Volle Kontrolle

HR und SWR sind die letzten Sender, die ihre Fernsehfilme noch selbst produzieren

Von Tilmann P. Gangloff
22.12.2016 •

Bis weit in die 1980er Jahre war es völlig selbstverständlich, dass die Fernsehsender ihr Programm selbst herstellten. Magazine, Reportagen, Filme und Serien der öffentlich-rechtlichen Anstalten wurden größtenteils auf dem eigenem Studiogelände produziert. Einzig das ZDF war von Anfang an so konzipiert, dass im fiktionalen Bereich viele Produktionen zugeliefert wurden. Diesen Zustand erreichten die ARD-Sender dann, als die Medienlandschaft nach der Gründung der privaten Fernsehsender einen tiefgreifenden Wandel erlebte. Von dem damit verbundenen Abbau der Infrastruktur profitierte vor allem die Produzentenlandschaft, die sich seither enorm entwickelt hat. Allein der Hessische Rundfunk (HR) hält noch an der Tradition fest: Als letzte ARD-Landesrundfunkanstalt produziert der HR seine Fernsehfilme ausschließlich selbst; Ausnahmen sind Nachwuchsfilme und Kinokoproduktionen. Eine vergleichbare Situation gibt es allein beim Südwestrundfunk (SWR). Hier sind nur rund die Hälfte der Fernsehfilme Auftragsproduktionen; seine „Tatort“-Folgen zum Beispiel stellt der Sender selbst her.

Christoph Palmer, dem Geschäftsführer der Produzentenallianz, kommt gerade der Hessische Rundfunk wohl eher so vor wie das renitente kleine gallische Dorf der „Asterix“-Comics: „Wir sind dafür“, sagt Palmer, „dass die Eigenproduktionen der Sender immer stärker zurückgeführt und an ihre Stelle Auftragsproduktionen eingesetzt werden. Natürlich müssen die Häuser für Nachrichtensendungen, Magazine oder Korrespondentenberichte Kompetenzen vorhalten, weil bei solchen Sendungen ein spezieller redaktioneller Anspruch an die jeweilige DNA gestellt wird. Aber es besteht keinerlei Notwendigkeit, dass auch Vorabendserien, Fernsehfilme oder lange Dokumentationen selbst produziert werden.“ Die deutsche Auftragsproduktion habe in den vergangenen Jahrzehnten zudem „eindrucksvoll bewiesen, dass sie nicht nur ähnlich qualitätsvoll, sondern vor allem kostengünstiger produzieren kann als die Sender.“

In Frankfurt liegen die Dinge anders

Selbst wenn man das bei dem einen oder anderen ARD-Sender anders sähe: Eine Rückkehr zum ursprünglichen Modell oder zumindest zu einer Mischkalkulation wie beim SWR wird innerhalb der Anstalten ausgeschlossen. „Der Zug ist abgefahren“, so hört man dazu, „das würde enorme Kosten verursachen.“ Außerdem habe sich das derzeitige Modell bewährt. Trotzdem lohnt es sich, einen Blick hinter die Kulissen zu werfen.

Liane Jessen, Leiterin der HR-Redaktion ‘Fernsehspiel und Spielfilm’, ist im Jahr 2000 zu der in Frankfurt ansässigen Rundfunkanstalt gekommen. Zuvor hatte sie ab 1986 in Mainz für das ZDF gearbeitet. Damals habe das ZDF noch einige hauseigene Fernsehspiele produziert, die aber nur ungern von den Redakteuren betreut worden seien, weil den Produktionen im Vergleich zum ‘Neuen Deutschen Film’ „der Atem des Neuen“ gefehlt habe, erläutert Jessen. Entsprechend groß seien ihre Bedenken nach dem Wechsel zum HR gewesen. Dort sei sie jedoch „auf Mitarbeiter gestoßen, die voller Leidenschaft waren. In den Gewerken – Kamera, Schnitt, Maske, Kostüm, Innen- und Außenrequisite – steckt bis heute ein enormes Potenzial“, konstatiert sie. Dieses Potenzial habe aber auch, glaubt man bei der Produzentenallianz, seinen Preis; es gibt die Schätzung, dass ein HR-„Tatort“ 2,2 Mio Euro koste. Jessen dementiert: „Das wäre undenkbar. Das könnten und würden wir uns niemals leisten und der Rechnungshof würde das auch gar nicht zulassen.“

