Hörspiel des Monats Mai: „The Revolution Will Be Injected“ von Deutschlandfunk Kultur

12.06.2020 •

Die Jury der Deutschen Akademie der Darstellenden Künste hat das Stück „The Revolution Will Be Injected“ zum Hörspiel des Monats Mai gewählt. Die Autoren des 56-minütigen Hörspiels sind Orlando de Boeykens, Tucké Royale und Hans Unstern, die alle drei auch für Regie und Komposition verantwortlich waren. Bei dem Stück handelt es sich um eine Produktion von Deutschlandfunk Kultur (Dramaturgie: Johann Mittmann und Julia Gabel). Urgesendet wurde das Hörspiel am 14. Mai um 22.03 Uhr.

Orlando de Boeykens, Tucké Royale und Hans Unstern verhandeln in ihrem Hörstück „The Revolution Will Be Injected“ die selbstbestimmte Injektion von Testosteron und die daraufhin langsam einsetzende Transformation von einem weiblichen in einen männlichen Körper. „In einer äußerst gelungenen Komposition aus verschiedenen Textsorten wie Packungsbeilagen, persönlichen Erfahrungsberichten, Sachtexten und performativen Elementen begleitet das Hörspiel den Entscheidungsprozess zum Testosteron und führt vor Augen, was eine solche Transformation bedeutet“, schreibt die Jury unter anderem in der Begründung ihrer Entscheidung: „Mitreißend, klug und witzig erzählt ‘The Revolution Will Be Injected’ davon, wie es ist, wenn über den Körper eine zweite Pubertät hereinbricht, von der Problematik der Toilettenwahl und gesellschaftlicher Isolation, weil die Community die nicht ungefährliche medizinische Anwendung kritisiert.“

Eine lobende Erwähnung sprach die Jury im Mai aus für das Stück „Erinnerung eines Mädchens“ nach dem gleichnamigen Roman der französischen Schriftstellerin Annie Ernaux. Die Hörspielbearbeitung des Buchs besorgte Irene Schuck. Produziert wurde das 80-minütige Stück vom Südwestrundfunk, die Erstausstrahlung erfolgte am 3. Mai um 18.20 Uhr im Programm SWR 2 (vgl. MK-Kritik). Die Jury schreibt: „Ernaux’ schonungslose Sektion der eigenen Biografie führt auf erschütternde Weise auf, wie gesellschaftliche Rollenmuster unser aller Biografien prägen und beschädigen. Und dass wir zwar vielleicht etwas weitergekommen sind seit 1958, aber nicht annähernd weit genug.“

12.06.2020 – MK

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