Berliner Hörspielfestival der freien Szene wird in diesem Jahr online veranstaltet

04.05.2020 •

Trotz Coronakrise wird das Berliner Hörspielfestival (BHF) auch in diesem Jahr veranstaltet – zwar nicht wie sonst üblich mit Live-Aufführungen und Diskussionen vor Ort, sondern stattdessen online, wie es bei vielen anderen Veranstaltungen derzeit ebenfalls geschieht. Es bleibt für das Festival beim geplanten Termin vom 21. bis 24. Mai. In diesem Zeitraum werden alle Wettbewerbsstücke live gestreamt. Das teilte die Akademie der Künste in Berlin mit.

Nach Angaben der Veranstalter hätte das Festival in diesem Jahr erstmals in der Akademie der Künste in Berlin präsentiert werden sollen. Nun muss es wegen der Corona-Pandemie ins Internet verlagert werden. Live und in Echtzeit werden sämtliche nominierten Hörspiele über die YouTube-Kanäle des BHF und der Akademie der Künste gestreamt, die Hörer können online ihre Votings abgeben und anschließend noch eine Woche einzelne Beiträge nachhören. Für jedes Hörstück schafft Josef Maria Schäfers ein eigenes Visual.

Insgesamt 151 Hörspiele wurden für den diesjährigen Wettbewerb eingereicht. 35 davon sind für die vier Wettbewerbe um die „Mikro“-Trophäen nominiert. Die Wettbewerbskategorien sind „Der Mikro-Flitzer“ für Stücke bis zu einer Minute Länge (mit vorgegebenem Satz und Geräusch), „Das glühende Knopfmikro“ für Stücke bis fünf Minuten, „Das kurze brennende Mikro“ für Stücke bis 20 Minuten und „Das lange brennende Mikro“ für Stücke bis 60 Minuten.

Erstmals auch ein internationaler Wettbewerb

An den vier Tagen des Festivals moderieren unter anderem die Schauspielerin Britta Steffenhagen und der vielfach ausgezeichnete Hörspielmacher Robert Schoen live die Wettbewerbe und führen nach jedem Stück via Stream Gespräche mit den Autoren. Die Preisverleihungen, basierend auf den Online-Votings der Hörer und damit des Publikums, finden ebenfalls live im Netz statt. Das bereits geplante Rahmenprogramm mit performativen und installativen Formaten, Werkstattgesprächen und einem ortsbezogenen Audio-Walk soll im Herbst in der Akademie der Künste am Hanseatenweg nachgeholt werden.

Die 151 Einreichungen (mehr als 50 Stunden Spielzeit) bedeuten für das Berliner Hörspielfestival einen neuen Rekord. Alle Gattungen der akustischen Künste sind vertreten: erzählerische wie dokumentarische ebenso wie klangkünstlerische und sprachexperimentelle Formen. „Da das Festival der freien Szene die ganze Bandbreite des akustisch Möglichen abbilden will, werden die Stücke nicht nach Gattungen, sondern einfach nach ihrer Länge gruppiert“, erläuterten die Veranstalter zur Struktur der Veranstaltung. Erstmals wurde in diesem Jahr auch ein Wettbewerb für nicht-deutschsprachige Hörstücke ausgeschrieben („The Burning Mic“); hier beträgt das Nominierungskontingent 30 internationale Einreichungen.

Vier der fünf Preise des Hörspielfestivals sind Publikumspreise; der Preis für „das lange brennende Mikro“ wird von einer Fachjury vergeben. Die Preise sind mit Audio-Equipment dotiert. Das Berliner Hörspielfestival, das von der Akademie der Künste unterstützt und mit Mitteln der Berliner Senatsverwaltung für Kultur und Europa gefördert wird, findet nun zum 11. Mal statt.

04.05.2020 – MK