Trotzdem liegen die Dinge in Frankfurt etwas anders als bei den restlichen ARD-Sendern. Der HR ist zwar ein für ein Bundesland spezifischer Sender, wie auch der Westdeutsche Rundfunk (WDR) oder der Bayerische Rundfunk (BR), aber Hessen ist ein relativ kleines Bundesland; daher hat der Sender eine umso wichtigere Identifikationsfunktion. Aus diesem Grund genieße der Hessische Rundfunk quer durch alle etablierten Parteien in dem Land eine gewisse Unantastbarkeit, sagt ein Beobachter der Branche. Gleichzeitig existiert in Hessen keine nennenswerte Produzentenszene. Die wenigen Unternehmen arbeiten im Bereich Animation, machen Werbefilme oder sind vorrangig fürs ZDF tätig. Auch die Filmförderung ist in Hessen eher schwach ausgeprägt. All diese Faktoren, sagt der Insider, „haben dazu geführt, dass der HR 97 Prozent seines Programms selbst herstellt. Das ist politisch so gewollt. So etwas gibt es in dieser Form bei keiner anderen Anstalt in Europa.“

„Ein Produzent mit wilden Ideen hat’s schwer“

Liane Jessen ficht das nicht an, zumal für die HR-Fernsehfilmchefin die Vorteile außer Frage stehen, wenn man beim Produzieren selbst die volle Kontrolle hat: „Der Erfolg ist einfach größer, wenn alles in einer Hand bleibt. Die Filmbranche hat irgendwann aus anderen Branchen eine arbeitsteilige Produktionsweise übernommen, aber dieses Auseinanderdiffundieren der einzelnen Produktionsschritte ist für kreative Prozesse nicht unbedingt der richtige Weg. Je größer die Arbeitsteilung ist, desto mehr Energie muss man dafür aufbringen, die Mitarbeiter immer wieder auf die Ursprungsidee einzuschwören.“

Nach dem Abbau der Eigenproduktionen hätten die Sender auf neue Impulse und frische Ideen aus der Branche gehofft. Das habe, erzählt Liane Jessen, zehn Jahre lang auch funktioniert. Aber dann habe sich der Effekt „allmählich ins Gegenteil verkehrt, denn Produzenten bieten natürlich bevorzugt solche Stoffe an, von denen sie glauben, dass die Fernsehsysteme sie brauchen“. Ein extravaganter „Tatort“-Stoff wie die dann mehrfach preisgekrönte HR-Folge „Im Schmerz geboren“ (vgl. FK-Kritik) wäre der Redaktion wahrscheinlich nie angeboten worden, das sei ihr auch von Produzenten bestätigt worden. Deshalb betrachtet Jessen ihre Festanstellung als „Verpflichtung zum inhaltlichen Mut: Niemand wird entlassen, weil er wilde Ideen hat. Aber ein Produzent mit wilden Ideen hat’s schwer am Markt.“

Die Filmredaktionen der meisten Fernsehsender funktionieren ähnlich wie Verlage: Ein Produzent bietet einen Stoff an, der in der Redaktionskonferenz besprochen wird. Der Produzent bringt in der Regel bereits einen Autor mit. Man führt inhaltliche Gespräche, es gibt eine Kalkulationsrunde, dann stellt der Produzent ein Team zusammen und sucht nach Drehorten. Der zuständige Redakteur kommt ein-, zweimal zum Drehort. Wenn die Dreharbeiten reibungslos verlaufen, schaut er sich den Rohschnitt an, später folgt die Feinschnittabnahme. Jessen hingegen sagt, sie habe sich schon zu ihrer Zeit beim ZDF als Produzentin verstanden. Beim HR funktioniere eine Stoffentwicklung anders: „Wir haben eine Idee, laden einen Autor ein, der schreibt eine erste Drehbuchfassung. Dann suchen wir einen Regisseur, machen die Besetzung, stellen das kreative Team zusammen, sind bei den Dreharbeiten jeden zweiten Tag vor Ort, schauen uns die Muster an, nehmen Korrekturen vor, weil uns zum Beispiel Kostüm oder Bildgestaltung nicht zusagen. Wir begleiten das Projekt nicht nur, wir haben die ständige Kontrolle.“ Natürlich würden auch dem HR viele Stoffe angeboten, doch es sei selten etwas dabei, das die Redaktion wirklich begeistere.

