Ernst Elitz, Rudi Sölch // Kuratorium der Rundfunk Orchester und Chöre gGmbH Berlin 

18.09.2020 •

Ernst Elitz, 79, wurde im 11. August vom Kuratorium der Rundfunk Orchester und Chöre gGmbH Berlin (ROC) zum neuen Vorsitzenden des Aufsichtsgremiums gewählt. Das gab die ROC-Gesellschaft am nächsten Tag in einer Pressemitteilung bekannt. Elitz, von 1994 bis zu seiner Pensionierung 2009 erster Intendant des Deutschlandradios, folgt als Vorsitzender auf Rudi Sölch, 88, der das Kuratorium ab 1994 leitete. Die Rundfunk Orchester und Chöre gGmbH ist ein von Deutschlandradio, dem Bund, dem Land Berlin und dem Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) getragener Klangkörperverbund. Der ROC gehören das Deutsche Symphonie-Orchester Berlin (DSO), das Rundfunk-Sinfonieorchester Berlin (RSB), der Rundfunkchor Berlin und der RIAS Kammerchor Berlin an.

Rudi Sölch war früher unter anderem Verwaltungsdirektor des Zweiten Deutschen Fernsehens (ZDF) in Mainz. Er hatte sich nach der Wiedervereinigung als Rundfunkbeauftragter des ZDF erfolgreich für den Erhalt des Ost-Berliner Rundfunk-Sinfonieorchesters und des Rundfunkchors und für die Zusammenführung dieser beiden traditionsreichen Klangkörper mit den renommierten West-Berliner Musik-Ensembles eingesetzt. Mit diesem „Meisterstück“, so Deutschlandradio-Intendant Stefan Raue, „hat Sölch entscheidend dazu beigetragen, dass die ROC Berlin in Deutschland und international eine künstlerisch herausragende Rolle spielen kann“. Das Kuratorium der ROC Berlin wählte Rudi Sölch in Anerkennung seiner Verdienste zum Ehrenvorsitzenden.

Für den Kreis der Gesellschafter dankte Kulturstaatsministerin Monika Grütters Rudi Sölch für seine langjährige Tätigkeit als Kuratoriumsvorsitzender der ROC. Sölch habe „mit viel Umsicht und Geschick“ das Aufsichtsgremium „auch durch schwierige Zeiten geführt“. Es sei gut, so Grütters weiter, „dass mit Ernst Elitz nun erneut eine nicht nur medien-, sondern auch kulturpolitisch bestens ausgewiesene Persönlichkeit an der Spitze des Aufsichtsgremiums steht. Das gilt umso mehr in einer Zeit, in der alle Kulturinstitutionen angesichts der anhaltenden Pandemie große Herausforderungen zu bewältigen haben.“

Ernst Elitz, der an der Freien Universität Berlin Kultur- und Medienmanagement lehrte, hatte als erster Intendant nach der Gründung des Deutschlandradios 1994 „die Etablierung der ROC Berlin mit großem Engagement begleitet“, so die ROC-Gesellschaft in ihrer Mitteilung. Für sein kulturpolitisches Engagement wurde Elitz 2012 mit dem Kulturgroschen des Deutschen Kulturrats ausgezeichnet. Bis 2006 war er Vorsitzender des Kunstbeirats der Landesregierung Baden-Württemberg. Derzeit ist er Mitglied des Aufsichtsrats der ‘Ludwigsburger Schlossfestspiele – Internationale Festspiele Baden-Württemberg’.

Im Februar 2017 war Elitz von der Chefredaktion der „Bild“-Zeitung, für die er auch viele Seite‑2‑Kommentare schrieb, auf die neu geschaffene Position des Ombudsmanns für „Bild“ berufen worden, um in dieser Funktion zwischen Lesern und Redaktion zu vermitteln, wenn Leser Einwände an der Berichterstattung des Boulevardblatts hatten. Im Januar 2020 beendete Elitz seine Tätigkeit als „Bild“-Ombudsmann, um auch diesbezüglich in den Ruhestand zu gehen. Die Position wurde bisher nicht nachbesetzt. Es sei noch offen, ob es auch weiterhin einen Ombudsmann geben werde, hieß es auf MK-Nachfrage beim Springer-Konzern, bei dem die „Bild“-Zeitung erscheint. Es sei auch möglich, dass man sich entscheide, künftig auf andere Formen des Dialogs mit den Lesern zu setzen (wie zum Beispiel einen Leser-Stammtisch).

18.09.2020 – MK

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