Produktionen von MDR, BR und HR für Hörspielpreis der Kriegsblinden nominiert

22.06.2021 •

Die Film- und Medienstiftung NRW hat am 21. Juni die drei Nominierungen für den diesjährigen Hörspielpreis der Kriegsblinden bekanntgegeben. Demnach hat die 15-köpfige Jury des Wettbewerbs die Stücke „Atlas“ (MDR), „Einsam stirbt öfter. Ein Requiem“ (BR) und „Fünf Flure, eine Stunde“ (HR/SWR/Deutschlandfunk Kultur) nominiert. Von den öffentlich-rechtlichen Sendern aus Deutschland, Österreich und der Schweiz waren für den Wettbewerb 2021 insgesamt 22 Produktionen eingereicht worden. Der Preis  wird am 18. August (Mittwoch) beim Deutschlandfunk in Köln verliehen.

Der „Hörspielpreis der Kriegsblinden – Preis für Radiokunst“ wird seit 1952 jährlich an ein für einen deutschsprachigen Sender konzipiertes Originalhörspiel vergeben, „das in herausragender Weise die Möglichkeiten der Kunstform realisiert und erweitert“. Der Wettbewerb wird jetzt zum 70. Mal veranstaltet. Gemeinsame Ausrichter sind die Film- und Medienstiftung NRW (Düsseldorf) und der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband (DBSV, Berlin). Der DBSV hatte im vorigen Jahr die Mitträgerschaft vom Bund der Kriegsblinden Deutschlands (BKD) übernommen, der den Preis begründete. Der Hörspielpreis der Kriegsblinden ist die bedeutendste Auszeichnung für den Bereich des deutschsprachigen Hörspiels.

Themen: Flucht und Migration, Altenheim, Leben und Tod

Im MDR-Hörspiel „Atlas“ geht es um den Themenbereich Flucht und Migration. Autor Thomas Köck erzählt am Beispiel einer vietnamesischen Familiengeschichte von der Arbeitsmigration in den 1980er Jahren, vom Untergang der DDR und von einem Kind, das nach Vietnam reist, um den Weg seiner Vorfahren nachzuzeichnen. In der für den Bayerischen Rundfunk entstandenen Produktion „Einsam stirbt öfter. Ein Requiem“ von Gesche Piening geht es um Menschen, die in der Großstadt vereinsamt leben, unbemerkt versterben und schließlich von Amts wegen bestattet werden, weil niemand sonst ihre Totenfürsorge übernehmen will oder kann. Das Hörspiel versucht zu erkunden, was im Leben wirklich wichtig ist: Wie müssen wir leben, um glücklich zu sterben?

Das Stück „Fünf Flure, eine Stunde“ von Luise Voigt spielt im Schauplatz Altenheim und nimmt dabei die unterschiedliche Wahrnehmung der Zeit des verrinnenden Lebens und der Anforderungen des Personals an diesen Arbeits- und Lebensort in den Blick. Während den Bewohnern nur noch wenig Zeit in ihrem Leben bleibt, steht das Pflegepersonal auf ganz andere Weise unter hohem Zeitdruck. Wie Kommunikation hier funktioniert, wurde durch Tonaufnahmen in realen Heimen mitgeschnitten. Das Besondere an diesem Hörspiel: Die transkribierten O-Töne wurden im Studio in fünf Spuren übereinandergelegt und von jungen Schauspielern nachgesprochen und zurückgespielt, das alles in einem einzigen Take, also ohne jedweden Schnitt. Federführend produziert wurde das Stück vom Hessischen Rundfunk; Südwestrundfunk und Deutschlandfunk Kultur waren als Koproduzenten beteiligt.

Die drei für den Kriegsblindenpreis nominierten Hörspiele sind im jeweiligen Internet-Angebot der produzierenden Sender MDR, BR und HR zum Anhören abrufbar.

22.06.2021 – da/MK

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