Hörspielpreis der Kriegsblinden 2020 geht an das Bauhaus-Stück „Audio.Space.Machine“ von Wittmann/Zeitblom

24.06.2020 •

Der Hörspielpreis der Kriegsblinden 2020 geht an das Stück „Audio.Space.Machine. Ein Bauhaus-Konzeptalbum“ von Wittmann/Zeitblom, wie die Veranstalter am 24. Juni (Mittwoch) bekanntgaben. Die renommierte Auszeichnung wurde coronabedingt nicht im sonst gewohnten Rahmen einer Preisverleihungsfeier, sondern virtuell in einem Podcast verliehen, der seit dem 24. Juni über die Webseite der Film- und Medienstiftung NRW abrufbar ist. Auch die Jury-Sitzung zur Preisfindung wurde wegen der Corona-Pandemie auf ungewohnte Weise abgehalten, nämlich als Telefonkonferenz.

Bei „Audio.Space.Machine“ handelt es sich um eine Produktion des Deutschlandfunks (federführend) in Koproduktion mit dem NDR und dem SWR. Die Ursendung des 60-minütigen Hörspiels erfolgte am 12. Januar 2019 im Programm des Deutschlandfunks (vgl. MK-Kritik). In dem Stück des Berliner Autorenduos Wittmann/Zeitblom geht es um das 100-jährige Bestehen des Bauhauses. Christian Wittmann und Georg Zeitblom beleuchten in 18 Tracks 100 Jahre Maschine-Mensch-Beziehung, das idealistisch-utopische Denken der Bauhaus-Bewegung, ihre Mythen und Manien. Dafür schaffen sie ein mechanistisch-digitales Klanguniversum, assoziative Sound-Labore und kombinieren Texte von Oskar Schlemmer, Wassily Kandinsky und weiteren Bauhaus-Künstlern der 1920er Jahre mit Zitaten unter anderem von John Cage, Bazon Brock und dem KI-Experten Martin Rees.

Preiswettbewerb unter neuer Mitträgerschaft

Neben „Audio.Space.Machine“ gehörten in diesem Jahr die beiden Hörspiele „Das Ende von Iflingen“ (SWR) von Wolfram Lotz und „Die Entgiftung des Mannes“ (MDR) von Holger Böhme zu den nominierten Stücken für die Endausscheidung des Hörspielpreises der Kriegsblinden, der jetzt zum 69. Mal vergeben wurde. Die öffentlich-rechtlichen Sender aus Deutschland (ARD-Anstalten, Deutschlandradio), Österreich (ORF) und der Schweiz (SRF) hatten insgesamt 22 Stücke für den Wettbewerb eingereicht. Der Deutschlandfunk wird das Gewinnerstück „Audio.Space.Machine“ (Redaktion und Dramaturgie: Sabine Küchler) am 11. Juli 2020 um 20.05 Uhr noch einmal ausstrahlen.

Der ‘Hörspielpreis der Kriegsblinden – Preis für Radiokunst’ wurde 1950 gegründet und wird seit 1952 jährlich an ein für einen deutschsprachigen Sender konzipiertes Originalhörspiel verliehen“, das in herausragender Weise die Möglichkeiten der Kunstform realisiert und erweitert“. Von 1952 bis 2019 war der Bund der Kriegsblinden Deutschlands Träger des Preises. 1994 kam die Film- und Medienstiftung NRW als Trägerin hinzu. In diesem Jahr übernahm der Deutsche Blinden- und Sehbehindertenverband die Mitträgerschaft vom BKD und würdigte dessen Leistung, „den Hörspielpreis der Kriegsblinden zur wichtigsten Auszeichnung im deutschsprachigen Raum entwickelt zu haben“. Die 70. Verleihung des Preises im nächsten Jahr werde „zugleich den Einstieg des DBSV in die aktive Trägerschaft markieren“, teilten die Veranstalter mit.

24.06.2020 – da/MK

Print-Ausgabe 13-14/2020

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