Mittagsmagazine von ARD und ZDF: Volle Kooperation ab April 2018

27.12.2017 • Die von ARD und ZDF angekündigte engere Kooperation bei der Produktion ihrer Mittagsmagazine greift im vollständigen Umfang ab April 2018. Das geht aus einer Pressemitteilung des ZDF vom 16. November hervor, in der der Sender weitere Informationen in Zusammenhang mit dieser Kooperation bekanntgab. Bereits ab Januar kommenden Jahres wird das ARD-„Mittagsmagazin“ aus dem ZDF-Hauptstadtstudio in Berlin gesendet. Ab dem 3. April wird dann auch das ZDF-„Mittagsmagazin“ aus dem ZDF-Hauptstadtstudio produziert. Bislang ist die Sendezentrale des ZDF in Mainz der Produktionsort der Live-Sendung.

Im Frühjahr 2017 hatten die beiden öffentlich-rechtlichen Sender bekanntgegeben, dass ab 2018 beide Mittagsmagazine aus dem ZDF-Hauptstadtstudio gesendet würden (vgl. MK-Meldung). In vollem Umfang wird diese Zusammenarbeit nun somit drei Monate nach Jahresanfang 2018 umgesetzt. Bereits seit Oktober 1989 kooperieren ARD und ZDF bei ihren Mittagsmagazinen. Damals hatten ARD und ZDF jeweils ein „Mittagsmagazin“ eingeführt, das seither im wöchentlichen Wechsel von der ARD (Das Erste) bzw. dem ZDF produziert und dann von beiden Programmen ausgestrahlt wird.

Gemeinsame Sparpotenziale

Das ARD-„Mittagsmagazin“ wird bis Jahresende 2017 noch vom Bayerischen Rundfunk (BR) in München hergestellt – was seit Sendestart der Produktionsort für die Live-Sendung ist. Ab Januar 2018 übernimmt dann der Rundfunk Berlin-Brandenburg (RBB) die Federführung. Auf diesen ARD-internen Wechsel hatten sich BR und RBB bereits Ende November 2016 geeinigt. Als Grund dafür, die Produktion des ARD-„Mittagsmagazins“ abzugeben, verwies der BR seinerzeit auf „geringere finanzielle Spielräume“, weshalb man sich entschieden habe, die Federführung beim „Mittagsmagazin“ an den RBB abzugeben (vgl. MK-Meldung).

Der RBB hat sich dann im März 2017 aus wirtschaftlichen Gründen dafür entschieden, das ARD-„Mittagsmagazin“ im ZDF-Hauptstadtstudio herzustellen. Die technischen Geräte in dem Studio werden dann von RBB-Mitarbeitern bedient. Mit dem ZDF hat der RBB eine entsprechende Kooperationsvereinbarung abgeschlossen. ZDF-Intendant Thomas Bellut verwies laut Sendermitteilung vom 16. November erneut auf die Vorteile, die diese Kooperation habe: „Mit dieser Form der technischen Zusammenarbeit schaffen ZDF und RBB neue Synergien im öffentlich-rechtlichen System. Wir freuen uns, dass der RBB künftig regelmäßig als Partner aus unserem Hauptstadtstudio produziert und wir gemeinsame Sparpotenziale nutzen.“

Das ZDF-„Mittagsmagazin“ wird nun noch bis Ende März 2018 in der Sendezentrale in Mainz hergestellt, wo es seit 1989 produziert wird. Durch die Verlegung des Produktionsorts nach Berlin will das ZDF Kosten senken. Die Entscheidung, die Herstellung des ZDF-Mittagsmagazins nach Berlin zu verlagern, traf das ZDF aber erst, nachdem sich der Sender mit der ARD über einen anderen Produktionsrhythmus für die Morgen- und Mittagsmagazine beider Sender geeinigt hatte.

Geänderter Produktionsrhythmus

Seit 1992 produzieren ARD und ZDF auch Morgenmagazine, bei deren Herstellung sich beide Sender wöchentlich abwechseln. Bislang gilt folgendes Procedere: In einer Woche stellt die ARD das „Morgenmagazin“ und auch das „Mittagmagazin“ her (beide Sendungen werden dann vom ZDF übernommen); in der anderen Woche wiederum produziert das ZDF beide Magazine (die dann auch im Ersten ausgestrahlt werden).