Spardruck und Stellenabbau

Jessens Ausführungen bedeuten im Umkehrschluss freilich nicht, dass die geschilderten Bedingungen auf andere Landesrundfunkanstalten der ARD überhaupt nicht zutreffen würden. Bettina Ricklefs, Programmbereichsleiterin ‘Spiel Film Serie’ beim Bayerischen Rundfunk in München, betont, ihre Redaktion sei nicht minder in die Produktionsprozesse miteinbezogen: „Unsere Filme sind stets auch Herzensangelegenheiten. Auch wir bekommen täglich die Muster vom Drehort und manchmal sichten wir sie abends gemeinsam mit den Produzenten.“

Bettina Ricklefs hat vor der Fusion von Südwestfunk (SWF) und Süddeutschem Rundfunk (SDR) zum Südwestrundfunk für den SWF in Baden-Baden gearbeitet. Die Nähe zu einem Projekt, sagt sie, sei nicht mehr so groß wie damals, „als in Baden-Baden wirklich alles selbst gemacht werden musste, weil es praktisch keine produzentische Infrastruktur gab.“ Sie habe das sehr genossen, vermisse heute aber trotzdem nichts, „weil wir“, so Ricklefs, „in der Regel Partner haben, die auf der gleichen Wellenlänge sind wie wir. Und wenn die Kommunikation gut funktioniert, ist der Unterschied zu einer Inhouse-Produktion gar nicht mehr so groß.“ Außerdem sei die Redaktion dank der Zusammenarbeit mit externen Produzenten in der Lage, flexibel auf aktuelle Entwicklungen und Ereignisse reagieren können. Als Beispiele nennt sie die Filme „Meister des Todes“ (ARD/SWR/BR, über den illegalen Export deutscher Waffen in eine Krisenregion; vgl. MK-Kritik) und „Operation Zucker“ (ARD/BR/WDR, Thema Kinderprostitution; vgl. FK-Kritik).

Bettina Ricklefs widerspricht auch Liane Jessens These, die Produktionsunternehmen würden aus kaufmännischen Gründen keine ungewöhnlichen Stoffe anbieten: „Das hieße ja, dass Produzenten nicht innovativ wären. Uns werden aber, im Gegenteil, oft wunderbare und verrückte Ideen angeboten.“ Einige der wichtigsten Filme der letzten Jahre hätten auf Ideen von Produzenten basiert und Maßstäbe gesetzt, zuletzt der Dreiteiler „Mitten in Deutschland: NSU“ (ARD/SWR/WDR/BR/MDR/Degeto; vgl. MK-Artikel) oder davor „Der blinde Fleck – Das Oktoberfestattentat“ (ARD/BRSWR/Arte; vgl. FK-Heft Nr. 42/14), ein Politdrama über die Hintergründe des Anschlags auf das Oktoberfest 1980. „Diese Produktionen haben eine große investigative Kraft. Wir sind“, so Ricklefs, „auf die Partnerschaft mit den Produzenten angewiesen, um überhaupt an solche Stoffe ranzukommen.“

