Deutscher Radiopreis für die beste Sendung geht an BR‑Produktion „100 Jahre Radio“

27.09.2021 •

In Hamburg wurde am 2. September zum 12. Mal der Deutsche Radiopreis verliehen. Dabei ging der Preis für die beste Sendung an die Produktion „100 Jahre Radio – eine Zeitreise ins Jahr 1920“. Die Sendung war im Dezember 2020 vom Bayerischen Rundfunk (BR) in dessen Programm Bayern 1 ausgestrahlt worden. Sie war eine Hommage an das Radio, denn 100 Jahre zuvor war in Deutschland das erste Rundfunkkonzert gesendet worden.

Für den Deutschen Radiopreis waren in diesem Jahr insgesamt 437 Produktionen von 142 deutschen Sendern eingereicht worden. Die Jury wählte dann für jede der zehn Wettbewerbskategorien drei Nominierungen aus und bestimmte daraus wiederum die Gewinner. Einen Sonderpreis des Beirats des Deutschen Radiopreises erhielt in diesem Jahr der Lokalsender Radio Wuppertal für seinen herausragenden Einsatz in der Nacht der Flutkatastrophe vom Juli – „stellvertretend für alle Reporterinnen und Reporter, die in Deutschland im Einsatz waren“, wie es dazu hieß.

Bereits im vorigen Jahr konnte die Preisverleihung aufgrund der Corona-Pandemie nur in reduzierter Form und mit einem Hygiene- und Sicherheitskonzept stattfinden. Nun war es auch in diesem Jahr wieder so, dass bei der Feier im „Schuppen 52“, einem Eventcenter im Hamburger Hafen, nicht wie früher die möglichen 1000 Zuschauer anwesend sein konnten, sondern nur eine stark eingeschränkte Anzahl Gäste und Teilnehmer, darunter alle Nominierten und Laudatoren wie auch die Musiker, die für die Showacts sorgten (unter anderem Duran Duran, Revolverheld, Zoe Wees und Nathan Evans). Moderatorin der in vielen Radioprogrammen live ausgestrahlten Gala war zum elften Mal Barbara Schöneberger. In mehreren Dritten Fernsehprogrammen der ARD wurde die Preisverleihung zeitversetzt gesendet.

Jedes Jahr ein Preis für den NDR

Von den zehn Preisen, die die Jury vergab, gingen wie – im Vorjahr – jeweils fünf an öffentlich-rechtliche und private Hörfunksender. Neu ist seit dem vorigen Jahr, dass es für Männer und Frauen die gemeinsame Kategorie „Beste Moderation“ gibt und nicht mehr die beiden Kategorien „Beste Moderatorin“ und „Bester Moderator“. Im Vorjahr waren zudem die vorherigen Einzelkategorien „Beste Innovation“ und „Beste Morgensendung“ zu der Kategorie „Beste Innovation am Morgen“ zusammengefasst worden. Das wurde in diesem Jahr erneut geändert: Es gab wieder allein die Kategorie „Beste Morgensendung“; eine Kategorie für Innovatives gab es nicht mehr (womöglich mangels innovativer Einreichungen?).

Stifter des Deutschen Radiopreises sind die Hörfunkprogramme der ARD, das Deutschlandradio und die Privatradios in Deutschland. Zu den Kooperationspartnern zählen unter anderem das Grimme-Institut und die Stadt Hamburg. Das Grimme-Institut (Marl) ist für die Jury-Arbeit des Wettbewerbs zuständig. Die Mitglieder der Jury waren in diesem Jahr Martin Liss, Petra Schwegler, Mercedes Riederer, Carl-Frank Westermann und Nadia Zaboura (Vorsitzende). Die leitende Funktion unter den ARD-Sendern als Stiftungsmit­gliedern und die Federführung bei der Preisverleihungsveranstaltung liegt beim NDR.

