. Nachdem Kraege die Büroleitung abgegeben hatte, wurde sie in der Staatskanzlei Leiterin der Abteilung ‘Ressortkoordination und Regierungsplanung’.

Im Jahr 2005 berief Ministerpräsident Beck Jacqueline Kraege zur Staatssekretärin im rheinland-pfälzischen Umweltministerium. Im Mai 2011 wechselte sie mit dem Beginn der rot-grünen Landesregierung (zuvor regierte die SPD mit der FDP) als Staatssekretärin in das Sozial- und Arbeitsministerium, das damals von Malu Dreyer geleitet wurde. Nachdem Dreyer Anfang 2013 zur neuen rheinland-pfälzischen Ministerpräsidentin gewählt worden war, berief die SPD-Politikerin ihre enge Vertraute Kraege zur Mainzer Staatskanzleichefin. In dieser Position war sie auch für das operative Geschäft der Rundfunkkommission der Länder zuständig. Den Vorsitz der Rundfunkkommission hat Rheinland-Pfalz und damit dessen Landesoberhaupt.

Im November 2014 berief Ministerpräsidentin Dreyer Kraege auf die neue geschaffene Position der Bevollmächtigten beim Bund und für Europa, Medien und Digitales. In dieser Position im Rang einer Staatssekretärin unterstand Jacqueline Kraege die Medienabteilung der Mainzer Staatskanzlei. Kraege blieb ferner für die Rundfunkkommission zuständig und übernahm außerdem die Leitung der rheinland-pfälzischen Landesvertretungen in Berlin und Brüssel. Zum neuen Staatskanzleichef wurde damals Clemens Hoch (SPD) berufen. Aufgrund ihrer schweren Erkrankung musste Jacqueline Kraege dann im Sommer 2015 ihre Staatssekretärinnenposition aufgeben. Sie wurde von Ministerpräsidentin Dreyer in den einstweiligen Ruhestand versetzt. Kraeges Nachfolgerin ist seit Anfang Juli 2015 die SPD-Politikerin Heike Raab (SPD), die zuvor Staatssekretärin im rheinland-pfälzischen Innenministerium war. 

05.05.2020 – MK