Deutscher Radiopreis: Der NDR gewinnt immer

26.10.2020 •

Zum elften Mal wurde am 10. September in Hamburg der Deutsche Radiopreis verliehen. Aufgrund der Corona-Pandemie fand die Preisverleihung allerdings in reduzierter Form und mit einem ausführlichen Hygiene- und Sicherheitskonzept statt. So konnten bei der Feier im „Schuppen 52“, einem Eventcenter im Hamburger Hafen, nur 80 statt der möglichen 1000 Zuschauer anwesend sein, beim Publikum mussten die Mindestabstände eingehalten werden und es konnten keine zusätzlichen Gäste kommen. Aber alle Nominierten und Laudatoren waren anwesend und auch die Showacts mit Tim Bendzko, Katie Melua, Michael Patrick Kelly und den belgischen Sänger Milow konnten stattfinden.

Insgesamt war beim Deutsche Radiopreis aufgrund von Corona vieles anders als in den Jahren zuvor. Was sich nicht geändert hat: Moderatorin am Preisverleihungsabend war jetzt zum zehnten Mal Barbara Schöneberger (bei der Premiere des Radiopreises 2010 hatte Kathrin Müller-Hohenstein moderiert). Und was sich ebenfalls nicht geändert hat, ist, dass man bezüglich der Wettbewerbsentscheidungen sagen kann: Der NDR gewinnt immer. Denn seit es den Wettbewerb gibt, hat der in Hamburg ansässige NDR, der Hauptmitveranstalter des Deutschen Radiopreises, in jedem Jahr mindestens einen Preis erhalten (vgl. MK-Meldung).

Sonderpreis für Prof. Christian Drosten

In diesem Jahr vergab die Jury in der Kategorie „Bester Podcast“ eine Auszeichnung an Bastian Berbner und Doreen Strasdas für ihren für NDR Info produzierten Podcast „180 Grad – Geschichten gegen den Hass“. Außerdem vergab der Beirat des Deutschen Radiopreises für die ebenfalls von NDR Info hergestellte Podcast-Reihe „Coronavirus-Update“ einen Sonderpreis an den Charité-Virologen Prof. Christian Drosten. Dieser Sonderpreis wird nicht in jedem Jahr vergeben, zuletzt wurde er 2016 verliehen. Im elften Jahr des Radiopreises gab es nun auch erstmals Auszeichnungen für das Deutschlandfunk-Hauptprogramm, und zwar für Philipp May in der Kategorie „Bestes Interview“ und für die Volontärin Anh Tran als beste Newcomerin. Der Deutschlandfunk hatte zuvor lediglich einen Preis für eine Gemeinschaftsproduktion mit WDR, SWR, RBB und Saarländischem Rundfunk (SR) erhalten, das war 2010.

Die Jury vergab im Wettbewerb insgesamt zehn Preise, davon gingen jeweils fünf an öffentlich-rechtliche und an private Hörfunksender. 2019 hatte die Jury zwölf Preise verliehen. Neu ist seit diesem Jahr, dass es nun die für Männer und Frauen gemeinsame Kategorie „Beste Moderation“ gibt und nicht mehr die beiden Kategorien „Beste Moderatorin“ und „Bester Moderator“. Zudem wurden die vorherigen Einzelkategorien „Beste Innovation“ und „Beste Morgensendungen“ zu der Kategorie „Beste Innovation am Morgen“ zusammengelegt. Durch diese beiden Änderungen wurde die Anzahl der Kategorien im Vergleich zum Vorjahr um zwei reduziert.

Stifter des Deutschen Radiopreises sind die Hörfunkprogramme der ARD, das Deutschlandradio und die Privatradios in Deutschland. Zu den Kooperationspartnern zählen unter anderem das Grimme-Institut und die Stadt Hamburg. Das Grimme-Institut (Marl) ist für die Jury-Arbeit des Wettbewerbs zuständig. Die leitende Funktion unter den ARD-Sendern als Stiftungsmitgliedern und die Federführung bei der Preisverleihungsveranstaltung liegt beim NDR. Mit dem Deutschen Radiopreis, der nicht dotiert ist, sollen die besten Leistungen eines Jahres in den Medienbereichen Hörfunk und Podcast gewürdigt werden. Um das Genre Podcast war der Wettbewerb 2019 erweitert worden.

• Die Jury des Deutschen Radiopreises 2020 vergab die folgenden 10 Preise:

Beste Sendung

Chelsea Hotel (Ego FM), Musiksendung, Ausgabe zum 30. Jahrestag des Mauerfalls

Der Preis geht an Moderatorin Sandra Gern.

Beste Innovation am Morgen

Energy Hood Hop (Energy Stuttgart)

Der Preis geht an Vince Schuster und Dennis Strobel, die sich in dem Morgenformat „Energy Hood Hop“ auf eine neue und zeitgemäße Art um Themen aus dem Alltag der Hörerschaft kümmern.

Beste Reportage

Der 9. November 1989 – Protokoll eines historischen Tages (MDR Aktuell)

Der Preis geht an die Autorin und MDR‑Journalistin Kornelia Kirchner.

Bestes Interview

Konfrontatives Interview mit dem AfD-Politiker Jörg Meuthen, geführt im Rahmen der Sendereihe „Informationen am Morgen“ (Deutschlandfunk)

Der Preis geht an den Deutschlandfunk-Moderator und Interviewer Philipp May.

Beste Moderation

Der Preis geht an Sinah Donhauser für die Moderation der Morgensendung der NRW-Lokalradiostation Radio Hochstift (Paderborn/Höxter).

Beste Comedy

Frag Parshi (Planet Radio)

Der Preis geht an Parshad Esmaeili, Autorin und Titelheldin der Ratgeber-Comedy-Reihe „Frag Parshi“.

Beste Programmaktion

105‘5 Spreeradio kämpft für Berliner Vereine (Spreeradio Berlin)

Der Preis geht an Yvonne Fricke, Programmdirektorin von Spreeradio, und Nicole von Wagner, Moderatorin und stellvertretende Programmdirektorin. Sie organisierten Soforthilfen für Berliner Vereine, die in Not sind.

Bestes Nachrichten- und Informationsformat

B5 aktuell (Bayerischer Rundfunk)

Der Preis geht an Barbara Kostolnik für ihren im Programm B5 aktuell gesendeten Beitrag „Viele bunten Nullen“, einen Bericht über die Haushaltswoche im Bundestag, und an Steffen Jenter, Redaktionsleiter des Informationsprogramms B5 aktuell.

Bester Newcomer/Beste Newcomerin

Der Preis geht an Anh Tran für ihre im Deutschlandfunk gesendete Reportage „Heimat tut weh“ über ihre Heimatstadt Dresden.

Bester Podcast

180 Grad – Geschichten gegen den Hass (NDR Info)

Der Preis geht an Bastian Berbner als Autor des für NDR Info produzierten Podcasts und an NDR-Hörfunkredakteurin Doreen Strasdas.

• Vom Beirat des Deutschen Radiopreises 2020 vergebener Preis:

Sonderpreis des Beirats

Die Auszeichnung geht an Prof. Christian Drosten für seine Podcast-Reihe „Coronavirus-Update“ (NDR Info)

26.10.2020 – da/MK

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