Ines Pohl // „taz“ und Deutsche Welle
Georg Löwisch // „Cicero“ und „taz“ 
Andreas Rüttenauer // „taz“

10.07.2015 •

10.07.2015 • Ines Pohl, 48, bislang Chefredakteurin der „taz“, wechselt Ende 2015 als Korrespondentin in das Studio Washington der Deutschen Welle (DW). Die Auslandsrundfunkanstalt, die im vergangenen Monat auch ihr neues englischsprachiges TV-Informationsprogramm DW in Betrieb nahm (vgl. MK-Meldung), verstärkt damit ihr Korrespondententeam in der US-amerikanischen Hauptstadt. In dem multimedialen Studio sind derzeit neben dessen Leiter Miodrag Soric noch Gero Schließ und Richard Walker als Korrespondenten tätig. Soric steht seit Oktober 2009 an der Spitze des Studios. Ines Pohl hat von der Deutschen Welle Presseberichten zufolge einen Dreijahresvertrag erhalten. Im November dieses Jahres startet in den USA der Wahlkampf um das Präsidentenamt. Zunächst stehen die Vorwahlen innerhalb der Demokratischen Partei und der Republikanischen Partei im Mittelpunkt, bevor dann am 8. November 2016 die Präsidentschaftswahl stattfinden wird, mit der ein Nachfolger für Barack Obama bestimmt wird. Obama (Demokratische Partei) darf nach zwei vierjährigen Amtsperioden nicht erneut für das Präsidentenamt kandidieren.

Ines Pohl, geb. am 12.4.1967 in Mutlangen, studierte Germanistik und Skandinavistik in Göttingen. Nach ihrem Studienabschluss arbeitete sie zunächst einige Monate als Frauenbeauftragte an der Philosophischen Fakultät der Universität Göttingen; zudem war sie als freie Journalistin tätig. Im Jahr 1999 begann sie bei der Regionalzeitung „Hessische/Niedersächsische Allgemeine“ (HNA) in Kassel ein Volontariat. Bei der Zeitung, die im Jahr 2002 von der Ippen-Gruppe gekauft wurde, arbeitete Pohl anschließend als Redakteurin, später wurde sie dort Nachrichtenchefin. Zwischenzeitlich war sie in den Jahren 2004 und 2005 Stipendiatin der Nieman Foundation for Journalism an der Harvard University in Cambridge (Massachusetts).

Anfang 2009 wechselte Ines Pohl als Korrespondentin für mehrere Zeitungen der Ippen-Gruppe nach Berlin. Im Juli desselben Jahres wurde sie dann in der Nachfolge von Bascha Mika Chefredakteurin der „taz“. Ab April vorigen Jahres leitete Pohl die linksalternative Tageszeitung nicht mehr alleine, sondern gemeinsam mit Andreas Rüttenauer, 47. Ihre Position als „taz“-Chefredakteurin gab sie nun am 3. Juli ab. Nach sechs Jahren als Chefin der Zeitung werde „es Zeit für etwas Neues“, erklärte Pohl: „Ich freue mich sehr, wieder als Korrespondentin zu arbeiten und für die Deutsche Welle nach Washington zu gehen.“ Der genaue Termin, wann sie dort anfängt, steht noch nicht fest. Es soll in einigen Monaten so weit sein. Ines Pohl wird dann erstmals auch als Fernsehjournalistin tätig sein.

Bei der „taz“ in Berlin wurde am 9. Juli Georg Löwisch zum neuen alleinigen Chefredakteur des Blattes berufen. Er übernimmt die Position Mitte September. Bis dahin wird weiterhin Andreas Rüttenauer die Redaktion leiten. Anschließend wird er die Leitung einer neu zu gründenden Zukunftswerkstatt der „taz“ übernehmen. Dabei bleibt Rüttenauer der Zeitung auch als Autor erhalten. Georg Löwisch, 41, ist seit September 2012 Textchef des Monatsmagazins „Cicero“ (Berlin). Er hat bei der „taz“ volontiert und arbeitete nach seinem Studium ab dem Jahr 2001 bei dem Blatt als Redakteur der Reportage-Seite. 2009 wurde er Chef der neu gegründeten „taz“-Wochenendbeilage „sonntaz“, bevor er dann rund drei Jahre später zu „Cicero“ wechselte.

10.07.2015 – MK

Print-Ausgabe 10/2020

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