SWR-Fernsehfilmchefin Martina Zöllner möchte die Zusammenarbeit mit den Produzenten ebenfalls nicht missen, selbst wenn sie es auf der anderen Seite genießt, auch selbst produzentisch aktiv sein zu können. Neben seinen „Tatort“-Folgen produziert der SWR fürs Dritte Programm seit langem die Schwarzwaldserie „Die Fallers“ und einige seiner Mittwochsfilme fürs Erste selbst, doch der Sender gibt auch Filme in Auftrag. Die Beiträge zur im SWR Fernsehen ausgestrahlten Reihe „Debüt im Dritten“ sind ausschließlich Auftrags- oder Koproduktionen. Außerdem beteiligt sich der Südwestrundfunk regelmäßig an Kinofilmen. Dass der Sender (der Mitte 2015 seine Produktionsfirma Maran Film, eine Tochter von SWR Media Services und Bavaria Film, aufgelöst hat) überhaupt noch selbst produziert, hat historische Gründe. Im Rahmen der Senderfusion von 1998 haben SWF (Baden-Baden) und SDR (Stuttgart) einen Standortkompromiss ausgehandelt. Der SWF hatte seine Sendungen traditionell selbst hergestellt, also einigte man sich darauf, die Produktionskapazitäten in Baden-Baden zu erhalten, während Intendanz, Verwaltung und der Großteil der Produktion der aktuellen journalistischen Sendungen in der SWR-Zentrale in Stuttgart angesiedelt wurden.

Das Verhältnis von Eigen- und Auftragsproduktionen bei den Fernsehfilmen liegt laut Martina Zöllner bei 60:40. Beziehe man die Anteile an den Koproduktionen mit ein, kehre sich das Verhältnis jedoch um. Rechtliche Vorgaben dazu gebe es nicht: „Die festangestellten Mitarbeiter sollen ausgelastet sein, aber andererseits sind uns bei den Eigenproduktionen natürliche Grenzen gesetzt“, so Zöllner, „denn wenn wir zu viel selbst herstellen, müssten wir freie Mitarbeiter engagieren, wodurch zusätzliche Kosten entstünden.“ Sie schließt nicht aus, dass im Zuge des zunehmenden Spardrucks und des damit einhergehenden unvermeidlichen Stellenabbaus irgendwann auch die Zahl der Eigenproduktionen reduziert werde.

Gagen, Mieten, Material, Bauten

Martina Zöllners Arbeitsplatzbeschreibung ähnelt im Grunde der von Liane Jessen und Bettina Ricklefs. „Ich trage“, erläutert sie, „bei unseren Eigenproduktionen die produzentische Verantwortung, das heißt, meine Redaktionskollegen und ich sind in Fragen wie Buch, Regie, Besetzung etcetera ganz unmittelbar involviert. Bei Auftrags- oder Koproduktionen fallen die Entscheidungen in der Regel gemeinschaftlich mit dem Produzenten und den Partnern, aber bei unseren Inhouse-Produktionen ist die Verantwortlichkeit direkter. Wir haben im Programmbereich Film zwei Producer, die an der Schnittstelle zwischen Redaktion und Produktionsbetrieb arbeiten. Sie nehmen als Bindeglied eine sehr wichtige Funktion ein, die es in den anderen Häusern nicht gibt.“

Der Vorteil der Eigenproduktion besteht nach Ansicht Zöllners auch darin, „dass wir die Kreativen ganz direkt bitten können, Ideen für uns zu entwickeln. Wir haben sozusagen unsere eigene Werkstatt für Neues.“ So habe der SWR unter anderem Axel Ranisch, Aelrun Goette oder Dietrich Brüggemann in den „Tatort“ geholt und mit ihnen ungewöhnliche Erzähl- und Produktionsweisen ausprobiert. Wichtig sei zudem die Rechtefrage. Zöllner: „Gerade beim vielfach wiederholten ‘Tatort’ ist es durchaus von Vorteil, wenn maßgebliche Rechte beim Sender liegen. Bei Produktionen, die wir nach außen vergeben und meist nur zu einem Teil finanzieren, erwarten die Produzenten zu Recht, dass sie in größerem Umfang Rechte behalten und an Wiederholungen oder Online-Verwertungen partizipieren.“