Der NDR erhielt auch in diesem Jahr wieder einen der Preise (in der Kategorie „Bestes Nachrichten- und Informationsformat“ für eine Sendung seiner Jugendwelle N-Joy). Damit ist der NDR weiterhin der einzige Sender, der beim Deutschen Radiopreis in jedem Jahr mindestens eine Auszeichnung erhielt (vgl. hierzu diese MK-Meldung und diese MK-Meldung). Mit dem Deutschen Radiopreis, der seit 2010 verliehen wird und nicht dotiert ist, sollen die besten Leistungen eines Jahres in den Medienbereichen Hörfunk und Podcast gewürdigt werden. Um das Genre Podcast war der Wettbewerb 2019 erweitert worden.

Die Jury des Deutschen Radiopreises 2021 vergab die folgenden 10 Preise:

Beste Sendung
100 Jahre Radio – eine Zeitreise ins Jahr 1920 (Bayern 1/BR)
Der Preis geht an Bayern-1-Moderator Marcus Fahn und Bayern-1-Produktionschef Tobias Prager.

Beste Morgensendung
Die Steffen-Lukas-Show (Radio PSR)
Der Preis geht an Moderator Steffen Lukas und Komoderatorin Claudia Switala.

Beste Programmaktion
Zusammen sind wir bunt (Toggo Radio)
Der Preis geht an Florian Federiconi, der mit seinem Team beim Kindersender Toggo Radio unter dem Motto „Zusammen sind wir bunt“ eine Anti-Rassismus-Woche veranstaltet hat, mit vielfältigen Aktionen, Interviews und Hörspielen.

Bestes Interview
Das Rassismus-Bullshit-Bingo (Radio Leverkusen), Interview zu Rassismus in Deutschland
Der Preis geht an die Moderatorin und Interviewerin Carmen Schmalfeldt für ein Gespräch mit der schwarzen Deutschen Gina Hitsch in der Morgensendung von Radio Leverkusen

Beste Moderation
Der Preis geht an Sümeyra Kaya für ihre Moderationen und Gespräche in Sendungen von WDR Cosmo.

Beste Comedy
Gottis Corona-Tagebuch Liveticker (Radio Eins/RBB)
Der Preis geht an den Comedian und Autor Martin Gottschild und an Radio-Eins-Redakteur Jürgen König.

Beste Reportage
Herrn Nickels Schuhe – Eine Reise am Ende des Lebens
(Bremen Zwei/Radio Bremen), Reportage über das Leben und den Abschied in einem Alten- und Pflegeheim
Der Preis geht an Autor Jens Schellhass und den für den Beitrag zuständigen Radio-Bremen-Redakteur Tobias Nagorny.

Bestes Nachrichten- und Informationsformat
N-Joy Weltweit (NDR)
Der Preis geht an die NDR-Reporterinnen Carolin Wöhlert und Gina Thoneick.

Bester Newcomer/Beste Newcomerin
Der Preis geht an Gloria Grünwald (Ego FM) für die Moderation ihrer Sendung Ego FM Netz am Freitag.

Bester Podcast
Zurück zum Thema
(Detektor FM), 4-teilige Podcast-Reihe zum Thema „Schusswaffen in Deutschland“
Der Preis geht an die Autoren Stephan Ziegert (Redakteur bei Detektor FM) und Ina Lebedjew (Redaktionsleiterin bei Detektor FM)

• Vom Beirat des Deutschen Radiopreises 2021 vergebener Preis:

Sonderpreis des Beirats
Die Auszeichnung geht an den Lokalsender Radio Wuppertal für seinen Einsatz während der Flutkatastrophe im Juli. „Damit würdigte der Beirat“, so heißt es dazu auf der Online-Seite des Deutschen Radiopreises, „den herausragenden Einsatz des Lokalradios in der Nacht der Flutkatastrophe – stellvertretend für alle Reporterinnen und Reporter, die in Deutschland im Einsatz waren.“ Den Preis nahmen Jens Voss und Laura Mertens entgegen. Voss ist Moderator und Mertens Volontärin bei Radio Wuppertal.

27.09.2021 – da/MK

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