Dagmar Reim // RBB-Intendantin

Dagmar Reim, 64, Intendantin des Rundfunks Berlin-Brandenburg (RBB), erhielt für ihr Lebenswerk die Hedwig-Dohm-Urkunde des Journalistinnenbundes. Die Auszeichnung, die im Rahmen der Jahrestagung des Journalistinnenbundes am 4. Juni in Berlin überreicht wurde, ist nach der Schriftstellerin, Publizistin und Frauenrechtlerin Hedwig Dohm (1831 bis 1919) benannt.

Dagmar Reim habe die deutsche Medienlandschaft geprägt, teilte der Journalistinnenbund anlässlich der Preisbekanntgabe mit, sie sei bei Übernahme des Amtes der RBB-Intendantin die erste Frau an der Spitze einer öffentlich-rechtlichen Rundfunkanstalt in Deutschland gewesen. Mit der Hedwig-Dohm-Urkunde werde Reims bemerkenswerte Karriere als Journalistin gewürdigt wie auch ihr Engagement als Intendantin, sich für mehr Frauen in Führungspositionen einzusetzen. Die Laudatio auf Dagmar Reim hielt bei der Preisverleihung Friederike von Kirchbach, die Vorsitzende des RBB-Rundfunkrats.

Der 1987 gegründete Journalistinnenbund ist ein bundesweites, berufsbezogenes und Generationen übergreifendes Netzwerk für Frauen, die hauptamtlich im journalistischen Bereich tätig sind. Der Verein setzt sich ein für engagierten Qualitätsjournalismus, Menschen- sowie Frauenrechte und fordert mehr Macht für Frauen in Medien und Gesellschaft.

Bereits im April dieses Jahres hatte Dagmar Reim in Berlin eine Auszeichnung für ihr Lebenswerk entgegengenommen. Verliehen wurde ihr diese Auszeichnung von der seit 2005 bestehenden Victress-Initiative, einem Verein, der sich vorgenommen hat, mit dazu beizutragen, den „Anteil von Unternehmerinnen und Frauen in Führungspositionen zu erhöhen, um den Standort Deutschland zukunftsfähig zu machen“. Mit der Preisverleihung an die Intendantin werde gewürdigt, so hieß es in der Begründung, dass sie Herausragendes geleistet und beim RBB den Frauenanteil in Führungspositionen auf gut 43 Prozent gesteigert habe.

Dagmar Reim ist seit Mai 2003 Intendantin des Rundfunks Berlin-Brandenburg, der damals aus der Fusion von Sender Freies Berlin (SFB) und Ostdeutschem Rundfunk Brandenburg (ORB) hervorgegangen war. Ihre dritte Amtszeit hätte eigentlich noch bis April 2018 gedauert. Reim entschied sich jedoch aus privaten Gründen dafür, Ende Juni 2016 als Intendantin aufzuhören, wie sie im November vorigen Jahres bekannt gegeben hatte (vgl. MK-Meldung). Ihre Nachfolge tritt am 1. Juli Patricia Schlesinger, 54, an, die am 7. April vom RBB-Rundfunkrat zur neuen Intendantin des Senders gewählt worden war (vgl. MK-Meldung). Schlesinger ist seit Mai 2007 Leiterin des Programmbereichs Kultur und Dokumentation beim Fernsehen des Norddeutschen Rundfunks (NDR).

30.05.2016 – MK