Ein echter Kostenvergleich zwischen Eigen- und Auftragsproduktion ist schwierig, weil die fest angestellten Mitarbeiter der Sender nicht nur für die Fernsehfilmredaktion arbeiten. Konkret beziffern lassen sich daher nur die direkten Kosten, also Gagen, Mieten, Material, Bauten; der Rest sind Ausgaben für das angestellte Personal und somit indirekte Kosten. Bei einem eigenproduzierten Film spart ein Sender außerdem die mit der Produzentenallianz vereinbarten Ausgaben für Handlungsunkosten (HU) und Gewinn, die anderswo in Form von sechs Prozent der Produktionskosten hinzukommen. Deshalb kann man die Budgets für die „Tatort“-Filme der verschiedenen Sender kaum über einen Kamm scheren. Im Schnitt kostet ein solcher Sonntagskrimi 1,3 Mio bis 1,5 Mio Euro, aber in Berlin zum Beispiel ist die Herstellung eines Films wegen der großen Konkurrenz unter den Produktionsfirmen preiswerter als etwa in München oder Köln, wo die Unternehmen ausgelastet sind.

Trotzdem gibt es beim WDR kaum noch szenische Eigenproduktionen, obwohl die Anstalt, die größte der ARD, in dieser Hinsicht eine große Tradition hat. Die Mitarbeiter sind daher laut Gebhard Henke, Leiter des WDR-Programmbereichs ‘Fernsehfilm, Kino und Serie’, bei Projekten wie zuletzt „Über Barbarossaplatz“, einem Film für den Mittwochstermin im Ersten, entsprechend motiviert. Da der WDR bis 2020 rund 500 Arbeitsplätze abbauen soll, werde es strukturell aber immer schwieriger, Eigenproduktionen herzustellen, auch wenn das zum Beispiel mit der „Lindenstraße“ noch eine Weile der Fall sein dürfte. Die Serie funktioniere ebenso wie früher „Die Anrheiner“ (WDR Fernsehen) oder „Verbotene Liebe“ (ARD-Vorabend) arbeitsteilig. Henke: „Der Produzent gibt einen kreativen Input, entwickelt mit der Redaktion die Bücher, engagiert Autor, Regisseur und Schauspieler. Kamera, Licht und Studio gehören hingegen dem WDR.“

Die Handschrift eines Produzenten

Gebhard Henke ist gelegentlich auch als Executive Producer tätig (zuletzt etwa für die ARD-Vorabendserie „Rentnercops“), er kennt das Metier daher von mehreren Seiten: „Als Produzent muss man sich um jede Kleinigkeit und um jede Rechnung kümmern. Natürlich hat man seine Produktionsleiter, aber man ist trotzdem viel stärker involviert. Wenn ein Sender einen Film selbst herstellt, muss die Redaktion diese Aufgaben übernehmen. Andererseits: Kommt es zu Spannungen mit dem Regisseur, ist es völlig egal, ob es sich bei einem Film um eine Eigen- oder um eine Auftragsproduktion handelt.“

Wie Bettina Ricklefs widerspricht auch Gebhard Henke Liane Jessens Aussage, dass einem keine innovativen Stoffe angeboten würden: „Das ist mir zu pauschal und ideologisch. Es kommt doch immer darauf an, welche Signale ein Sender in die Branche gibt. Die besondere Handschrift der HR-Filme ist untrennbar mit Liane Jessen verbunden und nicht nur mit der Produktionsform.“ Henke ist ohnehin überzeugt, dass man es den ARD-Filmen nicht ansehe, ob sie als Auftrags- oder Eigenproduktion entstanden seien: „Das wäre ja auch kein gutes Zeichen.“ Außerdem entwickle der WDR ebenfalls eigene Stoffe, „indem wir“, so Henke, „Entwicklungsverträge mit Autoren abschließen und erst anschließend einen passenden Produzenten für die Umsetzung suchen.“

Ähnlich wie Ricklefs ist auch Henke ein großer Freund des Auftragsmodells. „Die Produzenten“, so der WDR-Mann, „sind ein kreativer, lebendiger Motor unserer Fernsehfilme und Serien. Davon profitieren wir alle, auch von der Vielfalt und der speziellen Handschrift, mit der ein Produzent ein Produkt prägt. Deshalb betrachte ich die Lebendigkeit der Produktionslandschaft als großen Reichtum. Der Produzent ist nicht der Feind des Senders, im Gegenteil.“

22.12.2016/MK

Print-Ausgabe 17/2019

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