WDR-Produktion „Nagelneu“ zum Hörspiel des Monats Januar gewählt

03.02.2021 •

Die Jury der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste hat das Stück „Nagelneu“ von Maika Knoblich und Hendrik Quast zum Hörspiel des Monats Januar gewählt. Das Autorenduo führte bei dem 31-minütigen Stück, das für den WDR produziert wurde, auch die Regie (Komposition: Katharina Stephan, Dramaturgie: Christina Hänsel). Die Erstausstrahlung von „Nagelneu“ erfolgte am 25. Januar um 19.04 Uhr im Programm WDR 3. Zur Begründung ihrer Entscheidung schreibt die Jury der Akademie:

«Feilen, schleifen, kleben. Full covers, Stempel, French, Glitzer. Natur oder Kunstnagel? „Aber wenn du Natur willst, dann kannst du auch nur zu Hause rumsitzen. Brauchst du nicht hierherkommen.“ Dieses Hörspiel von Maika Knoblich und Hendrik Quast ist die Herzensentscheidung der Jury aus Wien für den Jänner 2021.

Die Autoren haben mit ihrer Idee einen leichten und lustvollen Zugang zum Zuhören erdacht. Man lebt mit, riecht den Lack beim Trocknen, spürt die Feilen zwischen den Fingern, stellt sich Hunderte Designs von fake nails vor und kann endlich das Mäuschen im Eck vom Hinterzimmer des Nagelstudios sein. Stellvertretend für alle Büroküchen, Besprechungszimmer oder Musikbackstage-Räume dieser Welt. Eine schmirgelnd raue, glitzernde Sound- und Dialogwelt, die in die Tiefe geht, um gleich wieder an der Oberfläche dahinzukratzen. Das ermöglicht ein verspieltes Ein- und Aussteigen. Kunstvoll gesetzte Pausen, die Platz zum Abdriften in eigene Gedankenwelten anbieten und gleichzeitig neugierig machen, wie es denn jetzt gleich weitergehen wird. Verhandelt werden Körperpflege, Kundenerziehung, aufgerissene Männer und Hochzeitsnägel, Krankheiten, Beziehungen, die eigenen Grenzen und vieles mehr. Der ganze Schönheitsbetrieb, der hier als Platzhalter für eine Vielzahl an Jobs und Arbeitssituationen steht, kann stellvertretend gleich im Nagelstudio besucht werden.»

Wiener Jury

Eine lobende Erwähnung gab es von der Jury im Januar für das von Deutschlandfunk Kultur gesendete Hörspiel „Am Rande des Untergangs vergnügt sich das Kapital“ von Joël László. „Ein vielschichtiges Konzept, ein sehr aufwendig recherchiertes, poetisch politisches Manifest, das Sprach- und Klangkunst auf eine sehr eigenständige und kunstvolle Weise verbindet“, urteilt die Jury dazu. Das rund 90-minütige Stück (Regie: Henri Hüster) wurde am 17. Januar um 18.30 Uhr von Deutschlandradio Kultur ausgestrahlt.

Für den von der Deutschen Akademie der Darstellende Künste seit 1977 veranstalteten Wettbewerb ‘Hörspiel des Monats’ gibt es turnusgemäß zu Beginn des Jahres eine neue Jury. Sie wird am Ende aus den zwölf Hörspielen des Monats auch das ‘Hörspiel des Jahres’ wählen. Gastgebender Sender für die Jury-Sitzungen ist 2021 der Österreichische Rundfunk (ORF) in Wien. Der Jury gehören in diesem Jahr die folgenden drei Mitglieder an: Margarete Affenzeller (Kulturjournalistin und Redakteurin der Wiener Tageszeitung „Der Standard“), Christine Ehardt (Theater-, Film- und Medienwissenschaftlerin sowie freie Journalistin und Autorin, Wien) und Florian Kmet (Komponist, unter anderem für Hörspiele, und Musiker, Wien). Zum Wettbewerb „Hörspiel des Monats“ können die neun ARD-Landesrundfunkanstalten, das Deutschlandradio, der Österreichische Rundfunk (ORF) und der Schweizer Rundfunk SRF je ein im entsprechenden Monat zur Ursendung gekommenes Stück einreichen.

03.02.2021 – MK

Print-Ausgabe 3-4/2021

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