Künftig wird es so sein, dass in der einen Woche das ZDF sein „Morgenmagazin“ in Berlin und die ARD ihr „Mittagsmagazin“ in Berlin produzieren, jeweils aus dem ZDF-Hauptstadtstudio. In der anderen Woche sendet die ARD ihr „Morgenmagazin“, das vom Westdeutschen Rundfunk (WDR) in Köln produziert wird, und das ZDF sein „Mittagsmagazin“ aus Berlin. Dieser neue Produktionsrhythmus habe es für das ZDF attraktiv gemacht, die Produktion des „Mittagsmagazins“ von Mainz nach Berlin zu verlegen, erklärte der Sender. Durch den neuen Turnus lasse sich der Personaleinsatz im Hauptstadtstudio erheblich flexibilisieren, so das ZDF weiter.

Folge daraus ist, dass beim ZDF für die Produktion des „Morgenmagazins“ und des „Mittagsmagazins“ künftig in Berlin ein gemeinsames Redaktionsteam zuständig ist, das dann von Andreas Wunn geleitet wird. Wunn ist bereits seit Dezember 2016 Leiter des ZDF-„Morgenmagazins“. Der 42-jährige Journalist war zuvor ab 2010 für das ZDF Korrespondent in Rio de Janeiro und leitete das dortige Studio des Senders. Zum ZDF kam der Politikwissenschaftler im Jahr 2000. Beim ZDF war Wunn zunächst für das „Morgenmagazin“ tätig, bevor er anschließend in den Jahren 2002 und 2003 bei dem Sender volontierte. In der Folge arbeitete er als Reporter und Redakteur in der damaligen ZDF-Hauptredaktion Außenpolitik. Von 2005 bis 2007 moderierte Wunn die ZDF-Sendung „Heute in Europa“. Anschließend war er bis zu seinem Wechsel nach Rio de Janeiro Chef vom Dienst in der Chefredaktion des ZDF.

ARD mit neuen Moderatoren

Das ARD-„Mittagsmagazin“, dessen Produktion ab Januar 2018 der RBB von BR übernimmt, wird ab diesem Zeitpunkt von Bettina Schön geleitet. Die 41-Jährige ist bisher beim BR stellvertretende Leiterin des „Mittagsmagazins“. Sie wechselt also innerhalb der ARD vom BR zum RBB. Bettina Schön hat beim Norddeutschen Rundfunk (NDR) volontiert. Dort arbeitete sie dann als Reporterin und Redakteurin für das vom NDR produzierte ARD-Politmagazin „Panorama“, für die „Tagesschau“-Zulieferredaktion und die Auslandsredaktion. Im Jahr 2013 wechselte Bettina Schön zum BR in die Redaktion des ARD-„Mittagsmagazins“.

Präsentiert wird das „Mittagsmagazin“ der ARD ab Januar 2018 von einem Moderationsduo: Jessy Wellmer und Sascha Hingst. Wellmer, die am 5. Dezember 38 Jahre alt wird, moderiert seit 2014 im Dritten Programm RBB Fernsehen die Spätausgabe der Nachrichtensendung „RBB aktuell“ (21.45 bis 22.15 Uhr). Außerdem gehört Wellmer seit August 2017 zum Moderatorenteam der samstäglichen ARD-„Sportschau“. Der 46-jährige Sascha Hingst moderiert seit 2007 (im Wechsel mit Kollegen) die im RBB Fernsehen ausgestrahlte „Abendschau“, das tägliche Informationsmagazin für das Berliner RBB-Sendegebiet (19.30 bis 20.00 Uhr). Bis Ende 2017 wird das ARD-„Mittagsmagazin“ noch von Hannelore Fischer als Hauptmoderatorin präsentiert. Sie ist seit Jahren das Gesicht der Sendung, die sie seit deren Start im Oktober 1989 präsentiert (vertreten wird sie bei der Moderation von Stefan Scheider).

27.12.2017 – vn/MK

Print-Ausgabe 12/2018

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